Energieeinsparverordnung: Was seit 2009 gilt

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Mit der EnEV 2009 wurde das Anspruchsniveau an Neu- und Bestandsbauten verschärft. Die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und die Wärmedämmung […] (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Mit der EnEV 2009 wurde das Anspruchsniveau an Neu- und Bestandsbauten verschärft.

Die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und die Wärmedämmung energetisch relevanter Außenteile wurden erhöht.

Wesentliche Änderungen seit der EnEV 2009

Bei Neubauten und Sanierungen gelten nun strengere Grenzwerte für den Energieverbrauch. Die wesentlichen Änderungen der EnEV 2009 sind:

  • Verschärfung der Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Außenbauteilen im Fall wesentlicher Änderungen um durchschnittlich 30%. Bei Veränderungen an bestehenden Gebäuden hat der Unternehmer dem Eigentümer eine Unternehmererklärung über die Einhaltung der EnEV-Vorschriften auszuhändigen.
  • Einführung eines Referenzgebäudeverfahrens für Wohngebäude. Der maximal zulässige Primärenergiebedarf wird für das Gebäude anhand eines Referenzgebäudes individuell ermittelt.
  • Regelungen zur stufenweisen Außerbetriebnahme von Nachtspeicherheizungen. Die anlagentechnischen Mindestanforderungen gelten nunmehr auch für alle Wärmeerzeugungssysteme.

Die „U-Werte“ sind gestiegen

Die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden wird von nun an nicht mehr nur über einen durchschnittlich einzuhaltenden U-Wert (Wärmedämmwert) über die gesamte Gebäudehülle nachgewiesen, sondern über einen Einzelbauteilnachweis. Ein geändertes Bauteil darf den festgelegten U-Wert nicht überschreiten.

Das Anforderungsniveau dieser Werte wurde je nach Bauteil um durchschnittlich 30–45% verschärft. Die Bagatellgrenze wurde geändert. Mussten nach EnEV 2007 keine Anforderungen erfüllt werden, wenn weniger als 20% einer Bauteilfläche umgestaltet wurden, liegt die Grenze zukünftig bei 10% der Gesamtfläche eines Bauteils.

Zur Erinnerung: Die vorher geltenden Ausnahmen von der Austauschverpflichtung für Heizkessel von vor 1978, die für die meisten selbstnutzenden Ein- und Zweifamilienhausbesitzer galten, wurden aufgehoben. In allen anderen Gebäuden mussten bereits bis 01.01.2009 alle Heizkessel, die vor dem 01.01.1978 aufgestellt worden waren, ausgetauscht werden.

Umfangreiche Nachrüstverpflichtungen

  • Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren:Auch hier sollen in allen Ein- und Zweifamilienhäusern bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen bis 01.01.2012 mit einem Mindestwärmeschutz versehen werden.
  • Dämmung der obersten Geschossdecke: Bisher ungedämmte, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume sollen bis 01.01.2012 mit einem Mindestwärmeschutz versehen werden (U-Wert: 0,24 W(m²K)). Alternativ kann stattdessen das darüberliegende Dach gedämmt werden. Ab 2012 müssen übrigens auch begehbare Geschossdecken gedämmt werden.
  • Außerbetriebnahme von elektrischen Nachtspeicherheizungen: Elektrische Speicherheizsysteme – sogenannte Nachtspeicherheizungen – müssen nun in Wohngebäuden ab 6 Wohneinheiten und normal beheizten Nichtwohngebäuden bis spätestens 31.12.2019 außer Betrieb genommen werden, sofern diese in Wohngebäuden das einzige Heizsystem darstellen bzw. in Nichtwohngebäuden mehr als 500 m² Nutzfläche beheizen.Ab 1990 aufgestellte oder eingebaute Geräte dürfen noch länger in Betrieb bleiben. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn der Austausch unwirtschaftlich wäre oder das Gebäude mindestens den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung (WSVO) von 1995 entspricht. Hierfür müsste der Bauantrag nach dem 01.01.1995 gestellt worden oder seitdem eine Sanierung erfolgt sein.

Energieverbrauch von Immobilien soll transparent werden

Am 01.10.2009 trat die Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) in Kraft. Um den Energieverbrauch von Immobilien transparent zu machen, schreibt die EnEV für Neubauten und wesentliche bauliche Veränderungen seit 2002 einen Energieausweis vor.

Für Bestandsbauten gilt diese Vorschrift seit 2007.

Durch die Novelle der EnEV 2009 steigen die energetischen Anforderungen an Neubauten um durchschnittlich 30%. Hinzu kommen verschiedene Nachrüstpflichten für Anlagen und Gebäude, unabhängig von Umbauten. Bereits seit 01.01.2009 müssen auch die Eigentümer von Wohngebäuden ab Baujahr 1966 den Miet- und Kaufinteressenten einen Energieausweis vorlegen.

Eigentümer von Häusern mit mehr als 4 Wohneinheiten dürfen nach wie vor zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis wählen. Bei kleineren Gebäuden gilt das Wahlrecht nur, wenn der Bauantrag nach dem 1. November 1977 gestellt wurde.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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