Wie schneiden die teuersten Büromietstandorte langfristig ab?

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Der Markt für Gewerbemietimmobilien ist geprägt von einem Blick auf die zentralen und wichtigsten Standorte in den Großstädten. Wenn Sie […] (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Der Markt für Gewerbemietimmobilien ist geprägt von einem Blick auf die zentralen und wichtigsten Standorte in den Großstädten.

Wenn Sie in die Zeitung schauen und einen Bericht über den Mietmarkt für Gewerbeimmobilien lesen, dann scheint sich das gesamte Marktgeschehen auf die TOP-Standorte der Top-Standorte zu konzentrieren.

Aber haben diese Teilmärkte auch wirklich die beste Mietentwicklung genommen?

Untersuchung der TOP-Städte

Die Research-Abteilung einer der größten Immobiliengesellschaften in Deutschland, der IVG AG, hat dieses Thema unter der Leitung von Dr. Thomas Beyerle untersucht.

Stichwort: Spitzenmietmarkt

In der Untersuchung geht es um die Frage, ob und inwiefern der Spitzenmietmarkt einer Stadt in seiner Mietentwicklung als Stellvertreter für die übrigen Teilmärkte angesehen werden kann.

Warum wird diese Frage untersucht?

Auch in Ihrem täglichen Immobiliengeschäft werden Sie immer wieder auf die Frage angesprochen, ob denn die Miete für eine vermietete Immobilie langfristig gesichert ist und ob diese vielleicht sogar steigt.

Was steht hinter dieser Frage? Die Renditebetrachtung und Prognose über die langfristige Miet- und Renditeerwartung.

Was antworten Sie, wenn es um die Renditeerwartung geht?

Sie werden voraussichtlich mit Erfahrungswerten argumentieren. Vielleicht enthält Ihre Einschätzung auch Anhaltspunkte wie: „Je besser die Lage, umso besser die Preisentwicklung“, oder „1% Mietentwicklung im Jahr können Sie schon erwarten und einrechnen“ oder ähnliche Bemerkungen.

Geht es etwas genauer?

Ja, es geht genauer, das sagen jedenfalls die Researcher der IVG AG. Bei einer Betrachtung der TOP-5-Standorte in Deutschland kam heraus, dass es nicht immer die besten und wichtigsten Lagen in einer Stadt sind, die die beste Mietentwicklung hinter sich haben.

Beispiel Hamburg:

Die City Hamburg schneidet in der langfristigen Betrachtung der Jahre 1998 bis 2012 bei der Mietentwicklung schlechter ab als die erweiterte Innenstadt oder der Stadtbezirk St. Georg.

In der City betrug die Mietentwicklung 0,31% pro Jahr in diesem Zeitraum. In der erweiterten City waren es plus 2,51% und in St. Georg 2,43%.

Beispiel Düsseldorf

Der Medienhafen Düsseldorf hat sich zu einem der attraktivsten Standorte der Stadt entwickelt. In der Renditebetrachtung von 1998 bis 2012 haben die Mieten im Medienhafen um jährlich 1,08% zugenommen.

Damit liegt dieser Standort im Mittelfeld bei der Mietentwicklung verschiedener Bürostandorte der Stadt. Am besten haben sich die Mieten am Kennedydamm (plus 2,45% jährliche Mietsteigerung) und in Düsseldorf West (plus 1,68%) entwickelt.

Das Bankenviertel Düsseldorfs liegt auf Platz 3 mit einer Mietentwicklung von 1,48% über den Zeitraum.

Erstes Zwischenergebnis

In der langfristigen Betrachtung der Jahre 1998 bis 2012 haben die TOP-Standorte in den Städten nicht am besten abgeschnitten.  Sie sehen, dass ein TOP-Standort nicht unbedingt in jeder Hinsicht TOP ist.

Welche weiteren wichtigen Ergebnisse die Untersuchung gebracht hat und wie es in den anderen Standorten München, Frankfurt und Berlin aussieht, das lesen Sie morgen.


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Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.

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