Der Konsum und seine Marken: „Weil Sie es sich wert sind“

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Das Konsumverhalten wird bestimmt durch die Markenlandschaft. Ich shoppe, also bin ich – Wir konsumieren, um uns auszudrücken. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Marken bestimmen den Alltag. „Media Markt – Ich bin doch nicht blöd“, „L’Oréal, weil Sie es sich wert sind“, „O2 can do“. So lauten einige beispielhafte Werbeslogans beliebter deutscher Marken, die den Konsumenten zum Kauf ihrer Produkte animieren sollen. Was auffällt: Die Produkte werden oftmals so inszeniert, dass sie eine Art Persönlichkeit erhalten. Das Ziel dieser werbetechnischen Umsetzung soll sein, dass ein Stück dieser Identität auf den Käufer überspringt und sein Konsumverhalten nachhaltig beeinflusst. Denn die Unternehmen wissen: Wir konsumieren, um uns auszudrücken.

Geiz ist Geiz: Der Aufschwung der Markenindustrie

Seit dem Jahr 2007 verzeichnen deutsche Statistiken eine gesteigerte Hinwendung zum Markenbewusstsein. Trotz der Mehrwertsteuererhöhung verhalfen die Deutschen den Marken Coca Cola, Apple, Hollister und Co. in diesem Jahr zu satten Gewinnen. Die Beschäftigungszahlen verzeichneten ein dickes Plus und auch die Steuereinnahmen erlebten 2007 eine unerwartete Hochkonjunktur.

Mehr noch: Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ließ verlauten: “Qualität und Markenprodukte gewinnen wieder an Bedeutung”. Einer Untersuchung zufolge kaufen mehr als zwei Drittel der deutschen Konsumenten markenbewusst ein, während die Gruppe der preisorientierten Käufer von 35% im Jahr 2003 auf 27% im Jahr 2007 gesunken ist. Aber natürlich gehören Marken nicht nur in Deutschland zur kulturellen Identität der Bürger. In nahezu allen Wohlstandsnationen, in denen Menschen viel konsumieren, kann man eine Markenbindung beobachten.

Mehr dazu: Strategischer Konsum: Einkauf nach Plan.

„Made in Germany“ – Deutsche Marken auf dem Vormarsch

Nicht nur Marken wie Samsung, Marlboro oder G-Star erfreuen sich auf dem deutschen Konsummarkt großer Beliebtheit. Auch Produkte „made in Germany“, wie beispielsweise Nivea, Audi oder Adidas, können nicht nur bei uns hohe Absatzzahlen verzeichnen. So haben zum Beispiel die Chinesen ein großes Faible für deutsche Autos. Deutsche Marken vermitteln weltweit Solidität und gelten als teure Statussymbole. Bei deutschen Produkten weiß man, was man hat – so könnte man demnach die Vorlieben der Bundesbürger beschreiben.

Der Konsum und seine Marken: Die beliebtesten Marken der Deutschen

Die Deutschen haben ihr eigenes Markenbewusstsein. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa im September 2012 unter 3.000 Konsumenten. Bei den Ergebnissen fällt auf, dass weltweite Top-Marken wie Coca-Cola oder Apple bei den Befragten nicht zu den Favoriten zählen.

So gaben zum Beispiel nur 1,3% der 3.000 Konsumenten an, dass Coca-Cola zu ihren Lieblingsgetränken zählt. Die Top Ten der beliebtesten Marken in Deutschland sieht so aus:

  1. Adidas (7,4%)
  2. Audi (4,5%)
  3. Esprit (4,4%)
  4. BMW (3,7%)
  5. Volkswagen (3,4%)
  6. Mercedes-Benz (3,3%)
  7. Nike (3,8%)
  8. Apple (2,9%)
  9. Nivea (2,8%)
  10. Samsung (2,4%)

Auffällig ist, dass die 3 beliebtesten Marken der deutschen Konsumenten tatsächlich Produkte „made in Germany“ sind. Esprit ist dabei besonders beliebt bei Frauen der Altersklasse 30 bis 44 Jahre. Vor allem die deutschen Teenager sind von Adidas überzeugt. Jeder 5. gab die traditionsreiche Sportmarke als seine absolute Lieblingsmarke an.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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