Noch mehr typische Situationen im Vermieteralltag

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Der Alltag als Vermieter bietet einige Stolpersteinen. Wir zeigen Ihnen, wie sie alle brenzlige Situationen mit ihrem Mieter lösen. (Foto: Sensay/Shutterstock)

Der Alltag als Vermieter bietet einige Stolpersteinen. Wir zeigen Ihnen, wie sie alle brenzlige Situationen mit ihrem Mieter lösen.

Belästigungen durchs Grillen: Ein Dauerbrenner

Für die einen gehört es zu einem schönen Sommerabend dazu, für andere bedeutet es das Ende der Abendstimmung: das Grillen.

Gerade in der warmen Jahreszeit, wenn Grillfeste weit verbreitet sind, führt die Benutzung von Grills auf dem Balkon oder im Garten immer wieder zu Streitigkeiten unter Hausbewohnern.

Wer in einer Wohnung mit Balkon lebt, kann über diesen Balkon im Rahmen seiner Nutzungsmöglichkeiten frei verfügen.

Er kann dort insbesondere auch grillen – sofern er die Rechte der übrigen Hausbewohner nicht beeinträchtigt.

Schließlich verbreiten sich beim Grillen auf Holzkohlenfeuer Rauch und beißender Geruch. Beides kann zu Beeinträchtigungen Dritter führen, die über das unvermeidbare Maß hinausgehen.

So haben die Gerichte entschieden: In einer multikulturellen Freizeitgesellschaft, die von einer zunehmenden Rückbesinnung auf die Natur geprägt ist, stellt das Grillen eine übliche und im Sommer gebräuchliche Art der Zubereitung von Speisen jeglicher Art dar.

Eine Grilldauer von insgesamt sechs Stunden pro Jahr gilt als geringfügig und zumutbar.

In einem anderen Fall wurde die Regelung gebilligt, wonach der Holzkohlengrill im Garten nicht öfter als fünfmal im Jahr benutzt werden darf.

Mietern in Mehrfamilienhäusern wird das Recht zuerkannt, in dem Zeitraum von April bis September einmal im Monat auf der Terrasse oder auf dem Balkon zu grillen.

Das hört sich nach „nichts“ an, kann die Geduld einzelner Mieter, die mit Grillen „nichts am Hut haben“, aber auf eine harte Geduldsprobe stellen.

Kinderlärm: Was jeder Hausbewohner hinnehmen muss

Soweit sich aus dem Mietvertrag oder der Hausordnung als Bestandteil des Mietvertrags nichts anderes ergibt, gehört es zum normalen Wohnen, wenn die Kinder der Mieter auf den gemeinschaftlichen Hof- und Grünflächen auf dem Grundstück spielen.

Dass es dabei lautstark zugehen kann, ist kein Grund, das Spielen zu verbieten. Gleiches gilt, wenn sich auch die Nachbarkinder dort tummeln.

Schließlich ist dies ja gerade der Sinn und Zweck von Kinderspielplätzen.

Das Spielen im geteerten Innenhof gehört ebenfalls zum normalen Wohnen. Das gilt auch, wenn der Vermieter auf dem Grundstück eines Mehrfamilienhauses für die Kinder der Mieter einen Sandkasten errichtet.

Daran lassen die Gerichte keinen Zweifel: Kinderlärm ist mit sonstigem Lärm, wie beispielsweise „überdrehten“ Musikgeräten, nicht zu vergleichen.

Zwar sind Sie als Vermieter verpflichtet, die Mieter im Haus vor Lärmstörungen zu schützen. Der Lärm spielender Kinder muss aber in gewissem Umfang von jedem Hausbewohner hingenommen werden. Kinderlärm gehört zum normalen Entwicklungsprozess eines jeden Kindes.

Müllentsorgung ohne Geruchsbelästigung

Die üblichen, mit der Müllentsorgung verbundenen Lärmbelästigungen muss jeder Mieter hinnehmen.

Dass Mülltonnen außerhalb der Wohnung auf dem Mietgrundstück abgestellt werden, ist üblich und beeinträchtigt den vertragsgemäßen Mietgebrauch nicht.

Auch die Errichtung eines Müllcontainers im Vorgartengelände vor dem Hauseingang stellt keine Beeinträchtigung dar.

Ein Anspruch auf Beseitigung des Müllcontainers lässt sich auch nicht daraus herleiten, dass der Zugang zum Haus durch Müllreste verunreinigt ist. Die Verunreinigung beruht nicht auf einem Konstruktionsfehler des Müllplatzes, sondern auf der Unachtsamkeit der Mieter, so die Gerichte.

Als Vermieter können Sie auch berechtigt sein, eine im Haus vorhandene Müllschachtanlage stillzulegen, ohne dass Ihre Mieter dies verhindern können.

Dazu die Gerichte: Als Vermieter schulden Sie lediglich die Bereitstellung der notwendigen Vorrichtungen, um die Müllentsorgung durch die Mieter überhaupt zu ermöglichen. dazu genügt eine außerhalb des Hauses vorgesehene Müllboxanlage.

Ebenso dürfen Sie zur Vermeidung erheblicher Instandsetzungskosten den Müllschlucker abschalten, wenn der Mieter durch eine Satzung der Stadt/Gemeinde ohnehin zur Mülltrennung verpflichtet ist und Restmüll in nur geringem Umfang anfällt.

Das Begehen eines Parkettfußbodens mit Pfennigabsätzen erhitzt immer wieder die Gemüter. Die Gerichte sind hier keine Hilfe; sie entscheiden sehr unterschiedlich.

Teils sind die Gerichte der Auffassung, dass es der Vermieter hinnehmen muss, wenn beim Gebrauch von Pfennigabsätzen leichte Druckspuren im Bodenbelag sichtbar sind.

Andere Gerichte wiederum kennen keinen Pardon und sehen die Grenze des normalen Wohnens überschritten.

Manch ein Vermieter wird das als Zumutung empfinden. Aber damit noch nicht genug. Zur Absicherung der Rückbaukosten dürfen Sie nur dann eine zusätzliche Sicherheit zur Mietkaution verlangen, wenn der Kautionsrahmen von maximal drei Monatsmieten noch nicht ausgeschöpft ist.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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