Baufinanzierung: Wissenswertes zu den Kosten für das Eigenheim

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Ein eigenes Haus ist naturgemäß auch mit hohen Kosten verbunden, egal ob als Investment oder Eigenheim. Doch was ist bei Baufinanzierungen zu beachten? (Foto: REDPIXEL.PL / shutterstock.com)

Die eigenen vier Wände sind ein Traum, den sich viele Menschen früher oder später in ihrem Leben erfüllen möchten. Ein eigenes Haus ist aber naturgemäß auch mit hohen Kosten verbunden. Ganz gleich, ob eine bereits vorhandene Immobilie erworben oder direkt neu gebaut werden soll: Ohne die passenden finanziellen Mittel fällt der Traum schnell ins Wasser. Immobilienfinanzierungen werden daher von vielen Unternehmen angeboten. Die Konditionen und Leistungen variieren dabei teils deutlich.

Baufinanzierung oder Immobilienfinanzierung – was ist der Unterschied?

Wenn ein Kredit zur Bau oder dem Erwerb einer Immobilie aufgenommen werden soll, fallen oftmals die Begriffe Baufinanzierung beziehungsweise Immobilienfinanzierung. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um dieselben Angebote: Zwar wird eine Immobilienfinanzierung meist eher mit dem Kauf eines bereits existenten Hauses in Verbindung gebracht, während eine Baufinanzierung dann verwendet wird, wenn eine Immobilie neu gebaut werden soll. Rein rechtlich gesehen macht es aber keinen Unterschied, ob die Rede von einer Bau- oder Immobilienfinanzierung ist: Die Leistungen hängen letztendlich nicht von der Begrifflichkeit, sondern von den individuell festgelegten Konditionen und den jeweiligen Umständen ab.

Für welche Immobilien eignet sich eine Baufinanzierung?

Auch wenn Immobilienfinanzierungen bereits dem Namen nach an den Kauf beziehungsweise Bau von Häusern und Wohnungen gebunden sind, gelten bestimmte Einschränkungen, wofür genau der Kredit verwendet werden kann. So ist es zwar möglich, Grundstücke zu erwerben oder Modernisierungsmaßnehmen zu finanzieren. Der Kauf eines Autos, der Bau eines Carports oder die Gestaltung von Außenbereichen wie dem Garten ist durch die Baufinanzierung dagegen nicht abgedeckt. Die genauen Verwendungszwecke können im Finanzierungsvertrag festgehalten beziehungsweise ausgeschlossen werden.

Es ist selbstverständlich auch möglich, sich in diesem Zusammenhang persönlich beraten zu lassen und gegebenenfalls individuelle Konditionen und Geltungsbereiche festzulegen. Wer sich nicht selbst um alle Belange bezüglich der Baufinanzierung kümmern möchte, kann zudem einen professionellen Baufinanzierungsberater engagieren, der alle relevanten Aufgaben übernimmt.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Immobilienfinanzierung?

Pauschale Aussagen zu den exakten Voraussetzungen für eine Baufinanzierung lassen sich nur schwer treffen, denn die persönlichen Lebens- und Finanzumstände spielen dabei ebenso eine Rolle wie die gewünschte Immobilie und die damit verbundenen Kosten. Grundsätzlich müssen Antragsteller mindestens 18 Jahre alt sein, über ein geregeltes Einkommen verfügen und voll geschäftsfähig sein.

Auch ein fester Wohnsitz in der Bundesrepublik sowie ein Bankkonto bei einem deutschen Geldinstitut sind erforderliche Grundvoraussetzungen, um einen Antrag für eine Baufinanzierung zu stellen und eine Chance auf eine Bewilligung zu haben. Welche Bedingungen das ausgewählte Geldinstitut genau an eine Immobilienfinanzierung knüpft, können Interessenten direkt dort erfragen.

Können Selbstständige eine Baufinanzierung erhalten?

Natürlich ist es auch für Freiberufler und Selbstständige möglich, eine Immobilie über einen entsprechenden Finanzierungsplan zu erwerben oder bauen zu lassen. Allerdings gelten hier andere Konditionen, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass Selbstständige nicht über ein geregeltes Einkommen, wie es bei Angestellten der Fall ist.

Aus diesem Grund sehen sich selbstständige Antragsteller einem höheren Antragsaufwand gegenüber und müssen unter Umständen auch mit höheren Kosten rechnen. Auch hier kann eine persönliche Beratung sinnvoll sein, um bereits vor der Antragstellung Klarheit zu erhalten. Die Chancen auf eine Bewilligung der Immobilienfinanzierung steigen besonders bei Selbstständigen, wenn ein hohes Eigenkapital vorhanden ist. Oftmals ist es erforderlich, Details zu genauen beruflichen Tätigkeit, deren Dauer sowie bezüglich des Einkommens, der Auftragslage und weiterer relevanter Fakten offen zu legen.

Wie sieht es mit dem Eigenkapital für die Baufinanzierung aus?

Früher galt die Faustregel „25 Prozent Eigenkapital“, wenn es um eine Immobilienfinanzierung ging. Heute ist dies nicht mehr zwingend erforderlich: Es ist durchaus auch möglich, gänzlich ohne eigenes Kapital eine Baufinanzierung zu erhalten. Allerdings ist es natürlich nach wie vor vorteilhaft, Eigenkapital mitzubringen, da dieses die Gesamtkosten für eine Immobilienfinanzierung entscheidend senken kann.

Eigenkapital kann etwa in Form von Geld, aber auch von Aktien und anderen Wertpapieren sowie bereits vorhandenen Immobilien eingebracht werden. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich diesbezüglich von einem kompetenten Finanzberater über die individuellen Möglichkeiten informieren zu lassen. Darüber hinaus kann es beispielsweise von Vorteil sein, einen Bausparvertrag abzuschließen, um parallel zur Immobilienfinanzierung Kapital zu bilden, das zu einem späteren Zeitpunkt wieder für das Eigenheim verwendet werden kann.

Baufinanzierung mit negativer Schufa: Ist dies überhaupt möglich?

Möchten Selbstständige bauen oder ein Haus kaufen und dafür eine entsprechende Finanzierung in Anspruch nehmen, ist es erforderlich, dass sie eine tadellose Schufa vorweisen können und somit uneingeschränkt kreditwürdig sind. Angestellte können trotz eines negativen Schufa-Eintrags eine Baufinanzierung nutzen; allerdings ist der Weg auch hier deutlich steiniger als bei einer positiven Schufa.

Höhere Zinsen sind nur eine der Konsequenzen, und auch ohne ein geregeltes hohes Einkommen sowie ein ausreichendes Eigenkapital geht es in diesem Fall nicht. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, mit der Baufinanzierung zu warten, bis der negative Schufa-Eitrag der Vergangenheit angehört.

Eine Baufinanzierung beantragen: So läuft die Antragstellung ab

Wer für den Bau oder Erwerb einer Immobilie eine Finanzierung beantragen möchte, tut dies bei einem Kreditinstitut seiner Wahl. Ein entsprechender Antrag wird schriftlich gestellt und anschließend durch den zuständigen Mitarbeiter der Bank geprüft. Der Antragsteller muss sowohl persönliche Angaben als auch Informationen zur individuellen Finanzlage bereitstellen und selbstverständlich auch die jeweiligen Objektunterlagen überreichen.

Aufgrund der vorhandenen Informationen wird der Antrag auf eine Finanzierung mithilfe der Bank entweder abgelehnt oder bewilligt. Im Falle einer Bewilligung entwickelt der Bankangestellte gemeinsam mit dem zukünftigen Bauherren einen geeigneten Finanzierungsplan und legt die genauen Bedingungen fest.

Gibt es Förderprogramme für den Bau oder Kauf von Immobilien?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, für den Bau beziehungsweise Kauf eines Eigenheims eine zusätzliche Förderung zu bekommen. Dazu gehören staatliche Förderungsprogramme wie etwa Wohn-Riester ebenso wie Angebote der jeweiligen Länder und Kommunen. Die Förderprogramme haben dabei jeweils unterschiedliche Schwerpunkte und können etwa für den Erwerb oder Bau einer Immobilie oder auch für die Verbesserung des Wohnkomforts oder der Energieeffizienz eingesetzt werden.

Über die zur Verfügung stehenden Förderungen und die damit verbundenen Konditionen informieren der Bund beziehungsweise die Länder. Grundsätzlich kann jede Privatperson einen Antrag auf Förderung der Baufinanzierung stellen. Ob diese bewilligt wird, wird aber von Fall zu Fall individuell entschieden.

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MM Autor – Rido Ado
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.

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