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Private Krankenversicherung (PKV): Bilanzkennzahlen helfen bei der Auswahl

Inhaltsverzeichnis

Trotz turbulenter Phasen sind die Bilanzen der privaten Krankenversicherungen (PKV) bemerkenswert gut.

Dennoch ist die Auswahl einer PKV bei über 40 Anbietern recht schwierig. Bei der Wahl des Versicherers sollte man dementsprechend verschiedene Dinge – wie zum Beispiel die Bilanzkennzahlen – beachten.

Preis und Leistung sind nicht immer entscheidend

Obwohl die Leistungen bei den meisten Krankenversicherern garantiert sind, stellt die Prämie immer nur eine Momentaufnahme dar. Eine konkrete Aussage zu einer langfristigen Prämienentwicklung kann so gut wie nie getroffen werden. Auch die Erhöhung zukünftiger Beitragskosten ist stets möglich.

Insofern ist das Preis-Leistungs-Verhältnis – für sich alleine betrachtet – nur eingeschränkt geeignet, um eine private Krankenversicherung auszuwählen. Deshalb sollte auch die wirtschaftliche Lage des Unternehmens analysiert werden. Ob ein Krankenversicherer wirtschaftlich stabil ist, lässt sich anhand des Kennzahlenkatalogs des PKV-Verbandes ermitteln.

Durch die Offenlegungspflichten sind die Kennzahlen auch für die Verbraucher nachprüfbar und beschreiben die betriebswirtschaftliche Situation des jeweiligen Unternehmens für das betreffende Geschäftsjahr. Eine Aussage über die künftige Entwicklung ist hierdurch zwar nicht möglich, aber die Kennzahlen geben zumindest Aufschluss über den Status Quo.

Bilanzkennzahlen der PKV unter der Lupe

Anhand verschiedener Kennzahlen des Kataloges des PKV-Verbandes kann die wirtschaftliche Stabilität einer Krankenversicherung betrachtet werden.

Eine Übersicht über einige wichtige Kennzahlen und deren Bedeutung:

  • Eigenkapitalquote: Sie gibt das Verhältnis von Eigenkapital zu Beitragseinnahmen an. Diese Kennzahl zeigt, inwieweit kurzfristige Verluste aufgefangen werden können.
  • RfB-Quote: Diese Quote gibt das Verhältnis der Rückstellungen zu den Beitragseinnahmen an. Je höher die Quote ist, umso mehr Kapital kann in Beitragsrückerstattungen, Anpassungen oder Entlastungen fließen.
  • RfB-Zuführungsquote: Diese Quote beschreibt den Anteil der Beitragseinnahmen, welcher in die Rückstellungen geflossen ist.
  • Schadenquote: Diese Quote gibt an, welcher Anteil der Beitragseinnahmen in die Versicherungsleistungen und Alterungsrückstellungen fließen. Eine hohe Quote kann eine zukünftige Beitragsanpassung bedeuten.

Ausschlaggebend ist die Nettoverzinsung

Von allen Kennzahlen hat die Nettoverzinsung die größte Aussagekraft für den Versicherungskunden. Sie gibt an, welche Verzinsung das Unternehmen im Geschäftsjahr mit seinen Kapitalanlagen erzielt hat.

Im Branchendurchschnitt betrug die Nettoverzinsung im Jahr 2012 gut 6%. Je höher die Nettoverzinsung ausfällt, desto größer ist der Überschussanteil aus der Anlage der Alterungsrückstellungen und damit auch die Direktgutschrift an die Versicherten.

Dieses Geld kommt ohne Umwege den Versicherten zugute, um ein zu starkes Ansteigen der Beiträge im Rentenalter zu verhindern.

Fazit: Unverzichtbar ist ein individuell gefertigtes Angebot

Auch wenn die Kennzahlen teilweise Aufschluss über die wirtschaftliche Situation geben, so sind gerade bei einem sensiblen Thema wie Gesundheit vor allem das Vertrauen und die Qualität entscheidend.

Eine gute Versicherung klärt über sämtliche Fragen auf und erstellt individuelle Angebote je nach Familienstruktur und persönlichen Bedürfnissen.