Hat Elon Musk Bitcoin getötet? Welche Währung lässt er als nächstes explodieren?

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Jetzt ist es nämlich spannend zu sehen, was als nächster Schritt kommt. Gibt es bald eine Mitteilung von Tesla, dass die Autos per Dogecoin bezahlt werden können? (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

Das war ein doppelter Paukenschlag! Erst erlaubt Tesla Bitcoin als Zahlungsart und jetzt gibt Musk bekannt, dass dies wieder rückgängig gemacht wird. Bitcoin sei zu umweltschädlich und passe somit nicht zu Tesla. Aha. Das ist ja etwas ganz Neues! Das hat Elon bestimmt vor drei Monaten noch nicht gewusst, dass Bitcoin Mining extrem energieintensiv ist.

Das Herstellen / Schürfen neuer Bitcoin mittels Computer kostet reichlich Strom. China schürft davon sehr viel und produziert gleichzeitig einen großen Anteil dieser Energie aus Kohlekraftwerken. Bitcoin verbraucht also nicht nur eine Menge Strom, sondern produziert auch richtig viel CO2. Das ist alles andere als positiv und das hat Musk jetzt „plötzlich“ auch erkannt.

Die Frage nach dem Warum kommt jetzt natürlich. Warum tut er so, als wüsste er das jetzt erst? Warum hat er dann vor drei Monaten noch Bitcoin als Zahlungsmittel freigeschaltet? Warum manipuliert er schon wieder den Kryptomarkt? Nein. Letzteres stimmt nicht. Es ist keine Manipulation. Zumindest nicht offiziell. Denn laut Regularien gibt es so etwas bei Kryptowährungen nicht. Etwas irrsinnig, aber ein offizielles Schlupfloch.

Also kann er jederzeit per Twitter verkünden, welche Kryptowährung er besonders gut findet. Davor kann er ordentlich investiert haben und schon steigt der Kurs nach dem Tweet, weil es reichlich Fans von Elon Musk gibt. Das ist alles ganz legal, wenn natürlich auch sehr fragwürdig.

Doch wer mit Dogecoin schon Geld gemacht hat, nachdem Musk darüber getwittert hat, dem ist die moralische Seite dieser Nicht-Manipulation herzlich egal. Es geht darum Geld zu machen. Da können wir in Deutschland uns noch so wundsparen, was CO2 angeht und noch so viele Abgaben zahlen. In China wird einfach noch mehr Kohle in Feuer geschaufelt, um ein paar Bitcoin mehr zu schürfen. Wichtig ist, dass wir die Welt retten. Egal wie schnell unser Tropfen auf der heißen Kohle verpufft.

Und ja, natürlich ist es sinnvoll sich ökologisch zu verhalten und Technologien voranzubringen, die unseren Kindern eine Chance auf eine saubere Umwelt geben. Doch da brauche ich hier nicht große Debatten vom Zaun reißen und den Bürger fürs Atmen schröpfen – übertrieben formuliert – wenn 2 Milliarden Chinesen und Inder dagegen arbeiten, weil dort dieses Bewusstsein noch nicht vorhanden ist, es keine Pläne dafür gibt oder sich die Masse es auch einfach nicht leisten kann, besonders ökologisch zu leben.

Bitcoin im Tageschart

Von 58.000 US-Dollar runter bis auf 47.000 ging es für BTC nach der Ankündigung von Tesla. Das hat gesessen. Auch andere Kryptowährungen sind wieder leicht gecrasht, aber das finde ich wirklich nicht mehr erwähnenswert. Das gehört dort zum Alltag. Ein Coin verliert 20 Prozent an einem Tag? Das ist nicht Außergewöhnliches. So sieht der Tageschart von Bitcoin aus.

Die Zone zwischen 44.000 und 48.000 US-Dollar schein weiterhin ein Kaufbereich zu sein. Sollten wir irgendwann einmal darunter fallen, kann es wirklich crashen. Bis dahin schwankt Bitcoin einfach extrem und das gehört zum Spiel dazu.

Auf welchen Kryptowert setzt Musk als nächstes?

Die Frage nach der großen Alternative steht jetzt im Raum. Denn Bitcoin ist laut Musk viel zu energieintensiv bei einer Transaktion. Ja, auch das ist bekannt und es gibt zahlreiche Alternativen, die es gigantisch günstiger können.

Jetzt ist es nämlich spannend zu sehen, was als nächster Schritt kommt. Gibt es bald eine Pressemitteilung von Tesla, dass die Autos per Dogecoin bezahlt werden können? Dann würde die Spaßwährung sicherlich noch einmal explodieren.

Oder gibt es doch noch eine „ernste“ Währung, die in Frage kommt? Heißer Kandidat ist hier Cardano. Das ist quasi Etherium nur richtig programmiert. So wird es in Fachkreisen zusammengefasst. Etherium hat eine Menge Baustellen und hat den First Mover Vorteil. Doch langfristig wird sich die Technologie durchsetzen, die von vorherein gut gebaut ist und deshalb wesentlich mehr Potential hat. Kusama ist unter Umständen noch eine Alternative. Die machen gerade mit knapp 600 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Cardano ist gerade dabei die 2 US-Dollar zu knacken.

Vielleicht wird es aber auch ein ganz anderer Coin, der demnächst von Elon als Hype ausgeschrieben wird. Denn bei den Kryptos weiß niemand, was als nächstes passiert. Das ist noch wilder als am Aktienmarkt. Insofern ist alles möglich. Meine größte Position an Spielgeld habe ich neben Chain Games in Cardano gesteckt. Wenn das aber noch ein paar Jahre dauert, bis hier der Durchbruch kommt, ist das für mich auch völlig OK. Ich will nicht jeden Tag die Kryptokurse anschauen. Das schwankt zu sehr und dann ist der Burnout garantiert.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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