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2012: Übersteht der Euro das nächste Jahr?

Inhaltsverzeichnis

Hat der Euro noch eine Zukunft?Das ist eine sehr relevante Frage am Ende dieses turbulenten Jahres.Der Würzburger Ökonom Peter Bofinger gibt in einem aktuellen Interview mit der Wirtschaftswoche eine klare Antwort auf die Frage: „Bleibt die Bundesregierung bei ihrer bisherigen Strategie, hat der Euro keine Zukunft mehr.“Bofinger sieht das größte Problem darin, dass die aktuell beschlossenen Maßnahmen eben erst in ein bis zwei Jahren wirklich in Kraft treten können. „Die Zukunft der Währungsunion entscheidet sich aber in den nächsten sechs Monaten“, ist sich Bofinger sicher.Und genau dieser Aspekt ist extrem wichtig. In den vergangenen Wochen hat sich der Fokus bei der Euro-Rettung eben auf Maßnahmen verschoben, die neue Krisen verhindern sollen. Dabei wurde jedoch völlig außer Acht gelassen, dass es eben in den nächsten Monaten ums Ganze gehen wird.So muss erst einmal der Schuldenschnitt in Griechenland über die Bühne gehen. Immerhin müssen dort die privaten Gläubiger auf 50% der Forderungen verzichten. Und eine Regelung hat es hier noch nicht gegeben.Zusätzlich stehen Italien und auch Spanien im kommenden Jahr vor einem massiven Kapitalbedarf. Die Länder ächzen aber aktuell unter einem massiven Renditeanstieg.In der Spitze war die Rendite der italienischen Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit auf über 7% gestiegen. So etwas kann ein Land von der Größe Italiens nicht lange durchhalten.

Die EZB soll an allen Ecken und Enden helfen

An dieser Stelle hat Bofinger, der auch Mitglied des Sachverständigenrates ist, einen konstruktiven Vorschlag: Zur Vermeidung des Bankrotts in Italien und Spanien soll die EZB künftig eine Obergrenze der Langfristzinsen von vier bis fünf Prozent festlegen. Dieses Niveau soll durch Anleihenkäufe der EZB abgesichert werden.Für die Praxis klingt das erst einmal gut. Aber wer wird wohl am Ende für die enormen Kapitalmengen aufkommen, die dafür benötigt werden? Es werden die starken Euro-Länder wie eben Deutschland sein. Insofern käme eine solche Maßnahme einer weiteren Schwächung Deutschlands gleich.Als letzte Konsequenz bliebe rein theoretisch noch der deutsche Ausstieg aus der Währungsunion. Doch diesem Plan erteilt Bofinger direkt eine Absage – auch wegen der massiven Folgen: „Eine neue D-Mark würde sofort um 30 bis 40% aufwerten und die Exporte abstürzen lassen.Wir bekämen Deflation.  Alle Wettbewerbsvorteile, die wir uns in den vergangenen Jahren mühevoll erarbeitet haben, würden über Nacht weggeblasen.“Der Ausstieg ist sicherlich nicht sehr wahrscheinlich, denn die drastischen Folgen werden das verhindern. Aber ob der Euro die aktuelle Krise tatsächlich übersteht, könnte sich schon im nächsten Jahr zeigen.