Versicherungen sind nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2020 wieder zuversichtlich

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Die Nachfrage nach Versicherungsleistungen nimmt zu. Die steigende Preismacht stimmt die Versicherungsbranche ebenfalls zuversichtlich. (Foto: JPStock / Shutterstock.com)

Nach Ansicht des Rückversicherers Swiss Re ist das Schlimmste mit Blick auf die Covid-19-Pandemie verdaut worden. Auch Hannover Rück rechnet mit einer Normalisierung der Schadenquote im laufenden Jahr. Die Zuversicht stützt sich auch auf die steigende Preismacht.

Die Rückversicherer verzeichneten in den jüngsten Vertragserneuerungsrunden deutliche Preissteigerungen. Rückversicherungs-Aktien überzeugten mit einem positiven Gewinnausblick und starken Kapitalkennziffern. Die Aktionäre dürften sich somit auch in den kommenden Jahren auf die üppigen Dividendenzahlungen verlassen können. Auch Erstversicherungs-Aktien wie die der Allianz überzeugten mit ihrem Gewinnausblick und hohen Dividendenrenditen.

Zunehmende Schäden durch Naturkatastrophen und Covid-19

Im Jahr 2020 betrugen die weltweiten Schäden durch Naturkatastrophen rund 210 Mrd. $ und lagen deutlich über dem Vorjahr mit 166 Mrd. $. Von den Schäden waren 82 Mrd. $ versichert, verglichen mit 57 Mrd. $ im Vorjahr. Über 8.000 Menschen kamen bei den Naturkatastrophen ums Leben. Darüber hinaus machte die Covid-19-Pandemie vielen Versicherern einen Strich durch die Rechnung. Damit dürfte gerade in Krisenzeiten die Nachfrage nach Versicherungsleistungen zunehmen.

Nach einer aktuellen Marktstudie von Munich Re zeigt sich, dass vor allem in den aufstrebenden Ökonomien Asiens nur ein geringer Teil der Schäden abgesichert ist. Die teuerste Naturkatastrophe des Jahres war ein schweres Hochwasser in China während des Sommermonsuns. Die hierdurch verursachten Schäden in Höhe von rund 17 Mrd. $ waren nur zu 2% versichert.

Freundliche Aktionärspolitik

Trotz Herausforderungen und großen Kostensenkungs- und Strukturierungsmaßnahmen möchte Generali eine freundliche Aktionärspolitik betreiben. So sollen 55 bis 65% vom erwirtschafteten Gewinn zukünftig ausgeschüttet werden, sofern keine Einschränkung seitens der Aufsichtsbehörde besteht, da seit Ausbruch der Corona-Krise strengere Ausschüttungsregeln für Banken- und Versicherungsunternehmen gelten. Außerdem soll auf der Hauptversammlung im April dieses Jahres entschieden werden, ob die zweite Hälfte der Dividenden von 2019 ausgezahlt werden soll.

Aufsichtsbehördliche Vorgaben auch mit Covid-19 erfüllt

Trotz der rückläufigen Zahlen insbesondere durch die erhöhten Schadensaufwendungen durch Naturkatastrophen und Corona konnten die aufsichtsbehördlichen Vorgaben des Solvency-II-Ratios und Combined-Ratios erfüllt werden. Bâloise Holding und Generali erwarten auch für 2020 gute Kennzahlen, die bei weitem die Anforderungen erfüllen.

Zwar erreichte Zurich Insurance eine Combined Ratio von lediglich 98,4% und unterschritt den kritischen Schwellenwert von 100%, allerdings rechnet man mit sinkenden Schadensaufwendungen nach dem Lockdown. Insbesondere Schadenszahlungen aufgrund von Ausfällen von Großveranstaltungen werden sich reduzieren.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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