Finanz-Ausblick 2012: Was sich bei Renten und Versicherungen ändert

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Neue Grenzen bei Sozialabgaben, wichtige Einschnitte beim Rentenalter – was ab 2012 auf deutsche Zahler und Sparer zukommt. (Foto: Rawpixel.com/AdobeStock)

So kurz vor Ende des alten Jahres werfen wir einmal einen Blick auf die wichtigsten Änderungen bei Sozialabgaben und der Altersvorsorge.

Denn 2012 wird es wieder zu einigen Neuerungen kommen, die man auf dem Schirm haben sollte.

Neue Beitragsbemessungsgrenzen

Alle Jahre wieder ändert sich die Beitragsmessungsgrenze bei den Sozialversicherungen. Und ab dem kommenden Jahr 2012 greift bei Kranken- und Pflegeversicherungen ab sofort eine bundesweit einheitliche Grenze, bis zu der Beiträge erhoben werden.

Diese steigt von 3.712,50 Euro auf 3.825 Euro. Das entspricht in etwa einem Jahresverdienst von 45.900 Euro.

Wer gar nicht mehr gesetzlich, sondern privat versichert sein möchte, muss in Zukunft mindestens 50.850 Euro verdienen. Bisher lag die Grenze bei 45.900 Euro.

Bei den gesetzlichen Renten– und Arbeitslosenversicherungen steigt die Grenze in den alten Bundesländern um 100 Euro auf 5.600 Euro. In den neuen Bundesländern bleibt alles bei 4.800 Euro.

Im Klartext: Die Belastungen steigen, weil Sie in jedem Fall auch bei höheren Gehältern abkassiert werden.

Kleiner Trost: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung von 19,9 Prozent wird auf 19,6 Prozent reduziert.

Das Renteneintrittsalter steigt auf 67 Jahre

Wo wir beim Thema Rente sind: Hier verlagert sich nun das Eintrittsalter ab 2012 stufenweise nach oben und endet dann statt bei 65, bei 67 Jahren.

Der Übergang geht über 18 Jahre und zu Beginn verzögert sich der Start um je einen Monat je Geburtsjahrgang, später um zwei Monate.

Beispiel: Wer 1947 geboren wurde, geht künftig mit 65 Jahren und einem Monat in Rente. Wer 1948 geboren wurde, mit zwei Monaten Verzögerung und so weiter.

Ausnahme: Wer 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, darf auch weiterhin ohne Abschläge mit 65 in den Ruhestand.

Ob man nicht aus betrieblichen oder gesundheitlichen Gründen schon wesentlich früher in Rente muss, bleibt dabei natürlich außer Acht.

Änderungen bei den Riester-Verträgen

Jeder Sparer muss bei seinem Riester-Vertrag zukünftig einen Sockelbetrag von 60 Euro einzahlen. Sonst gibt es keine Zulagen oder Steuervorteile mehr.

Die bisher möglichen beitragsfreien Ehegattenverträge, auf die nur Zulagen flossen, werden abgeschafft.

Der Sonderausgabenabzug beim Sockelbetrag ist nur bei dem unmittelbar Zulagenberechtigten möglich, sofern der  Höchstbetrag von 2100 Euro nicht ausgeschöpft ist.

Der mittelbar begünstigte Ehegatte hat keinen eigenen Anspruch auf Sonderausgabenabzug.

Aufstocken bei zu Niedrigzahlung erlaubt

Wer in der Vergangenheit keinen oder einen zu niedrigen Eigenbeitrag geleistet hat darf die fehlenden Beiträge bis zum Beginn der Auszahlungsphase nachzahlen, um sich die Förderung zu sichern.

Im Klartext also: Die Riester-Rente braucht mehr Kapital, um weiterhin gut zahlen zu können und bedient sich daher noch stärker an denen, die das Modell nutzen wollen.

Morgen werfen wir einen Blick auf die Rürup-Rente und Lebensversicherungen – auch bei diesen Modellen gibt es einiges an Neuerungen, die zu beachten sind.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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