Energieeinsparverordnung (EnEV): Diese Änderungen gelten seit 2009

Immobilie Renovierung – 4th Life Photography ado

Mit der neuen EnEV 2009 wurde das Anspruchsniveau an Neu- und Bestandsbauten noch verschärft. Die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und […] (Foto: 4th Life Photography / Adobe Stock)

Mit der neuen EnEV 2009 wurde das Anspruchsniveau an Neu- und Bestandsbauten noch verschärft.

Die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und die Wärmedämmung energetisch relevanter Außenteile wurden erhöht.

Bei Neubauten und Sanierungen gelten nun strengere Grenzwerte für den Energieverbrauch.

Die normale und übliche Raumtemperatur wird zudem in der EnEV nur noch mit 19 °C statt den früher üblichen 20 °C angesetzt.

Die wesentlichen Änderungen der EnEV 2009 sind:

  • Verschärfung der Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz um durchschnittlich 30%: Dies bezieht sich auf Gebäude sowie Außenbauteile, die wesentlichen Änderungen unterzogen werden. Bei Veränderungen an bestehenden Gebäuden hat der ausführende Unternehmer dem Eigentümer eine Unternehmererklärung über die Einhaltung der EnEV-Vorschriften auszuhändigen.

Maßstab ist Referenzgebäude

  • Einführung eines Referenzgebäudeverfahrens für Wohngebäude: Der maximal zulässige Primärenergiebedarf wird für Gebäude anhand eines Referenzgebäudes individuell ermittelt.
  • Regelungen zur stufenweisen Außerbetriebnahme von Nachtstromspeicherheizungen: Die anlagentechnischen Mindestanforderungen gelten nunmehr auch für alle Wärmeerzeugungssysteme.

U-Wert gilt jetzt für einzelne Bauteile

  • Nachweis pro Einzelbauteil statt für gesamte Hülle: Die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden werden nicht mehr nur über einen durchschnittlich einzuhaltenden U-Wert (Wärme-
  • dämmwert) über die gesamte Gebäudehülle nachgewiesen, sondern über einen Einzelbauteilnachweis. Ein geändertes Bauteil darf den festgelegten U-Wert (siehe Seite 6) nicht überschreiten. Das Anforderungsniveau dieser Werte wurde je nach Bauteil um durchschnittlich 30–45% verschärft.

Bagatellgrenze nur noch 10% der Gesamtfläche

Die Bagatellgrenze wurde gesenkt: Mussten nach der EnEV bisher keine Auflagen erfüllt werden, wenn weniger als 20% einer Bauteilfläche umgestaltet wurden, liegt die Grenze zukünftig bei 10% der Gesamtfläche eines Bauteils.

Bauliche Veränderungen: Bedarfsorientierter Energieausweis jetzt Pflicht

Lassen Sie an einem bestehenden Gebäude wesentliche Änderungen vornehmen und soll zusätzlich der gesamte Energiebedarf des Gebäudes berechnet werden, muss ein bedarfsorientierter Energieausweis ausgestellt werden. Wesentliche Veränderungen sind hierbei Änderungen an

  • Außenwänden,
  • Fenstern,
  • Außentüren,
  • Decken, Dächern und Dachschrägen,
  • Wänden und Decken, die an unbeheizte Räume oder an das Erdreich grenzen und
  • sogenannten Vorhangfassaden zum Schutz vor Witterungseinflüssen.

Lassen Sie die Nutzfläche von beheizten oder gekühlten Räumen um mehr als 50% erweitern und wird anschließend eine Berechnung des gesamten Energiebedarfs des Gebäudes durchgeführt, muss ebenfalls ein bedarfsorientierter Energieausweis beantragt werden.

Wann Sie einen Energieausweis vorlegen müssen

Als Eigentümer einer Immobilie müssen Sie einem Kauf- oder Mietinteressenten einen Energieausweis gemäß § 16 Abs. 2 EnEV vorlegen. Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Für Neubauten ist der bedarfsorientierte Energieausweis bereits Pflicht und muss bei Neuvermietung oder Verkauf bereits seit dem 01.10.2007 vorgelegt werden.
  • Bei bestehenden älteren Gebäuden, die vor 1965 fertiggestellt wurden, musste bei Neuvermietung oder Verkauf ab 01.07.2008 ein Energieausweis vorgelegt werden.
  • Bei allen anderen später errichteten Wohngebäuden musste im Falle einer Vermietung oder eines Verkaufs ein Energieausweis seit dem 01.01.2009 vorgelegt werden.
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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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