Disagio als Werbungskosten-Abzug bei Immobilienerwerb

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Welche Voraussetzungen für den Abzug des Disagios als Werbungskosten erfüllt sein müssen und welche Ausnahmen es gibt. (Foto: RomanR / shutterstock.com)

Beim Erwerb einer Immobilie kann ein Disagio auch sofort bei den Werbungskosten abgezogen werden. Für Immobilienkäufer ist dieses Urteil des Landesgerichtes in Düsseldorf besonders vorteilhaft. Um diesen Vorteil auch wirklich nutzen zu können, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Disagio als Werbungskosten

Grundsätzlich kann ein Disagio bei einer Schuldverschreibung von Vermietungs- und Verpachtungseinkünften sofort als Werbungskosten abgezogen werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich der Festschreibungszeitraum der  Darlehenszinsen auf mindestens 5 Jahre beläuft und dass das Disagio nicht mehr als 5% der Kreditsumme beträgt.

Das Urteil des Finanzgerichtes in Düsseldorf bewilligt eine neue Steuergestaltung im Bereich des Disagios. Eine gesetzliche Regelung steht jedoch noch aus. Wegen diesem Urteil kann der Immobilienerwerber ein Disagio auch sofort bei den Werbungskosten abziehen, wenn er das Disagio nicht an eine Bank zahlt, sondern an den Immobilienveräußerer.

Disagio als Werbungskosten: Voraussetzungen für den Abzug

Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Verkauf der Immobilie und die Schuldübernahme vom Immobilienverkäufer selbstständige Rechtsgeschäfte darstellen.

Um nachweisen zu können, dass es sich wirklich um 2 verschiedene und selbstständige Rechtsgeschäfte handelt, sollte man sich dafür vom Verkäufer eine schriftliche Bestätigung ausstellen lassen. In dieser sollte stehen, dass die Immobilie verkauft worden wäre, auch wenn der Erwerber eine andere Art der Finanzierung gewählt hätte.

Disagio-Erstattung: Ausnahmen und Sonderfälle

Nicht in allen Fällen kann die Disagio-Rückzahlung an den Immobilienverkäufer sofort als Werbungskosten zum Abzug gebracht werden. Immer dann, wenn sich der Verkäufer nur die eigenen Aufwendungen für die Baukostenfinanzierung erstatten lassen will, betrachtet das Finanzgericht in Düsseldorf dies in erster Linie nicht als Schuldübernahme.

Es wird dann nur als eine Zahlung angesehen, wenn sie dazu dient, das Anschaffungsgeschäft zum Laufen zu bekommen. Die erstinstanzliche Entscheidung des Finanzgerichtes in Düsseldorf ist leider nicht rechtskräftig geworden, weil die Finanzverwaltung die Revision beim Bundesfinanzhof in München eingereicht hat.

Die Betroffenen sollten jedoch in jedem Fall gegen den eigenen Bescheid Einspruch erheben und bis zur Entscheidung der Münchner Richter die Verfahrensruhe beantragen, um eventuell aus einem positiven Urteil einen Vorteil ziehen zu können.

Fazit: Insgesamt sind an den Immobilienerwerb mit Disagio-Abzug als Werbungskosten bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Hinzu kommen außerdem noch einige zu beachtende Ausnahmen. Jedoch kann es sich sehr lohnen, alle Ausnahmen und Voraussetzungen zu beachten, um so von den Vorteilen eines Disagio-Abzugs als Werbungskosten profitieren zu können.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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