Bundesfinanzhof: Spekulationssteuer war ab 1999 rechtens

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Die vom Volksmund auch „Spekulationssteuer“ genannte Besteuerung ist rechtens, entschied nun der Bundesfinanzhof. Wir erklären, was das für Sie bedeutet. (Foto: TunedIn by Westend61)

Kursgewinne von Wertpapieren, die Sie binnen eines Jahres wieder verkaufen, versteuern Sie als Anleger mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz. Diese im Volksmund „Spekulationssteuer“ genannte Besteuerung ist rechtens, entschied jüngst der Bundesfinanzhof. Anleger hatten gehofft, das Bundesverfassungsgericht würde die Spekulationssteuer ebenso wie für die Jahre 1997 und 1998 für nicht rechtens erklären. Diese Hoffnung machten die Richter aber für die Jahre ab 1999 aber zunichte. Denn 1997 und 1998 habe es in der Tat eine Ungerechtigkeit gegeben:

Zu Steuer herangezogen wurden letztlich nur ehrliche Bürger, die ihre Spekulationsgewinne auch brav in der Steuererklärung angaben. Ich erinnere aber daran, dass Spekulationsgewinne steuerfrei bleiben, wenn sie unter der Freigrenze von 512 € bleiben. Wird diese Freigrenze in einem Jahr allerdings erreicht, oder gehen die Spekulationsgewinne sogar darüber hinaus, werden alle Gewinne steuerpflichtig.

Immerhin: Mit Einführung der Abgeltungssteuer ab dem Jahr 2009 fallen bei Wertpapiergeschäften, unabhängig von der Haltedauer, keine Spekulationsgewinne mehr an. Die Spekulationsfrist betrifft dann nur noch Immobilien (10 Jahre) und Edelmetalle, Kunst oder Antiquitäten (1 Jahr). Das gilt allerdings erst für Wertpapiere, die Sie ab 2009 kaufen. Bei früher erworbenen Wertpapieren spielt die Spekulationsfrist von einem Jahr sehr wohl noch eine Rolle.

Ihr

BKK-Unterschrift-Liemen

Dr. Erhard Liemen,

Chefredakteur von:

“Bankkunden – vertraulich”

“Der Deutsche Wirtschaftsbrief”

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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