Abgeltungssteuer: Altverluste 2013 schnell umwandeln

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Im Jahr 2009 wurden Anleger durch die Einführung der Abgeltungssteuer überrascht. Altverluste sollten 2013 schnell versteuert werden. Seitdem unterliegt der […] (Foto: 88studio)

Im Jahr 2009 wurden Anleger durch die Einführung der Abgeltungssteuer überrascht. Altverluste sollten 2013 schnell versteuert werden.

Seitdem unterliegt der Gewinn sämtlicher ab diesem Zeitpunkt gekauften Börsenpapieren der Steuer, egal wie lange sie gehalten werden.

Altverluste: 2013 läuft Frist ab

Dies trifft besonders Anleger, die Altverluste aus der Zeit vor 2009 besitzen. Diese können nicht mehr lange steuermindernd mit neuen Gewinnen aus Wertpapiergeschäften verrechnet werden.

Zur Erinnerung: Bis 2009 war es möglich, mögliche Verluste auf Gewinne anzurechnen, die innerhalb eines Jahres auf den Handel von Wertpapieren anfielen. Dadruch waren Gewinne steuerfrei, der Verlust konnte jedoch nicht wieder steuerlich verbucht werden.

Mit dieser Regelung ist jetzt jedoch Schluss.

Mehr zum Thema: Was sich 2013 außerdem steuerlich ändert

Aktuell gilt jedoch noch eine Übergangsregelung, die es Aktionären bis Ende 2013 ermöglicht, genau dies zu tun. Altverluste aus den ehemals privaten Veräußerungsgeschäften können so mit neuen Aktiengewinnen verrechnet werden.

Ab 2014 können Verluste dann nur noch innerhalb von anderen privaten Veräußerungsgeschäften angerechnet werden. Zu diesen gehören beispielsweise Gewinne aus einem Immobilienhandel.

Neuverluste können wie gewohnt verrechnet werden

Neu erzielte Gewinne aus Aktiengeschäften sind ab diesem Zeitpunkt komplett steuerpflichtig, auch wenn alte Verluste noch vorhanden wären. Verluste, die ab 2009 erzielt wurden, können hingegen wie vor der Umstellung gewohnt verrechnet werden.

Anleger sollten also alles versuchen, um Alverluste 2013 noch schnell zu beseitigen. Hierbei hilft ein Trick, der auch vom Bundesfinanzhof für legal erklärt wurde (Az. IX R 60/07).

Altverluste: 2013 mit Buchgewinnen tricksen

Hierbei können Sie sich die Möglichkeit eines Buchgewinnes zu Nutzen machen. Dies bedeutet, dass sie langfristige Wertpapiere, die Sie eigentlich behalten wollten, verkaufen und somit einen Kursgewinn machen.

Hierauf behält die Bank Steuern ein – sowohl 25% Abgeltungssteuer als auch 5,5% Solidaritätssteuer, die darauf entrichtet wird.

In der Jahressteuerbescheinigung werden nun sowohl die Kursgewinne als auch die entrichtete Steuer ausgewiesen. Diese Bescheinigung legen Sie der Einkommenssteuererklärung bei und beantragen gleichzeitig die Verrechnung der Gewinne mit den Altverlusten aus der Zeit vor 2009.

Mehr zum Thema: So stellen Sie Ihre Steuererklärung 2012 richtig

Im Zuge dieses Kniffs erhalten Sie die gesamte Abgeltungssteuer sowie den Solidaritätszuschlag zurück.

Natürlich haben Sie die langfristigen Aktien direkt am Verkaufstag erneut erworben und somit maximal die Gebühren Ihrer Bank als Verlust abgeschrieben. Die Steuergutschrift können Sie hingegen in vollem Umfang behalten.

Gegenläufige Index-Zertifikate nutzen

Anleger ohne aktuelle Wertpapiere, die Altverluste 2013 verrechnen möchten, können sich mit einem Trick ebenfalls behelfen. Hierzu kaufen sie zwei gegenläufige Zertifikate, die an einem Index gelistet sind.

Steigt der Index an, legt ein Zertifikat demnach im Kurs zu, das andere verliert.

In der Summe heben sich beide Ergebnisse zwar auf, mit den Gewinn eines Zertifikates können Sie aber zumindest Teile der Altverluste noch 2013 ausgleichen.

Das verlustbringende Zertifikat können Sie 2014 dann verkaufen und den entstehenden Neuverlust unbegrenzt in der Zukunft gegen ihre Gewinne verrechnen, um die Steuervorteile zu nutzen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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