Geschlossene Fonds: Ein Vergleich ist schwierig

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Privatanleger die an dieser Investitionsform interessiert sind, erfahren hier was beim Vergleich von geschlossenen Fonds wichtig ist. (Foto: create jobs 51 / Shutterstock.com)

Geschlossene Fonds sind kein standardisiertes Investmentprodukt.

Der Vergleich von geschlossenen Fonds ist deshalb oft schwierig.

Privatanleger die an dieser Investitionsform interessiert sind, erfahren hier was beim Vergleich von geschlossenen Fonds wichtig ist.

Eine Einführung in geschlossene Fonds

Vor der Auflegung eines geschlossenen Fonds werden die Laufzeit, das Investitionsziel und der gewünschte Kapitalgewinn festgelegt.

Sobald das gewünschte Startkapital erreicht ist wird der Fond geschlossen.

Im Vergleich zu offenen Fonds können geschlossene Fonds nicht an öffentlichen Börsen gehandelt werden.

Für Privatanleger heißt das: Das investierte Kapital kann für die gesamte Laufzeit des geschlossenen Fonds nicht – oder nur wenn hohe Abschläge in Kauf genommen werden – aus dem Fond entnommen werden.

Das investierte Kapital wird erst dann wieder an die Anleger ausgeschüttet, wenn der Fond aufgelöst wird.

Das Risiko einer Investition in geschlossene Fonds ist daher vergleichbar mit einer Teilhabe am Unternehmensrisiko bzw. dem Projektrisiko, das mit dem Zweck des Fonds verbunden ist.

Geschlossene Fonds werden besonders bei  der Finanzierung von Großprojekten eingesetzt.

Geschlossene Fonds: Vergleich nur branchenintern möglich

Sowohl im Immobiliensektor, als auch bei der Investition in Sachwerte oder bei neuen Medienprojekten können geschlossene Fonds zur Finanzierung genutzt werden.

Für Anleger ist aber wichtig zu wissen: Ein sinnvoller Vergleich zwischen geschlossenen Fonds kann nur für Fonds derselben Branche erfolgen.

Als ersten Schritt sollten Anleger sich deshalb darüber klar werden in welche Branche investiert werden soll.

Hier ist es wichtig nicht in Branchen oder Projekte zu investieren die man nicht durchschaut. Bei einem komplexen Investmentinstrument – wie dem geschlossenen Fond – muss zumindest eine Grundkenntnis der Branche und des Projekts gegeben sein.

Wer sich von hohen Renditen in Investments locken lässt, die für einen selbst undurchsichtig sind, riskiert erhebliche Verluste.

Laufzeit ist entscheidend

Sobald Anleger sich für eine Branche entschieden haben sollte besonders die Laufzeit der verschiedenen Fonds analysiert werden.

Bedenken Sie: Geschlossene Fonds sind im Vergleich zu anderen Anlageformen meist hochspekulativ!

Eine lange Kapitalbindung erhöht in der Regel das Risiko eines Investments um ein Vielfaches.

Hier sollten Anleger Inflationsrisiken und die konjunkturellen Entwicklungen mit einbeziehen. Ein vorzeitiger Ausstieg oder der Handel des Fonds über Zweitmärkte ist meist nicht möglich – oder verursacht erhebliche Verluste.

Eigenkapitalanteil beachten

Um die Risiken eines geschlossenen Fonds besser einschätzen zu können sollte der Eigenkapitalanteil des unterliegenden Projekts untersucht werden.

Umso höher der Fremdkapitalanteil an einem Projekt – umso höher ist das Risiko für die Anleger.

Fondsanbieter argumentieren zwar oft damit, dass ein hoher Fremdkapitalanteil für ein hohes Vertrauen ins Projekt von Seiten der Investoren steht, aber in der Realität ist es meist umgekehrt.

Stellen Sie sich folgende Frage: Warum sollte ein Privatanleger in einen geschlossenen Fond investieren, in den der Fondsanbieter nicht bereit ist selbst Eigenkapital zuzuschießen?

Fazit zu geschlossenen Fonds

Nur erfahrene Anleger mit Branchenkenntnis sollten in geschlossene Fonds investieren.

Für unerfahrene oder risikoscheue Anleger mit konservativer Anlagestrategie sind geschlossene Fonds aufgrund der verbundenen Risiken nicht geeignet.

Doch auch hier ist Diversifizierung und Risikostreuung sowie ein Vergleich der verschiedenen Angebote der Schlüssel zum Erfolg.

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Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.

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