Freistellungsaufträge 2010: Jetzt anpassen

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Bei bereits bestehenden Freistellungsaufträgen 2010 ist ein Check zum Jahresende sinnvoll, denn hier lässt sich richtig Geld sparen. (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

So ist es vielen Anlegern schon passiert, dass die Kapitalerträge bei Bank A den Sparerpauschbetrag deutlich überstiegen.

Bei Bank B tröpfelten die Erlöse jedoch lediglich vor sich hin, sodass bares Geld verloren geht: Wird der Sparerpauschbetrag überschritten, landet rund ein Viertel des Überschusses beim Fiskus – die Abgeltungssteuer.

Sparerpauschbetrag ausreizen

Die Zeit „zwischen den Jahren“ ist optimal dazu geeignet, um solche kleinen Aktionen mit möglicherweise großer Wirkung durchzuführen.

Mit wenig Zeitaufwand stellen Sie sicher, ob Ihre Freistellungsaufträge auf dem aktuellen Stand sind. Falls nicht, sollten Sie die Freistellungsaufträge entsprechend anpassen.

Dadurch ersparen Sie sich den Papierkrieg mit der Anlage KAP (Kapitalerträge) in Ihrer Steuererklärung, über die Sie sich andernfalls Ihre zu viel gezahlte Steuer zurückholen müssen.

Freistellungsaufträge anpassen

Die folgenden Punkte helfen Ihnen dabei, Ihre Freistellungsaufträge anzupassen, um den Sparerpauschbetrag auszuschöpfen:

  • Welche Erträge haben Sie in diesem Jahr erzielt?
  • Welche Erträge werden Sie voraussichtlich im kommenden Jahr erzielen?
  • Wie hoch werden diese Erträge in 2010 voraussichtlich aufgeteilt auf die einzelnen Banken sein?

Wenn Sie sich diese Fragen beantwortet haben, können Sie Ihren Sparerpauschbetrag optimal auf die einzelnen Geldinstitute aufteilen.

Jahresende: Freistellungsaufträge anpassen!

Einen Vorteil hat die seit 2009 geltende Abgeltungssteuer immerhin: Sie erpart den Steuerpflichtigen in vielen Fällen das lästige Ausfüllen der Anlage KAP (Kapitalerträge) und SO (sonstige Einkünfte) bei der Steuererklärung. Aber Achtung:

Dafür, dass Sie nicht zu viele Steuern auf Ihre Kursgewinne, Zinsen und Dividenden zahlen, müssen Sie schon selbst sorgen. Und zwar, indem Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen – oder mehrere, wenn Sie mehrere Banken haben.

Dann steht Ihnen der Sparerpauschbetrag von 801 Euro (1.602 Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren) zur Verfügung. So viel Geld dürfen Sie mit Ihren Kapitalanlagen verdienen, ohne dass die Bank auch nur einen Cent davon an das Finanzamt abführt.

Argusaugen-Modus einschalten

Aber auch, wer seinen Banken bereits Freistellungsaufträge erteilt hat, sollte sie zum Jahresende überprüfen. Denn der Sparerpauschbetrag muss auf die verschiedenen Banken aufgeteilt werden. Es kann passieren, dass bei der einen Bank die Kapitalerträge den freigestellten Betrag überschreiten, während sie bei der anderen Bank weit darunter bleiben.

Bei Überschreitung führt die Bank ein gutes Viertel der Überschuss-Erträge als Abgeltungssteuer (mitsamt Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) automatisch ans Finanzamt ab.

Um sich die zu viel gezahlte Steuer zurückzuholen, müssten Sie dann mühsam zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung die Anlage KAP ausfüllen.Einfacher geht’s, indem Sie Ihre Freistellungsaufträge jetzt anpassen.

Schauen Sie sich Ihre einzelnen Konten und Depots an: Wie hoch waren die Erträge im Jahr 2009? Wie hoch werden Sie – getrennt nach einzelnen Banken – voraussichtlich im Jahr 2010 sein? Teilen Sie den Sparerpauschbetrag klug auf die einzelnen Banken auf. Dann sparen Sie Steuern – oder zumindest die Mühe, Ihre Kapitaleinkünfte gegenüber dem Finanzamt extra deklarieren zu müssen. Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch in das neue Jahr 2010!

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.

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