Feuchtigkeitsschäden sind „Streit-Klassiker“

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Feuchtigkeitsschäden sind gewissermaßen der Klassiker unter den Mietrechtsstreitigkeiten: Über kaum etwas wird so häufig und so hartnäckig gestritten. Bei Feuchtigkeitsschäden […] (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Feuchtigkeitsschäden sind gewissermaßen der Klassiker unter den Mietrechtsstreitigkeiten:

Über kaum etwas wird so häufig und so hartnäckig gestritten.

Bei Feuchtigkeitsschäden handelt es sich um sogenannte Spakflecken, feuchte Stellen und um Schimmelpilz in den verschiedensten Erscheinungsformen und Varianten.

Ob sich mit einem Feuchtigkeitsschaden für den Mieter eine Beeinträchtigung verbindet, richtet sich nach seiner Art und Lage sowie bei Schimmelpilz danach, ob von ihm eine Gesundheitsgefährdung ausgeht.

Letzteres ist zwar nur selten der Fall, jedoch ist anerkannt, dass auch ästhetische Beeinträchtigungen einen erheblichen Mietmangel darstellen. Ist hiervon auszugehen, hat der Mieter eine Fülle an Gewährleistungsrechten.

Vor allem darf er dann die Miete mindern – vorausgesetzt, er hat den Schaden nicht selbst verursacht.

Baumangel vs. vertragswidrige Nutzung

Ob dies der Fall ist, genau darüber wird dann gestritten. Die wechselseitigen Schuldzuweisungen sind eigentlich immer die gleichen. Für den Mieter ist der Fall klar: Natürlich sind bauliche Mängel Ursache der Schäden.

Der Vermieter wiederum ist sich sicher: Der Mieter hat nicht ausreichend geheizt und gelüftet. Und so macht jede Seite die andere für die Feuchtigkeitsschäden verantwortlich und verlangt Abhilfe.

Vor Gericht verlieren meist beide Seiten

Feuchtigkeitsschäden treten jedes Jahr überwiegend von Herbst bis Frühjahr auf. Anschließend folgt dann häufig die gerichtliche Aufarbeitung der Streitereien, ehe diese dann im Herbst, in der zunehmend feuchten und kalten Jahreszeit, wieder aufs Neue beginnen.

Meist beginnt der Streit damit, dass der Mieter nach Anzeige des Feuchtigkeitsschadens die Miete mindert.

Vermieter sind in der Klägerrolle

Dies ist für Sie als Vermieter ungünstig, da nun Sie tätig werden müssen. Denn wenn Sie der Überzeugung sind, der Mieter sei an den Feuchtigkeitsschäden selbst schuld, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den geminderten Betrag einzuklagen.

Neben der Arbeit, die damit für Sie verbunden ist, entstehen Ihnen nun auch Kosten: Sie müssen nun erstmal den Gerichtskostenvorschuss für Ihre Klage zahlen.

Kaum ein Prozess ohne Sachverständigen

Doch damit nicht genug: Das Gericht kennt die genaue Ursache der Feuchtigkeitsschäden natürlich auch nicht, weshalb es mit deren Klärung zunächst einen Sachverständigen beauftragt.

Hierbei zahlen wiederum Sie als Kläger einen Vorschuss – je nach Größe der Wohnung liegt dieser ungefähr zwischen 1.500 und 2.000 €.

Und so kommt es, dass wegen einer Mietminderung von häufig nicht mehr als 100 € ein Gerichtsverfahren betrieben wird, das Kosten von mehreren Tausend Euro verursacht.

Oft mehrere Schadensursachen

Und das Ende vom Lied? Nicht selten kommen die Sachverständigen zu dem Ergebnis, dass beide Gründe zutreffend sind:

Die unzureichende Heizung und Lüftung des Mieters hat im Zusammenspiel mit ungünstigen oder gar mangelhaften baulichen Gegebenheiten die Feuchtigkeitsschäden hervorgerufen.

Folge ist, dass die Gerichts- und Sachverständigenkosten zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden – ein unbefriedigendes Ergebnis.

Vor diesem Hintergrund sollte es immer vorrangiges Ziel sein, ein Gerichtsverfahren wegen Feuchtigkeitsschäden möglichst zu vermeiden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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