Büro- und Einzelhandelsimmobilien erholen sich

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Die Immobiliensegmente Büro und Einzelhandel erholen sich gut, auch wenn Vorkrisenniveau so schnell nicht wieder erreicht wird. (Foto: hanohiki/Shutterstock)

Wie geht es weiter mit Büro- und Einzelhandelsimmobilien angesichts der zunehmenden Insolvenzen sowie des Trends zum Online-Handel und Arbeiten im Homeoffice?

Ein Blick auf die Geschäftslage unserer Unternehmen zeigt, dass sich die Immobiliensegmente Büro und Einzelhandel insgesamt gut erholen. Das Vorkrisenniveau wird aber so schnell nicht wieder erreicht werden. Betreiber von Shopping-Centern in begehrten Lagen wie die Deutsche EuroShop verzeichneten nach Beendigung von Corona-Beschränkungen eine rasche Erholung der Kundenfrequenz sowie der Umsätze der Einzelhändler. Allerdings reichten diese noch nicht an das Vorkrisenniveau heran. Zudem registrieren die Betreiber steigende Leerstände. Vor diesem Hintergrund wird das Vorkrisenniveau noch eine Weile auf sich warten lassen. Wenngleich der Corona-Effekt die Zahlen noch belastet und dem Online-Handel zu höheren Marktanteilen verholfen hat, sehen wir Shopping-Center in 1A-Lagen aber grundsätzlich solide aufgestellt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Büroimmobilien.

HAMBORNER REIT konnte seit Jahresbeginn ungeachtet der insgesamt weiterhin reduzierten Flächenumsätze zahlreiche Vermietungserfolge erzielen und dabei den Mietvertrag mit einem ihrer größten Büromieter im Kölner Objekt O3 frühzeitig verlängern. Hinsichtlich der im Jahr 2021 zur Nachvermietung anstehenden Mietverträge wurden bereits für rund 78% des auslaufenden Mietvolumens Anschlussmietverträge abgeschlossen. HAMBORNER ist zwar auch im Einzelhandel engagiert, allerdings mehr im vergleichsweise stabilen Lebensmitteleinzelhandel, der von der Krise kaum betroffen ist.

Zugleich gab HAMBORNER zu bedenken, dass viele Mieter ihre Mietzahlungen aufgrund der Schließungsmaßnahmen eingeschränkt oder ausgesetzt hatten. Bezogen auf das Gesamtportfolio lag die Mieteingangsquote im April immerhin bei 95,8%. In Abhängigkeit von Dauer und Umfang der Restriktionen geht das Unternehmen davon aus, dass eine Reihe von Mietern ihren Zahlungsverpflichtungen weiterhin nicht oder nur teilweise nachkommt.

Wie sich der Büromarkt im Hinblick auf den Trend zum Arbeiten im Homeoffice entwickelt, bleibt abzuwarten. Wir gehen davon aus, dass es sich bei der Verschiebung von Arbeit in die eigenen vier Wände um einen langfristigen Prozess handelt und sehen den Büromarkt derzeit nicht als bedroht an. Allerdings fehlt es hier ebenso wie bei Einzelhandelsimmobilien an Wachstumsfantasie, was noch eine Weile auf den Aktienkursen lasten dürfte.

Angst vor Enteignung steigt

Nach der politischen Unsicherheit des Mietendeckels folgt die Initiative: Deutsche Wohnen & Co enteignen. Die Initiative ist das Ergebnis von jahrelang steigenden Mieten und hat mittlerweile genug Unterschriften gesammelt, um einen Berliner Volksentscheid zu erwirken. Die Kritik richtet sich hauptsächlich an Unternehmen wie Vonovia und Deutsche Wohnen. Die Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia ist zwar gescheitert. Die Enteignung betrifft aber jeden Immobilienbesitzer über 3.000 Wohneinheiten.

Die Effektivität der Enteignungen ist jedoch fragwürdig. Von dem Entscheid wären insgesamt über 226.000 Wohnungen betroffen, die finanziell entschädigt werden müssten, ohne dass neue Wohnungen gebaut würden.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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