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2011: Fonds-Manager haben kein Interesse an Jahresendrally

Inhaltsverzeichnis

Manager von Fonds und Hedgefonds leben von der guten Rendite Fonds.

Die Performance wird dabei oft zum Quartalsende, auf jeden Fall aber zum Jahresende gemessen.

Also wünschen sich diese Fonds kurz vor dem Stichtag steigende Kurse. Deshalb treten Sie oft vor dem Stichtag als Käufer von Aktien auf.

Das ist das sogenannte Window Dressing. Nicht selten wird durch diese Käufe eine kurze Rally beziehungsweise eine Jahresendrally ausgelöst.

Ende 2011 kein Window Dressing

Zum bevorstehenden Jahresende fällt die Jahresendrally aber aller Wahrscheinlichkeit nach aus. Fonds-Manager haben kein Interesse daran. Ihre Überlegungen sind nachvollziehbar:

Wenn sie ihren Anlegern dieses Jahr die (meist) schlechte Performance erklären müssen, werden Sie die Schlagworte des Jahres nehmen. Ihre Argumente werden sein:

  • Gegen die Macht der US-Rating-Agenturen, die alles herabstufen, kommen wir nicht an.
  • Fundamental bestens aufgestellte Aktien werden abgestraft.
  • Die Euro-Krise und Schuldenproblematik haben uns die Performance vermasselt.
  • Die Bankenkrise sorgt für abstürzende Kurse der Finanztitel.

Diese Argumente versteht jeder Anleger und wird milde mit den Fonds sein.

DAX: 20% plus in 7 Handelstage sind kaum zu schaffen

Außerdem hat der DAX mittlerweile schon soviel verloren, dass eine positive Jahresperformance sowieso schon kaum zu schaffen ist: Stand am 31.12.2010: 6.914 Punkte. Aktuelle Notierung um 5.800 Punkte. Für ein Jahresplus müsste der DAX entsprechend noch rund 20% zulegen. Zuviel für die verbleibenden 7 Handelstage.

Also haben die Fonds-Manager wegen Aussichtslosigkeit kein Interesse an Windows Dressing. Ob der DAX mit 5.700 oder 5.900 Punkten aus dem Jahr geht, ist eher nebensächlich.

Je tiefer der Start ins neue Jahr, desto leichter die Performance

Ein guter Bericht eines Fonds-Managers wird also nach vorne gerichtet sein. Er wird auf die Chancen in 2012 verweisen. Und wenn der DAX das zu Ende gehende Jahr zwischen 5.600 und 6.000 Punkten beschließt, lässt sich darauf bestens aufbauen.

Mehr noch: Je tiefer der DAX ins neue Jahr startet, desto höher ist dann die Performance, wenn er z.B. auf 7.000 Punkte steigt.

Idealerweise lassen sich im Januar 2012 die „endgültig“ überwunden 6.000 DAX-Punkte abfeiern und Ende des ersten Quartals 2012 kratzt der DAX an 7.000 Punkten.

„2011 abhaken, vergessen, nach vorne schauen“, so in etwa können die Überlegungen der institutionellen Marktteilnehmer sein. Deshalb rechne ich nicht mehr mit einer Jahresendrally. Daran ändert auch die gestrige kleine Kursrally nicht viel.

Optionen-Profi: Auch 2011 mit Gewinn

Im Gegensatz dazu steht der Optionen-Profi. So wie die derzeitige Performance aussieht, steht uns seit dem Start im Jahr 2006 das sechste Jahr in Folge mit Gewinn bevor. Dazu mehr am Freitag dieser Woche.

Zum guten Schluss: Am 21.12.1958, also heute vor 52 Jahren, verstarb der deutsche Schriftsteller Lion Feuchtwanger. Von ihm werden die Worte überliefert:

„Grübeleien darüber, was man hätte tun und was man hätte lassen sollen, sie führen zu nichts.“

Grübeleien von Börsianern nutzen gern die Worte: „Hätte, wenn“ und „aber.“ Für diese Worte gilt, was Feuchtwanger schrieb, sie führen zu nichts. Es sind die „verbotenen Worte der Börse“.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet