Pendlerpauschale: 2013 von neuen Urteilen profitieren

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Pendlerpauschale: Berufstätige können auf ihrem Arbeitsweg nun deutlich mehr Geld sparen als bisher. (Foto: RomanR / Shutterstock.com)

Eine Erhöhung der Pendlerpauschale wird wohl auch 2013 nicht umgesetzt. Dennoch können Berufstätige auf ihrem Arbeitsweg nun deutlich mehr Geld sparen als bisher.

Grundlage hierfür sind zwei Urteile des Bundesfinanzhofs.

Zum einen legten die Richter fest, dass jeder Arbeitnehmer nur maximal einen regelmäßigen Arbeitsplatz besitzen kann.

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Der Weg zu wechselnden Arbeitsstätten kann also künftig komplett abgesetzt werden und nicht nur mit der normalen Pendlerpauschale.

2013 bringt jedoch auch eine weitere Verbesserung für jeden Fahrer.

Pendlerpauschale: 2013 zählt verkehrsgünstigste Strecke

Der Bundesfinanzhof legte nämlich fest, dass Pendler nicht unbedingt die kürzeste Strecke zu ihrem Beruf wählen müssen. Stattdessen kann zukünftig auch die verkehrsgünstigere Fahrt gewählt werden, selbst wenn diese einen Umweg über mehrere Kilometer mit sich bringt.

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Bislang hatten viele Finanzämter die Strecke nur akzeptiert, wenn diese eine Zeitersparnis von mindestens 20 Minuten mit sich gebracht hat.

In Zukunft können auch deutlich weniger Minuten als Vorteil geltend gemacht werden, wenn diese in einem angemessenen Verhältnis zu der Gesamtdauer der Fahrt stehen.

20-Minuten-Grenze nun ungültig

Damit wollen die Richter in Zukunft vermeiden, dass Pendler benachteiligt werden, die nur eine kurze Fahrtstrecke zu bewältigen haben und somit schon generell unter der 20-Minuten-Grenze bleiben.

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Aber nicht nur der Faktor Zeit kann bei der Berechnung der Pendlerpauschale 2013 eine Rolle spielen. Vielmehr kann der Begriff „verkehrsgünstig“ auch ein geringeres Staurisiko oder günstigere Ampelschaltungen bedeuten.

Dies können Berufspendler beispielsweise durch einen Ausdruck von Staumeldungen belegen. Diese müssen hierbei in jedem Fall der Steuererklärung beigefügt werden.

Pendlerpauschale: 2013 einen großen Vorteil sichern

Diese Arbeit kann sich auf jeden Fall lohnen. Die Neuregelungen bedeuten für viele Pendler einen Steuervorteil von mehreren hundert Euro im Jahr.

Ein Beispiel: Herr Müller fährt jeden Morgen von seinem Wohnsitz in Bonn zur Arbeit nach Köln. Die kürzeste Route würde ihn hierbei genau 30 Kilometer über die A555 führen.

Hierfür würde er bei der gültigen Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer demnach 9€ erhalten.

Aufgrund einer Großbaustelle auf der zweispurigen Autobahn ist in den kommenden Monaten jedoch mit einem erhöhten Stauaufkommen auf dieser Autobahn zu rechnen.

Herr Müller entscheidet sich daher, über die deutlich größere A3 auszuweichen. Im Normalfall würde ihn diese Route trotz einer Länge von 45 Kilometern nur einen Zeitverlust von 2 Minuten bescheren, durch die Baustelle dürfte sich dieser jedoch ins Gegenteil umkehren.

Hiermit würde Herr Müller für diese Strecke bereits 13,50€ erhalten – und das jeden Tag.

Umweg muss genau begründet werden

Dies wird durch das Finanzamt jedoch nur dann anerkannt, wenn er die Baustelle beispielsweise durch einen Zeitungsausschnitt  belegen kann.  Im Normalfall dürfte dies jedoch kein Problem darstellen.

Anders wäre es übrigens, wenn Herr Müller eine morgige Fahrt zur Schule seiner Kinder als Umweg geltend machen wollte. Dies gilt auch nach der aktuellen Rechtslage als private Fahrt, die nicht in einen Steuerbonus umgewandelt werden kann.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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