Nebenkosten-Abrechnung: Nach 1 Jahr ist Schluss

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Darf ein Vermieter zu Beginn des neuen Jahres noch Nebenkosten-Nachzahlungen für das vergangene verlangen? Nein, das darf er nicht. Mehr dazu lesen Sie hier. (Foto: Nicole Lienemann / shutterstock.com)

Mieter aufgepasst: Nach Ablauf eines jeden Kalenderjahres kommt früher oder später die Nebenkosten-Abrechnung.

Die ist manchmal mit happigen Nachzahlungen verbunden, mitunter aber auch mit einer Erstattung.

Was aber passiert, wenn Ihr Vermieter sich mehr als 12 Monate Zeit damit lässt, die Nebenkosten-Abrechnung zu erstellen?

Müssen Sie als Mieter dann trotzdem noch zahlen? Und umgekehrt: Können Sie eine Erstattung zu hoher Vorauszahlungen fordern?

Nebenkosten-Nachforderung: Die Frist endet am 31.12. des Folgejahres

Mit der Nebenkosten-Abrechnung darf sich ein Vermieter zwar lange Zeit lassen, aber auch nicht zu lange.

Konkret heißt das für Sie: Nach Ablauf eines Jahres hat er volle 12 Monate Zeit, die Nebenkosten-Abrechnung zu erstellen.

Beispiel: Für die Abrechnung, die sich etwa aufs Jahr 2013 bezog, war demnach die Frist am 31. Dezember 2014 um Mitternacht abgelaufen.

Das bedeutet: Der Vermieter aus dem Beispiel kann aus der betreffenden Nebenkosten-Abrechnung ab dem 01. Januar 2015 keine Nachforderungen mehr ableiten.

Sein Anspruch auf Nachzahlung ist durch die zu späte Erstellung verwirkt; es sei denn, er kann nichts für die Verspätung (etwa weil ihm eine Abrechnung zu spät zugegangen war).

Und übrigens nützt dem Vermieter dabei auch keine Rückdatierung. Denn entscheidend ist der Zugang beim Mieter, also der Einwurf in den Briefkasten oder die persönliche Übergabe der Abrechnung.

Die wiederum muss spätestens am 31. Dezember des Folgejahres erfolgen.

Nebenkosten-Erstattung: Anspruch bleibt nach Fristablauf bestehen

Gesetzt den Fall, Sie erwarten als Mieter eine Rückzahlung, weil Sie viel zu hohe Nebenkosten-Vorauszahlung geleistet haben;

Bewirkt eine verspätete Abrechnung auch hier, dass Ihre Zahlungsansprüche als Mieter plötzlich nicht mehr gültig sind? – Zum Glück nicht.

Der Gesetzgeber hat klar festgelegt: Nebenkosten-Erstattungen muss der Vermieter leisten, auch wenn er seine Nebenkosten-Abrechnung erst nach Ablauf des Folgejahres erstellt hat.

Und übrigens kommt er um diese Pflicht auch nicht herum, denn der Mieter kann sein Recht, eine Nebenkosten-Abrechnung zu erhalten, notfalls gerichtlich einfordern.

Bleiben Sie entspannt und machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch!

Fazit: Als Mieter brauchen Sie sich über eine verspätete Nebenkosten-Abrechnung nicht zwangsläufig zu ärgern. Denn womöglich erspart sie Ihnen eine üppige Nachzahlung.

Erwarten Sie allerdings eine Erstattung, dann fordern Sie die Abrechnung auch ein! Nicht, dass der Vermieter Ihnen verschweigt, dass Sie eigentlich eine Rückzahlung erhalten müssten…

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Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst (MBA) ist Wirtschafts- und Finanzjournalistin und schreibt vorwiegend Ratgebertexte. Sie hat mehrere Bücher zu den Themen Börse, Geldanlage, Immobilien, Recht & Steuern sowie Kommunikation verfasst. Daneben arbeitet sie als Dozentin an der Business School Alb-Schwarzwald, die zur Steinbeis Hochschule Berlin gehört.

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