Mietminderung: Warmmiete darf bei Mangel gekürzt werden

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Tritt in der Mietwohnung ein Mangel auf, ist der Mieter bereits vom ersten Tag an zur Minderung berechtigt. Allerdings hat […] (Foto: Nicole Lienemann / shutterstock.com)

Tritt in der Mietwohnung ein Mangel auf, ist der Mieter bereits vom ersten Tag an zur Minderung berechtigt.

Allerdings hat er auch die Pflicht, dem Vermieter den Mangel unverzüglich anzuzeigen.

So wird diesem die Gelegenheit gegeben, ihn zu beheben.

Weist der Mieter den Vermieter nicht darauf hin, dass er einen Mangel festgestellt hat, so ist er auch nicht zur Mietminderung berechtigt.

In diesem Fall kann er sogar schadensersatzpflichtig werden, wenn ein Folgeschaden wegen des nicht angezeigten Mangels entsteht.

Mietminderung: Diese Arten von Mängeln gibt es

Es gibt 2 Arten von Mängeln: Sachmängel und Rechtsmängel. Bei einem Sachmangel handelt es sich um einen Mangel, der sich aus dem Zustand der Wohnung ergibt.

Hierzu zählt jegliche Abweichung des Wohnungszustandes vom im Mietvertrag vereinbarten Zustand, wie beispielsweise der Ausfall der Heizungsanlage oder auch verstopfte Abflussrohre.

Um einen sogenannten Rechtsmangel handelt es sich, wenn die rechtlichen Gegebenheiten den Mieter daran hindern, die Wohnung wie vereinbart zu nutzen.

Dieser liegt beispielsweise dann vor, wenn ein eingeräumtes Recht auf eine bestimmte Nutzung nach dem Einzug zurückgezogen wird.

Warmmiete darf nicht pauschal gemindert werden

Die Mietminderung ist nach §536 BGB nur für den Zeitraum möglich, in dem die Tauglichkeit der Wohnung erheblich eingeschränkt ist. Unerhebliche Mietminderungen sind nicht erlaubt.

Der Mieter muss protokollieren, wann eine Einschränkung der Nutzbarkeit vorlag.

Nur für die Tage, an denen die Nutzbarkeit tatsächlich eingeschränkt war, kann er die Miete mindern.

Er darf nicht pauschal für den Monat, in dem der Mangel aufgetreten ist, eine Mietminderung durchführen.

Die Höhe der Minderung hängt vom Grad der Beeinträchtigung ab. Im Internet finden sich entsprechende Tabellen und Gerichtsurteile, die zeigen, wann welche Höhe angemessen ist.

Diese Informationen sind allerdings nur Anhaltspunkte , denn jeder Einzelfall ist anders.

Bei größeren Uneinigkeiten entscheidet meist das Gericht über die angemessene Höhe der Minderung.

Mietminderung: Warmmiete kann um bis zu 100% gekürzt werden

In bestimmten Fällen ist der Mieter sogar zu einer Minderung von 100% berechtigt. Dies ist aber die Ausnahme und nur dann möglich, wenn die Wohnung durch den Mangel unbewohnbar wird.

Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Wasserschaden die Möbel beschädigt und Decken, Wände und Fußböden aufweicht.

Auch wenn durch Baumaßnahmen innerhalb der Wohnung die Lärmbelastung zu hoch wird, kann die Wohnung unbewohnbar werden.

Dasselbe gilt für einen Heizungsausfall in den Wintermonaten.

Die Mietminderung wird nicht an der Nettomiete bemessen, sondern an der Bruttomiete oder auch Warmmiete.

Der Mieter muss aber vorsichtig sein und sich gut überlegen, wie sehr er die Miete mindert: Setzt er die Minderung unangemessen hoch an, droht ihm die Kündigung wegen Mietrückstands.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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