Bilanzkennzahlen: Eigenkapitalquote wichtiger denn je

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Bilanzkennzahlen zur Analyse existieren zu Hauf. Ein Hauptaugenmerk sollte unter anderem auf die Eigenkapitalquote gelegt werden. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Das Eigenkapital ist wohl eine der wichtigsten Bilanzpositionen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch die Eigenkapitalquote enorme Berücksichtigung bei der Unternehmensbewertung findet.

Was genau sich hinter der Eigenkapitalquote verbirgt, wie die Berechnung funktioniert und welche Aussage sich anhand ihrer Entwicklung über mehrere Jahre treffen lässt.

Bilanzkennzahlen und Eigenkapitalquote

Grundsätzlich haben Bilanzkennzahlen mehrere „Aufgaben“. Zum einen können Unternehmen dadurch untereinander vergleichbar gemacht werden, auch wenn komplett unterschiedliche Größenordnung zu Grunde gelegt werden.

Zum anderen dienen sie als kompakte Übersicht über die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens und dessen Zukunftsperspektive.

Hervorzuheben ist hier die Bilanzkennzahl Eigenkapitalquote. Ob als einzelner Jahreswert oder in einem mehrjährigen Trend ausgewiesen, ist diese Kennzahl ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Unternehmens.

Zu einer vollständigen Bewertung sind natürlich noch weitere Kennzahlen hinzuzuziehen. Dennoch sei gesagt, dass der erste Blick von Analysten oftmals auf das Eigenkapital und an die Berechnung der Eigenkapitalquote geht.

Die Berechnung und Bedeutung der Eigenkapitalquote

Die Berechnung der Eigenkapitalquote ist simpel:

Formel  

Eigenkapitalquote berechnen

?
Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an. Nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen sollte die Eigenkapitalquote nicht unter 30 % sinken.
$$\bo\text"Eigenkapitalquote" = (\text"Eigenkapital" / \text"Bilanzsumme"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Je höher die Eigenkapitalquote ist, umso höher sind die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit gegenüber den Fremdkapitalgebern.

Diese Kennzahl wird auch von Banken bei Kreditvergaben als Maßstab zur Risikobewertung genommen, um die Bonität eines Unternehmens einzuordnen.

Ebenfalls können durch hohe Eigenkapitalbestände Verluste aufgefangen werden. Je höher somit die Eigenkapitalquote ist, desto härtere finanzielle Rückschlage können verkraftet werden.

Von daher ist ebenfalls die Entwicklung des Eigenkapitals (der Eigenkapitalquote) über mehrere Jahre hinweg wichtig. Diese Entwicklung lässt Rückschlüsse auf die Kapitalstruktur des Unternehmens und die Ertragsfähigkeit zu.

Mehr zum Thema: Wie hoch sollte die Eigenkapitalquote sein

Besonderheiten bei Kreditinstituten – Basel II und III

Wohingegen bei Banken Sonderregeln für die Eigenkapitalquote gelten, existiert dies bei anderen Unternehmen nicht.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat im Jahr 2010 eine Steigerung des bis dahin geltenden Basel II aufgesetzt. Nach der Finanzkrise 2008 war man sich einig, dass eine Bank, wenn sie enorme Gewinnchancen an Kapitalmärkten hat, auch deren Risiken in vollem Umfang tragen können muss.

Mehr zum Thema: Basel III verspätet sich

Die Kreditinstitute verfügten zu den Zeiten der Finanzkrise trotz hoher Spekulationen nicht über genug Eigenkapital und Liquidität, was staatliche Eingriffe und die Insolvenz der Lehman Brothers Inc. mit sich zog.

Aus diesen Fehlern soll gelernt werden, weshalb Institute, die mit Geldern in gehebelten Produkten spekulieren, auch dieses Risiko tragen können müssen.

Somit gibt es vom Baseler Ausschuss für die Bankenbranche eine Vorschrift für die Eigenkapitalquote.

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

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Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.

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