Finanzmarktregulierung: Banken im lockeren Griff des Staates

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Finanzmarktregulierung Banken - der Kampf gegen die Windmühlen (Foto: PeJo / Shutterstock.com)

Eine Finanzkrise wie zuletzt 2007 soll zukünftig verhindert wird. „Diese Finanzkrise wird die letzte sein.“ – dieses Ziel hatten auch schon einige Generationen vor uns. Tatsache ist: Die Finanzmärkte sind hochexplosive Gewächse, die sich immer weiter ausbreiten und verwurzeln. Gerade weil die Banken heute so sehr vernetzt sind, ist die Gefahr auch so groß.

Es ist schier unmöglich, eine „Bad Bank“ aus dem System zu nehmen, ohne dass andere Banken darunter leiden müssen. Doch es geht nicht primär um die Banken. Im Vordergrund steht das Kapital der Kleinanleger, das es zu schützen gilt. Gleich dahinter kommt die Systemstabilität; denn wenn der Bürger erst einmal nicht mehr den Banken sein Geld anvertraut, droht der Kollaps.

Reaktion Bankenaufsicht

Die Politik reagiert auf das Pulverfass Finanzmarkt. Immer wieder gibt es neue Aufsichtsbehörden, die für mehr Transparenz und Einhaltung neuer Regeln sorgen sollen. Das Bundesfinanzministerium gibt sogar offiziell zu, dass rückblickend die Aufsicht ungenügend war. Eine Änderung wäre wünschenswert.

Man möchte nun Fehlentwicklungen an den Märkten vorzeitig erkennen. Dafür entstehen regelmäßig neue Gesetze und die Aufsicht wird mit mehr Kompetenzen ausgestattet. Insbesondere die internationale Vernetzung dieser Aufsichten soll sich verbessern, so dass man auch über die Grenzen hinaus einen Überblick bekommt, falls etwas aus dem Ruder läuft.

Später Schutz

Fraglich ist, wie gut dieser Schutz in Form von Aufsichten uns vor zukünftigen Finanzkrisen bewahren kann. Die Krise wurde ausgelöst, weil komplexe und nahezu wertlose Baukredite, die kaum jemand näher untersucht hat, immer weiter verkauft wurden.

Dazu kam, dass die Ratingagenturen diesen maroden Krediten Bestnoten gaben. Eine Aufsicht wäre zumindest in dieser Art vonnöten, wenn man die Ratingagenturen überwachen könnte. Doch auch wenn jetzt bestimmte Bilanzen und Banken besser beaufsichtigt werden, kann trotzdem ein neuer ungeschützter Bereich entstehen, der den nächsten Crash auslöst.

Allein der Derivatemarkt wird von vielen Beobachtern als die nächste Blase angesehen. Dort wird jährlich ein Vielfaches des weltweiten Bruttoinlandsproduktes aller Länder gehandelt. Eine Reduzierung dieses Volumens ist gesetzlich aber noch nicht bestimmt. Die Risiken am Markt bleiben also bestehen.

BaFin und ESFS

Zwei Instrumente, die den Banken Einhalt gebieten sollen, wenn es um Investitionen mit zu großem Risiko geht: Die BaFin, also die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, soll in Deutschland für mehr Stabilität im Finanzsektor sorgen. Europaweit ist der ESFS (European System of Financial Supervision) als Aufsicht zuständig.

Daneben gibt es in Europa noch eine Reihe andere Aufsichten – jede für einen speziellen Bereich. Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) fungiert als übergeordnete Systemaufsicht.

Des Weiteren gibt es drei europäische Finanzaufsichtsbehörden, die sich auf die einzelnen Märkte verteilen: der Bankensektor (EBA), der Versicherungssektor (EIOPA) und der Wertpapiermarkt (ESMA) sind den jeweiligen Aufsichten unterstellt.

Das Fazit: Finanzmarktregulierung der Banken

Derzeit wird viel unternommen, um die Finanzmarktregulierung und die Banken in den Griff zu bekommen. Durch die Vernetzung und Verflechtung untereinander und aufgrund der gigantischen Vielfalt an Produkten wirkt das manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen.

Vor allem, wenn dazu noch auf den Blättern der Windmühlen „Moodies“, „Standard & Poor’s“ und „Fitch“ steht. Die Ratingagenturen machen eine wirksame Finanzmarktregulierung der Banken nämlich noch schwerer.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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