Discount-Zertifikate 2013/2014: Ihre Gewinnchance mit Sicherheitspuffer

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Für vorsichtige Anleger sind Discount-Zertifikate gerade in unsicheren Börsenzeiten eine überlegenswerte Alternative. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Discount-Zertifikate eignen sich für Sie als sicherheitsorientierte Alternative zur Direktanlage in Aktien. Damit kaufen Sie den Basiswert (Aktie oder Index) mit Rabatt. Anstatt für eine Aktie beispielsweise 100 € zu zahlen, erhalten Sie das Discount-Zertifikat auf diese Aktie für 80 €.

Vor allem bei Discount-Zertifikaten auf Indizes müssen Sie auf das sogenannte Bezugsverhältnis achten. Es sagt Ihnen, wie der Punktestand des Index in den entsprechenden Euro-Betrag umgerechnet wird. Ein Bezugsverhältnis von 1 : 100 (= 0,01) bedeutet: Steht der DAX bei 6.000 Punkten, sind das 60 €, steht er bei 7.000, sind das 70 € usw.

So finanziert der Emittent den gewährten Rabatt

Natürlich gewährt Ihnen der Emittent (die Bank, die das Zertifikat auf den Markt gebracht hat) diesen immensen Vorteil nicht umsonst. Der Rabatt wird mittels zweier Einschränkungen im Vergleich zum Direktinvestment in die jeweilige Aktie finanziert. Zum einen sind Ihre Gewinnchancen begrenzt. Jedes Discount-Zertifikat enthält eine Gewinnobergrenze (den sogenannten „Cap“).

Das bedeutet: Steigt der Aktienkurs bis zum Laufzeitende des Zertifikats über den Cap (beispielsweise 115 €), kassiert die Bank die Differenz zwischen aktuellem Kurs und dem Cap ein. Als zweite Gegenleistung kassiert der Emittent (die Bank, die das Zertifikat auf den Markt gebracht hat) alle Dividenden, die während der Laufzeit anfallen. Mit diesen Erträgen wird ein Teil des Rabatts finanziert.

Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung

Sie kaufen ein Discount-Zertifikat auf die Deutsche Telekom bei einem Aktienkurs von 10 €. Das Zertifikat erhalten Sie mit 20%igem Rabatt zum Preis von 8 € und einem Cap von 10 €. Sinkt der Aktienkurs beispielsweise bis zum Ende der Laufzeit des Zertifikats um 10% auf 9 €, erhalten Sie 9,00 € ausgezahlt.

Da Sie aber nur 8 € bezahlt haben, machen Sie trotz des Kursrückgangs der Aktie 1 € Gewinn pro Zertifikat (+12,5%). Steigt die Aktie hingegen auf 13 € (+30%), erhalten Sie maximal den Cap von 10 € ausgezahlt. Das entspricht einem Gewinn von 25%.

Weniger Risiko + attraktive Seitwärtsrendite

Mit einem Discount-Zertifikat erreichen Sie nicht nur eine Risikominderung, Sie haben auch den Vorteil, bei einer Seitwärtsbewegung und sogar bei leichten Kursverlusten des Basiswerts noch Gewinne zu erzielen. Für vorsichtige Anleger sind Discount-Zertifikate daher gerade in unsicheren Börsenzeiten eine überlegenswerte Alternative. Mit ihnen schneiden Sie nur bei stark steigenden Kursen schlechter ab als mit der Direktinvestition in den Basiswert, bei moderaten Kurssteigerungen etwa gleich gut. In allen anderen Fällen sind Sie als Zertifikate-Inhaber besser dran.

Die 5 wichtigsten Faktoren für die Auswahl von Discount-Zertifikaten

Die Auswahl von Discount-Zertifikaten auf große Indizes und Standardaktien ist immens. Oftmals stehen Ihnen hunderte Zertifikate zur Verfügung. Mit den folgenden 5 Auswahlkriterien wählen Sie die richtigen Zertifikate für Ihre Anlagestrategie aus:

  • Basiswert
  • Laufzeit
  • Rabatt („Discount“)
  • Cap
  • Emittent

Basiswert

Bei dem Basiswert handelt es sich um eine Aktie oder einen Index (z. B. DAX, Dow Jones, EuroStoxx 50), auf den sich das Zertifikat bezieht. Manchmal wird auch ein Rohstoff (Gold, Öl) einem Discount-Zertifikat zugrunde gelegt. Diesen Basiswert erhalten Sie mit dem Kauf des Discount-Zertifikats mit Rabatt. Daher sollten Sie natürlich nur einen Basiswert wählen, für dessen Kursentwicklung Sie optimistisch sind.

Laufzeit

Egal, ob Sie eine Neuemission kaufen oder ein Discount-Zertifikat, das schon länger am Markt ist: Die Laufzeit liegt meist zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren (üblich sind bis zu 3 Jahre). Je länger aber die Laufzeit, desto schwieriger ist es, eine Prognose für den Kurs des Basiswerts zu treffen. Wählen Sie am besten ein Discount-Zertifikat aus, dessen Fälligkeit ein bis 2 Jahre entfernt ist. Das sind überschaubare Zeiträume, für die Sie eine Kursprognose in Bezug auf den Basiswert treffen können.

Rabatt

Die Höhe des Rabatts können Sie mit der Wahl des Discount-Zertifikats selbst bestimmen. Aber beachten Sie: Je höher der Rabatt, desto geringer fällt Ihre mögliche Rendite aus. Wählen Sie den Rabatt daher so, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Verluste erleiden, aber dennoch eine attraktive Renditechance besitzen.

Cap

Der Cap (Gewinnobergrenze, maximal möglicher Gewinn) begrenzt Ihre Renditechance mit dem Discount-Zertifikat. Er ist niedrig, wenn der Rabatt groß ist, und hoch, wenn der Rabatt niedrig ist. Er hängt also davon ab, für welchen Rabatt Sie sich entschieden haben. Dennoch gibt es Unterschiede: Angenommen, Sie haben 2 Discount-Zertifikate mit dem gleichen Rabatt, aber verschiedenen Caps gefunden. Dann wählen Sie das Zertifikat aus, das den höheren Cap hat.

Emittent

Unzählige Banken emittieren Discount-Zertifikate. Dass diese Papiere durchaus attraktive Renditen abwerfen, haben Sie in den Beispielen oben bereits gesehen. Allerdings müssen

Sie trotzdem aufpassen: Denn Discount-Zertifikate sind wie alle anderen Zertifikate unbesicherte Inhaberschuldverschreibungen des Emittenten. Bei Zertifikaten gibt Ihnen der Emittent (die Bank, die das Zertifikat aufgelegt hat, nicht zu verwechseln mit der Depotbank, bei der Sie das Zertifikat kaufen) ein Zahlungsversprechen.

Dieses Versprechen kann sich in Luft auflösen, falls der Emittent zahlungsunfähig ist – was 2008 bei der US-Investmentbank Lehman Brothers der Fall war. Bei einer Bankeninsolvenz sind Zertifikate daher vor einem Totalverlust nicht geschützt. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang vom sogenannten Emittentenrisiko.

2 Strategien für den Einsatz von Discount- Zertifikaten

Bei Discount-Zertifikaten besitzen Sie grundsätzlich 2 Möglichkeiten: Entweder kaufen ein Discount-Zertifikat, dessen Cap bereits erreicht ist (die sicherheitsbewusste Variante) oder Sie wählen ein Discount-Zertifikat, dessen Cap noch über dem aktuellen Kurs liegt (die renditestärkere Variante).

Discount-Zertifikate als Ersatz für Zins-Papiere

Bei einigen Discount-Zertifikaten liegt der Kurs des Basiswertes bereits höher als der Cap. Trotzdem können Sie mit solchen Papieren noch Gewinn machen, schließlich erhalten Sie die Zertifikate mit Rabatt. Wenn es am Laufzeitende nicht zu einem gravierenden Kursrückschlag kommt, ist Ihnen bei Fälligkeit die Auszahlung in Höhe des Caps sicher.

Ihr Verlustrisiko ist geringer als mit Zertifikaten, bei denen der Kurs des Basiswerts noch unterhalb des Caps liegt. Vom Chancen/Risiko-Verhältnis ähneln diese defensiven Zertifikate Unternehmensanleihen. Sie können Sie daher als Ersatz für Zins-Papiere einsetzen. Oftmals ist Ihre Rendite mit den Zertifikaten sogar etwas höher.

Discount-Zertifikate zur Rendite-Optimierung

Bei den meisten Discount-Zertifikaten hat der Kurs des Basiswerts den Cap noch nicht erreicht. Hier ist Ihre Renditechance deutlich höher, Sie profitieren aber weiterhin von den Vorzügen der Discount-Zertifikate:

  • Der Rabatt sorgt für einen komfortablen Sicherheitspuffer. Sie geraten auch dann nicht so schnell in die Verlustzone, wenn der Kurs des Basiswerts sinkt.
  • Sie machen bei leichten Kursanstiegen höhere Gewinne als ein Aktionär, der den Basiswert im Depot hat.
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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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