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Nach Osten schauen

Inhaltsverzeichnis

Kapitalströme wandern. Das ist eine Binsenweisheit. Aber haben Sie in Sachen Immobilienvertrieb und –vermittlung auch chinesische Investoren auf dem Schirm? Das sollten Sie vielleicht einmal überdenken. Das zeigt eine Analyse aus einem großen weltweit operierenden Maklerhaus.

Welches sind die Standard-Adressen, an die Sie in Sachen Immobilienvertrieb und Investition denken? In den deutschen Immobilienmarkt fließen Investitionen aus

  • Österreich
  • Schweiz
  • Israel
  • Russland
  • USA und
  • Norwegen.

In den Wohnimmobilienmarkt der Großstädte fließt auch der eine oder andere Euro aus Italien und Griechenland, wenn dort Eigentumswohnungen an Kapitalanleger aus dem Ausland verkauft werden.

Und nun China

Immer wieder wird auch über chinesische Investoren berichtet. In der immobilienwirtschaftlichen Nachrichtenwelt haben jedoch die Einzelinvestitionen aus China noch keinen großen Rang. Glauben wir einem Bericht des Maklerhauses Savills, dann wird sich das deutlich ändern.

In einem aktuellen Bericht des Hauses Savills heißt es:

„In den vergangenen drei Jahren investierten chinesische Unternehmen in signifikantem Umfang in ausländische Immobilien. So stieg das entsprechende Investitionsvolumen von US$ 900 Mio. in 2010 auf US$ 5,6 Mrd. in 2012. (…)

Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend noch über viele Jahre hinweg anhält, da sich China mehr und mehr in den Rest der Welt integriert und neue Kapitalquellen in den ausländischen Märkten an Dynamik gewinnen. Die Transaktionsvolumina könnten über das kommende Jahrzehnt konservativ bewertet um 20% p.a. steigen.“

Bislang galt China als Land, in das mehr investiert wurde als chinesische Investoren im Ausland investiert haben.

Wie kam es zur Trendwende?

„Dieser Prozess begann damit, dass einige Privatinvestoren Investitionen tätigten und eigengenutzte Wohnimmobilien erwarben. Entwickler sicherten sich im Gegenzug Spitzen-Entwicklungsgrundstücke, während Versicherer und Staatsfonds Spitzenassets und strategische Immobilienportfolios kaufen.“

Neue Märkte erschließen – Chance für Verkäufer

„Chinesische Investoren sind auch in anderen Märkten aktiv, in denen der Anteil bislang zwar relativ gering ist, aber schnell wächst“, wird James Macdonald, Leiter der Abteilung Marktbeobachtung bei Savills China, zitiert.

Diversifikation

Höhere Risiken im eigenen Land versuchen die chinesischen Immobilienunternehmen und Projektentwickler mit einer Diversifikation der Immobilien-Portfolios zu begegnen.

Was wird beobachtet?

  • Versicherungen konzentrieren sich auf ertragsstarke Gewerbeprojekte
  • Staatsfonds investieren in Logistikportfolios (vor allem in Ländern, mit denen ausgeprägte Handelspartnerschaften bestehen)
  • Interesse an sicheren Immobilienmärkten im Westen mit hohen Renditen und stabilen Preisen
  • Versicherungsgesellschaften, Staatsfonds und Projektentwickler sind die wichtigsten Investorengruppen

Weitere Entwicklung beobachten

Zwei möglichen Investoren ist bislang die Investition im Ausland untersagt: die staatliche chinesische Pensionskasse und der nationale Sozialversicherungsfonds.

In den kommenden Jahren könnte eine Liberalisierung erfolgen. Das würde weitere immense Mittel für den Ankauf von Immobilien im Ausland frei setzen.

Auch für den deutschen Immobilienmarkt können diese Adressen frisches Kapital am Immobilienmarkt bedeuten. Sie sollten dies im Auge behalten. Vielleicht hat dies auch Auswirkungen auf Ihr direktes Marktumfeld.

P.S.: In der nächsten Woche werden wir uns in einer kleinen 3-teiligen Beitragsreihe mit dem sehr aktuellen und spannenden Thema „Kappungsgrenze und Mietpreisüberhöhung (§ 5 WiStG)“ auseinander setzen.