Hedge-Fonds-ETFs: Finger weg davon

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Hedge-Fonds-ETFs sind ihr Geld nicht wert. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)

Hedge-Fonds finden sich häufig in den Portfolios der Ultrareichen wieder.

Doch seit einigen Jahren kann man auch mit kleinem Geld in Hedge-Fonds investieren.

Inzwischen existieren mehrere ETFs, mit denen sich Privatanleger breit diversifiziert Hedge-Fonds ins Depot kaufen können.

Doch halten diese Produkte für die breite Anlegerschaft, was die Emittenten versprechen? Oder sollten Sie um Hedge-Fonds-ETFs lieber einen weiten Bogen machen?

Der durchschnittliche Hedge-Fonds erbringt keinen Mehrwert

Hedge-Fonds standen in dem Ruf, unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung positive Renditen zu erwirtschaften.

Das Krisenjahr 2008 brachte die große Ernüchterung, als viele Investoren teilweise mehr Geld mit Hedge-Fonds verloren haben als am Aktienmarkt.

Die Entwicklung eines Hedge-Fonds-Index, der insgesamt 8.000 dieser Produkte beinhaltet, zeigt zwar inzwischen wieder eine Erholung an.

Doch mit einer Rendite von durchschnittlich 3,3% pro Jahr seit dem Aktienmarkt-Top in 2007 konnten Hedge-Fonds keinen Mehrwert zum breiten amerikanischen Aktienmarkt erbringen, der im gleichen Zeitraum um jährlich 3,4% zulegen konnte.

Die besten Hedge-Fonds sind nicht mehr für neue Investoren zugänglich

Noch ernüchternder fällt das Ergebnis bei den Dach-Hedge-Fonds aus, die dem Durchschnitt noch weiter hinterherhinken.

Dach-Hedge-Fonds sind Produkte, die breit gestreut in unterschiedliche Hedge-Fonds investieren. Hierzu zählen auch die für Privatanleger leicht erhältlichen Hedge-Fonds-ETFs.

Warum schneiden gerade diese Produkte vergleichsweise so schlecht ab?

Die wenigen langfristig sehr erfolgreichen Hedge-Fonds nehmen teilweise gar kein Geld mehr von neuen Investoren an.

Die Fondsmanager dieser erfolgreichen Strategien sind sich bewusst, dass jede noch so gute Strategie irgendwann an Kapazitätsgrenzen stößt.

Wenn diese Hedge-Fonds zu groß werden, machen sie sich aufgrund der Transaktionsgrößen selbst die Preise an der Börse kaputt.

Klar: Wenn ein Hedge-Fonds 50% an einem Unternehmen besitzt, bewegen Sie mit jeder Kauf- oder Verkauf-Order den Kurs für diese Aktie.

Daher sind die meisten erfolgreichen Hedge-Fonds nicht mehr für neues Investoren-Geld geöffnet. Und für die, die es noch sind, muss man als Anleger häufig mehr als $ 1 Mio. mitbringen, um investieren zu dürfen.

Für Privatanleger bleiben die schlechten Hedge-Fonds-ETFs übrig

Wenn Sie als Privatanleger ein paar 100 oder 1.000 € in einen Hedge-Fonds investieren wollen, stehen hierfür leider nur die durchschnittlichen Produkte zur Verfügung.

Das gleiche Problem besteht auch bei Hedge-Fonds-ETFs. Auch sie investieren Mittelzuflüsse nicht in die Crème de la Crème der Hedge-Fonds-Branche, sondern in die Hedge-Fonds, die eben übrig sind.

Fazit

Als Ihr Ratgeber für ETFs sehe ich es als meine Aufgabe an, Ihnen nicht nur gute Produkte vorzustellen und Ihnen Hintergrund-Informationen zu den Märkten zu liefern.

Ich möchte Sie darüber hinaus auch vor schlechten Produkten warnen. Hedge-Fonds-ETFs fallen leider in diese Kategorie.

Deshalb: Finger weg von Hedge-Fonds-ETFs!

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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