Abgeltungssteuer 2009: Bei der Steuererklärung ändert sich das

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Steuerexperte Christoph A. Scherbaum faßt die neuen Regeln der Abgeltungssteuer zusammen. (Foto: TunedIn by Westend61)

Steuerexperte Christoph A. Scherbaum faßt die neuen Regeln der Abgeltungssteuer zusammen.

Kurz: Alle Zinsen, Dividenden, Investmenterträge und sämtliche Erträge aus dem Verkauf privater Wertpapiere, die nach dem 01.01.2009 angeschafft werden, sollen mit einem Steuersatz von 25% zuzüglich Solidarzuschlag und Kirchensteuer besteuert werden.

Für Sie als Privatanleger ändert sich einiges.

Was Sie als Privatanleger wissen müssen

Auch wenn fast alles besteuert wird bei der neuen Abgeltungssteuer – Es gibt Sonderregeln: Insbesondere Immobilien, Immobilienfonds, aber auch Edelmetalle, Kunstgegenstände und bestimmte Lebensversicherungen behalten weiterhin einen Sonderstatus.

Auch Kursgewinne von Aktien, für die noch vor dem 31.12.2008 die Spekulationsfrist von einem Jahr abläuft, bleiben – nach dem bis dahin geltenden Recht – steuerfrei.

Abgeltungssteuer – Spekulationsfrist fällt weg

Für Wertpapiere und Fondsanteile, die Sie ab dem 1. Januar 2009 erwerben, gilt die Abgeltungssteuer von 25%. Die bisher geltende „Veräußerungsfrist“, also die sogenannte Spekulationsfrist auf Wertpapiere und das Halbeinkünfteverfahren (HEV) für Aktionäre, sollen entfallen.

Abgeltungssteuer – Kursgewinne und Dividenden werden voll versteuert

Dividenden unterliegen in voller Höhe der neuen Zinssteuer. Bisher waren Dividenden und Kursgewinne mit Aktien innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr gemäß HEV nur zur Hälfte steuerpflichtig – zum jeweiligen persönlichen Steuersatz.

Die Besteuerung von Spekulationsgewinnen beim Verkauf von Wertpapieren innerhalb eines Jahres gilt ebenfalls nicht mehr – Kursgewinne sind dann generell der Besteuerung zu unterwerfen.

Abgeltungssteuer – Zertifikate sind ein Sonderfall

Sonderfall Zertifikate: Sollen Kursgewinne mit Aktien oder Fonds, die noch bis zum 31.12. 2008 erworben werden, trotz Einführung der Abgeltungssteuer 2009 nach einjährigem Privatbesitz steuerfrei realisierbar sein, so gilt das nicht für Zertifikate.

Bei Zertifikaten soll die bisherige Einjahresfrist, von der an Veräußerungsgewinne steuerfrei sind, von 2009 an nur für Zertifikate gelten, die Anleger vor dem 14. März 2007 erworben haben.

Abgeltungssteuer – Steuererklärung bleibt, Pauschbetrag wird eingeführt

Künftig wird Ihre Hausbank für Sie als Sparer die Abgeltungssteuer direkt an das Finanzamt abführen. Doch eines ändert sich nicht: Sie können die Kapitaleinkünfte auch wie bisher mit einer Steuererklärung versteuern. Das lohnt sich vor allem, wenn Ihre Gesamteinkünfte nicht zu hoch sind.

Auch soll für private Anleger ein Sparerpauschbetrag für die Einkünfte aus Kapitalvermögen von 801 Euro eingeführt werden, der einem Zusammenfassen von Sparerfreibetrag und Werbungskosten-Pauschbetrag gleichkommt.

Abgeltungssteuer – Anleger mit hohem Steuersatz profitieren

Mussten Anleger bisher die Zinserträge mit einem persönlichen Steuersatz von maximal 47% versteuern, können es ab dem Jahr 2009 nur noch maximal 28% sein.

Lediglich Steuerpflichtige, deren Einkommensteuersatz unter 25% liegt, werden Kapitalerträge beim Finanzamt erklären müssen, damit sie den Differenzbetrag erstattet bekommen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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