Bauliche Veränderungen des Mieters: Nur unter Vorbehalt zustimmen

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Es kommt regelmäßig vor, dass Mieter während der Mietzeit innerhalb der Wohnung bauliche Veränderungen vornehmen oder Einrichtungen anbringen, um sich die Mieträume zweckmäßiger und bequemer zu gestalten. Bauliche Veränderungen braucht Ihr Mieter allerdings dann nicht zu beseitigen, wenn Sie als Vermieter dem Vorhaben von vornherein vorbehaltlos zugestimmt haben (Foto: Sensay/Shutterstock)

Es kommt regelmäßig vor, dass Mieter während der Mietzeit innerhalb der Wohnung bauliche Veränderungen vornehmen oder Einrichtungen anbringen, um sich die Mieträume zweckmäßiger und bequemer zu gestalten.

Bauliche Veränderungen braucht Ihr Mieter allerdings dann nicht zu beseitigen, wenn Sie als Vermieter dem Vorhaben von vornherein vorbehaltlos zugestimmt haben.

Erteilen Sie Ihre Zustimmung immer nur unter Vorbehalt

Bei Beendigung des Mietverhältnisses ist der Mieter dann verpflichtet, die von ihm vorgenommenen Veränderungen wieder zu beseitigen, wenn Sie als Vermieter dies verlangen.

Das gilt beispielsweise für Holzvertäfelungen, Fußbodenbeläge, abgehängte Decken, Duschkabinen, Rollläden oder Markisen.

Erteilen Sie Ihre Zustimmung zu beabsichtigten Einbauten des Mieters deshalb immer nur unter dem Vorbehalt, bei Beendigung des Mietverhältnisses deren Beseitigung verlangen zu können.

Ihr Mieter muss nur die Dinge beseitigen, die er auch selbst eingebaut hat.

Ist beispielsweise die Decke bereits vom Vormieter abgehängt worden oder haben Sie dem jetzt ausziehenden Mieter die Wohnung in diesem Zustand überlassen, ist er allerdings nicht zur Beseitigung verpflichtet.

Dies empfiehlt sich selbst dann, wenn die Einbauten auch in Ihrem Interesse liegen. Die rasanten technischen Veränderungen können dazu führen, dass Einbauten Ihres Mieters schon nach kurzer Zeit veraltet und unter Umständen sogar umwelt- oder gesundheitsschädlich sind.

Ausnahme: Ihr Mieter hat die Einbauten oder Einrichtungen ohne Ihr Wissen direkt vom Vormieter übernommen. In diesem Fall wird Ihr Mieter nicht anders behandelt, als wenn er die Einbauten selbst vorgenommen hätte.

Die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands können Sie allerdings dann nicht verlangen, wenn der Nachmieter an den Einrichtungen oder Einbauten interessiert ist.

Voraussetzung ist allerdings, dass sich der Nachmieter zugleich auch verpflichtet, die Einrichtungen oder Einbauten als eigene zu übernehmen und sie nach Beendigung seines Mietverhältnisses gegebenenfalls zu beseitigen.

Immer genau regeln: Wer trägt die Kosten?

Der Mieter hat aber nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, seine eigenen Einrichtungen und Einbauten beim Auszug mitzunehmen. Tritt der Fall ein, dass Sie als Vermieter daran interessiert sind, die Einrichtungen und Einbauten Ihres Mieters in der Wohnung zu erhalten, gilt Folgendes:

Das Recht des Mieters, die Einrichtungen und Gegenstände mitzunehmen, ist ausgeschlossen, wenn Sie ihm eine angemessene Entschädigung anbieten. Kalkulationsgrundlage ist jeweils der Zeitwert der betreffenden Gegenstände.

Regeln Sie stets, ob der Mieter die Kosten seiner baulichen Veränderungen allein trägt, oder ob Sie sich – und bejahendenfalls in welchem Umfang – an den Kosten beteiligen.

Sofern Sie einen Teil der Kosten übernehmen und daran interessiert sind, die Mietereinbauten bei Beendigung des Mietverhältnisses zu übernehmen, empfiehlt es sich, mit dem Mieter zugleich auch zu regeln, zu welchen Konditionen dies erfolgt.

Die Entschädigung muss nicht unbedingt in Geld geleistet werden. Es genügt, wenn Sie beispielsweise in Höhe der mit dem Mieter vereinbarten Entschädigungsleistung auf Schadenersatzansprüche verzichten.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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