Europäischer Leitzins gilt im gesamten Euro-Raum

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Der europäische Leitzins wird von der EZB festgesetzt und gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte Europäische Währungsunion. (Foto: macgyverhh/Shutterstock)

Für Privatanleger und Kreditnehmer ist der europäische Leitzins eine wichtige Sache. Schließlich orientieren sich Banken an diesem Zins und legen anhand dessen ihren Nominal- beziehungsweise Effektivzins für einen Kredit oder eine Spareinlage fest. Für Sparer bedeutet das auf der einen Seite, dass sie mit ihrem Geld bei einem starken Leitzins mehr Erträge bekommen als bei einem schwachen Leitzins. Auf der anderen Seite heißt dies aber auch, dass bei einem starken Leitzins auch die Kredite teurer sind.

Europäischer Leitzins: Festgesetzt durch die EZB

Den europäischen Leitzins setzt die Europäische Zentralbank (EZB) fest. Zu diesem Leitzinssatz können sich Geschäftsbanken liquide Mittel von Zentral- und Notenbanken leihen. Hierfür müssen sie Sicherheiten wie Wertpapiere oder ähnliches hinterlegen. Die Aufgabe der EZB besteht jedoch nicht nur in der Festlegung des Leitzinssatzes.

Mehr zum Thema: Leitzins: Definition des Regulationsmittels

Die EZB ist für die Überwachung und Regulierung des Geldmarktes im Euro-Währungsraum zuständig. Sie ist ein Organ der Europäischen Union und hat ihren Hauptsitz in der Finanzstadt Frankfurt am Main. Die EZB wurde im Jahre 1998 im Zuge der Währungsumstellung gegründet und ist die gemeinsame Währungsbehörde aller Mitgliedsstaaten der Eurozone.

Gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken der jeweiligen Euro-Länder bilden sie das europäische System der Zentralbanken. Der Leitzins, der von der EZB festgesetzt wird, gilt nicht nur für Deutschland, sondern für alle Euroländer.

Leitzins: Bedeutender Faktor der Geldpolitik

Der Leitzins ist ein Faktor, mit dem der Geldmarkt gesteuert werden kann. Wird der Leitzins erhöht, so führt dies zu einer geringeren Geldmenge. Mit dieser Erhöhung ist es für Geschäftsbanken nämlich teurer, sich von Zentralbanken Geld zu leihen, weshalb weniger Geld in Umlauf gerät.

Wird der europäische Leitzins von der EZB gesenkt, so passiert das Gegenteil. Weniger Menschen legen ihr Geld an, da die niedrigen Zinsen das Sparen unattraktiv machen. Auf der anderen Seite nehmen aber mehr Menschen Kredite auf, da dies mit dem gesenkten Leitzins attraktiver ist. Ein Haus zu bauen oder ein Auto zu finanzieren wird plötzlich viel reizvoller als bei einem höheren Leitzins.

Dadurch wird die Konjunktur belebt, die Wirtschaft gestärkt und der Aktienmarkt angekurbelt. Durch die Senkung des Leitzinses steigt die Inflationsrate. Dies liegt an der wachsenden Geldmenge und ist einer der negativen Effekte des gesenkten Leitzinses.

Mehr zum Thema: Die Inflationsrate in Europa beeinflusst den Geldwert

Auch auf den Euro wirkt sich eine Veränderung des europäischen Leitzinses aus. Er ist dann je nach Hebung oder Senkung mehr oder weniger wert. Import und Export des europäischen Währungsraums können auf diese Weise gelenkt werden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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