Rente 2016: Erwerbsminderung als Rentenbonus

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Die Zahl der Arbeitnehmer mit Erwerbsminderung steigt weiter an, mit Folgen für die Rente 2015. (Foto: Rawpixel.com/AdobeStock)

Die Zahl der Arbeitnehmer mit Erwerbsminderung steigt weiter an, mit Folgen für die Rente 2016. Rund ein Viertel der Deutschen musste zuletzt aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben austreten, bevor er die gesetzliche Altersgrenze erreicht hatte.

Dies bedeutet, dass aktuell fast 2 Millionen Menschen in der EM-Rente eingeschrieben sind.

Rente 2016: Gutachter entscheidet

Die Entscheidung, ob eine Erwerbsminderung vorliegt, trifft hierbei ein Gutachter – also ein Arzt – der Rentenversicherung. Dieser untersucht die Leisungsfähgigkeit des Versicherten.

Diese basiert übrigens nicht auf dem Beruf des Patienten. Vielmehr wird festgestellt, ob der Versicherte weiterhin für die Ausübung eines Berufes geeignet ist.

Die Erwerbsminderungsrente hat damit die Berufsunfähigkeitsrente ersetzt. Der Beruf ist bei der Rente 2016 für die Qualifizierung für die Rente nicht mehr ausschlaggebend. Nur Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden, müssen keine Alternativarbeit mehr annehmen.

EM-Rente: Eigener Arzt entscheidend

Ganz anders stellt sich dies jedoch bei der Beurteilung durch den eigenen Arzt des Versicherten dar. Dieser muss als erstes eine Diagnose stellen, in der der Versicherte als „erwerbsgemindert“ festgestellt wird.

Dieses Dokument kann der Versicherte dann an die Rentenkasse schicken. Die Atteste fließen dann in die Beurteilung durch die Krankenkasse ein.

Rente 2016: Erwerbsminderung nicht dauerhaft

Die Erwerbsminderungs-Rente wird jedoch nicht dauerhaft gewährt, auch wenn die Beurteilung für den Versicherten positiv ausfällt. Meist ist eine weitere Untersuchung nach 2 bis 3 Jahren fällig, falls die Rente weiter bezogen werden will.

Dies bedeutet, dass der Versicherte einen neuen Antrag stellen muss. Dies muss rund 4 Monate vor Ablauf der aktuellen Zahlungen geschehen und ist sowohl für die Teil- als auch für die Vollrente obligatorisch.

Die Zahlungen werden also nur verlängert, wenn der Gesundheitszustand des Versicherten unverändert oder die aktuelle Arbeitslage und damit die Chancen auf einen neuen Job schlecht sind.

Im Normalfall müssen Sie diese Untersuchungen jedoch nur einige Jahre durchführen lassen. Meist wird die Erwerbsminderungs-Rente nach 9 Jahren in eine Dauerrente umgewandelt.

Gegen negative Einschätzungen vorgehen

Fällt die Einschätzung der Rentenkasse jedoch negativ aus und wird die Zahlung daher eingestellt, können Sie Widerspruch einlegen. Durch ein neues Attest können Sie außerdem ein neues Gutachten erwirken.

Im Ernstfall müssen Sie auf Krankengeld oder das Arbeitslosengeld ausweichen.

EM-Rente oder normale Rente 2015?

Es ist hingegen möglich, eine EM-Rente schon vor dem Erreichen des 65. Lebensjahres in eine Altersrente umzuwandeln. Dies gilt jedoch nur für Personen, die vor dem 17. November 1950 geboren wurden.

Sofern diese die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben, sollten diese eher zur normalen Altersrente greifen, auch wenn diese nur minimal über der EM-Rente liegt. Stattdessen fallen hier jedoch die zeitraubenden Untersuchungen weg, die Rente wird dauerhaft gewährt.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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