Immobilien an der Börse – so sehen wir das

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Der Einzelhandel leidet, so die landläufige Meinung. Doch stimmt das wirklich? Wir haben den Markt und eine Aktie für Sie analysiert. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Immobilien laufen wie geschmiert. Preissteigerungen um 10% sind keine Seltenheit – innerhalb nur eines Jahres. Doch wie aussichtsreich sind Immobilien-Aktien? Schließlich bekommen die großen Gesellschaften ziemlich Gegenwind, wenn es um steigende Mieten oder auch Luxussanierungen geht. Wir haben für Sie eine Aktie genauer unter die Lupe genommen, die einige Eigenheiten hat.

Vor unserer Analyse gehen wir ins Detail und beschreiben, was Unibail-Rodamco-Westfield Anlegern bieten kann. Unibail-Rodamco-Westfield (URW) ist aus der Fusion von Unibail mit Rodamco Europe im Juni 2007 und der Übernahme von Westfield im Juni 2018 entstanden. Der weltweit führende, börsengelistete Betreiber von Einzelhandelsimmobilien verwaltet hauptsächlich Einkaufszentren mit einem Immobiliengesamtwert von 41 Mrd Euro. Ob Einzelhandels-Immobilien in Zeiten der Pandemie eine Perspektive haben, erklären wir Ihnen in den folgenden Zeilen.

So hat die Krise im Einzelhandel eingeschlagen

URW ist durch seinen Fokus auf Einkaufszentren ein Verlierer der Corona-Krise. Im 1. Halbjahr fiel der Umsatz um 22,5% auf 834 Mio €. Unterm Strich blieb ein Verlust von 3,04 € je Aktie. Durchschnittlich waren die Einkaufszentren für 68 Tage geschlossen. Die ersten Einkaufszentren wurden im April wieder geöffnet und erreichten 76% der Auslastung von 2019. In den USA war die Auslastung bereits wieder bei 100%.

Finanziell war URW mit 2,7 Mrd € an liquiden Mitteln abgesichert. Damit ist der mittelfristige Refinanzierungsbedarf abgedeckt. Aufgrund der Unsicherheiten durch die Corona- Krise und deren Auswirkungen auf die Ergebnisse, hat URW beschlossen, die Dividende für die Geschäftsjahre 2020, 2021 und 2022 zu streichen. Damit will das Unternehmen seine frisch aufgenommene Schuldenlast reduzieren. Ab 2023 möchte URW zu einer Dividendenzahlung in einer hohen, aber nachhaltigen Höhe zurückkehren.

Wie wir die Aktie einschätzen

Die Auslastung innerhalb der Einkaufszentren hat noch Aufholpotenzial. Juweliere sind am Niveau von 2019 schon vorbeigezogen. Die Bereiche Nahrung, Sport, Heimbedarf und Gesundheit & Beauty befanden sich nur noch knapp hinter 2019. Die Bereiche Entertainment und Dienstleistungen hinken noch etwa 40% hinterher. Die hohen liquiden Mittel und die Aussetzung der Dividende zeugen von guten Managemententscheidungen. Die Tilgung der Schuldenlast ist sowohl für das Unternehmen als auch für die Aktionäre langfristig die beste Entscheidung. Die Aktie ist wenig interessant. Auch eine Dividende gibt es nicht. Lassen Sie von diesem Wert die Finger weg!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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