Grundsteuer: Bayern lag 2012 unter dem bundesweiten Durchschnitt

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Die Städte und Gemeinden in Bayern erheben eine Grundsteuer. Dabei gelten die Vorgaben des Grundsteuergesetzes und des Bewertungsgesetzes. Dennoch schwankt […] (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Die Städte und Gemeinden in Bayern erheben eine Grundsteuer.

Dabei gelten die Vorgaben des Grundsteuergesetzes und des Bewertungsgesetzes.

Dennoch schwankt die anfallende Grundsteuer sehr stark von Gemeinde zu Gemeinde.

Grund hierfür sind verschiedene Hebesätze:

Die Finanzämter wenden zwar bundesweit die gleichen Verfahren zur Bestimmung des Einheitswerts und des Grundsteuermessbetrag an, die Gemeinden legen aber ihre individuellen Hebesätze fest.

Nach §1 des Grundsteuergesetzes steht es den Gemeinden frei, zu entscheiden, ob überhaupt eine Grundsteuer erhoben werden soll. Wenn sie eine Grundsteuer erhebt, kann sie ihren eigenen Hebesatz festlegen.

Dieser wird mit dem Grundsteuermessbetrag multipliziert, um die letztlich anfallende Grundsteuer zu bestimmen.

So können die Gemeinderäte Einfluss auf die Höhe der Grundsteuer nehmen, die für die meisten Gemeinden die wichtigste Einnahmequelle ist.

Grundsteuer: Bayernweit galten 2012 Hebesätze von 150-650%

In Bayern lagen die Hebesätze für die Grundsteuer im Jahr 2012 im Bereich von 150% bis 650%. Das heißt, die vom Finanzamt ermittelten Grundsteuermessbeträge wurden zur Bestimmung der Grundsteuer mit Faktoren von 1,5 – 6,5 multipliziert.

Auffällig ist, das in Mittelfranken durchweg hohe Hebesätze angewendet wurden, während in den anderen Regionen die Hebesätze meist nur in städtischen Bereichen Höchstwerte aufwiesen.

München beispielsweise war mit einem sehr hohen Hebesatz vertreten, wie beispielsweise auch Rosenheim, Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgarden und Augsburg. Auch Bayreuth und Passau im Osten Bayerns lagen sehr hoch.

Besonders die ländlichen Regionen in Oberbayern dagegen wiesen niedrigere Werte für die Hebesätze auf: Meist lagen sie bei unter 300% und befanden sich oft in der Nähe des Minimalwerts von 150%.

Unterfranken, Oberfranken, die Oberpfalz und Niederbayern zeigten ebenfalls niedrige Werte, die meist nur im städtischen Bereichen höher lagen.

Ein Stadt-Land-Gefälle bezüglich der Hebesätze lässt sich auch deutschlandweit beobachten.

Bayern lag mit seinem durchschnittlichen Hebesatz 2012 unter dem bundesweiten Durchschnitt. Dies ist aber nicht nur durch die niedrigen Hebesätze der zahlreichen ländlichen Gemeinden begründet: Auch die größeren Städte setzten vergleichsweise moderate Hebesätze an.

Grundsteuer: Hebesätze müssen mit Bedacht gewählt werden

Die Hebesätze sind entscheidend für die Höhe der tatsächlich anfallenden Grundsteuer.

Die Gemeinden haben hier nach dem Bewertungsgesetz Gestaltungsfreiheit und können entscheiden, ob überhaupt eine Grundsteuer erhoben werden soll und wenn ja, wie hoch der Hebesatz angesetzt wird.

Hohe Hebesätze sind oft ein Weg für die Gemeinden, knappe Haushaltskassen zu füllen, denn die Grundsteuer ist oftmals die wichtigste Einnahmequelle.

Allerdings büßen Gemeinden bei zu hohen Hebesätzen Attraktivität für Immobilieninteressenten ein.

Hier müssen die Gemeinderäte einen guten Mittelweg finden, denn die Grundsteuer als Realsteuer fällt unabhängig von den individuellen Einkommensverhältnissen der Bürger an.

Zu stark steigende Hebesätze können daher zum Problem für die ansässige Bevölkerung werden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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