Geringwertige Wirtschaftsgüter im Rechnungswesen: Aufwand und Steuern sparen

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Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) im Rechnungswesen: Was sie sind und warum fast jeder damit Aufwand sparen und Steuern optimieren kann. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)

Geringwertige Wirtschaftsgüter im Rechnungswesen – hier wird erklärt, was das ist und warum fast jeder damit Aufwand sparen und Steuern optimieren kann.

Das Konzept der geringwertigen Wirtschaftsgüter im Rechnungswesen schafft Erleichterungen in der Steuerberechnung und Bilanzbuchhaltung von Unternehmen, Selbstständigen und Privatpersonen.

Die Möglichkeiten sind jedoch mit einigen Auflagen verbunden, die es zu beachten gilt. Dieser Artikel gibt einen Überblick, wer das Konzept der geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) auf welche Weise nutzen kann.

Geringwertige Wirtschaftsgüter: Rechnungswesen nach Handelsrecht oder Steuerrecht

In keinem Gesetz findet sich die genaue Definition eines „geringwertigen Wirtschaftsguts“. Im Rechnungswesen relevant ist jedoch die Verwendung für Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Je nach Land und konkretem Anwendungsfall sind hier unterschiedliche Werte definiert.

In Deutschland definiert z.B. das Einkommensteuergesetz (EStG) Erleichterungen und Grenzen für alle Anwendungsfälle im Rahmen der Steuerberechnung.

Diese Regeln sind für Unternehmen, selbstständig Erwerbende und sogar für Privatpersonen relevant. Zusätzlich müssen bilanzierende Unternehmen aber auch die Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) beachten.

Mehr dazu: Geringwertige Wirtschaftsgüter 2012 – Tipps für die Steuererklärung

Geringwertige Wirtschaftsgüter: Erleichterungen mit Bedingungen

Steuerrechtlicher Standard nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) ist die Abschreibung für Wirtschaftsgüter, die je nach gewöhnlicher Nutzungsdauer über mehrere Jahre verteilt werden muss.

Die entsprechenden Regeln laut AfA-Tabelle sind unter dem Artikel verlinkt. Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG), erlaubt der Gesetzgeber folgende Vereinfachungen:

  1. Entweder die geringwertigen Wirtschaftsgüter können im Jahr der Anschaffung komplett als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten geltend gemacht und sofort abgeschrieben werden.
  2. Oder alle im selben Jahr angeschafften GWG können zusammengefasst über den Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben werden.

Mehr dazu: Grenzen der Anschaffungskosten bei GWG im Überblick

Beide Varianten sparen natürlich Aufwand. Gleichzeitig ergeben sich steuerliche Optimierungsmöglichkeiten. In guten Jahren lassen sich auf diese Weise kleinere Investitionen tätigen und man kann die Steuerlast etwas reduzieren. Hiervon profitiert jeder, der Werbungskosten geltend macht oder Betriebsausgaben hat.

Die individuellen Regeln und Bedingungen sind jedoch komplex und im Einzelfall häufig verwirrend. So können z.B. nur bewegliche, abnutzbare und selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens als geringwertige Wirtschaftsgüter erfasst werden.

Fazit: Geringwertige Wirtschaftsgüter helfen Aufwand und Steuern sparen

Prinzipiell vereinfachen geringwertige Wirtschaftsgüter das Rechnungswesen für die Einkommensteuerberechnung und schaffen Optimierungsmöglichkeiten für Unternehmen, Selbstständige und Privatpersonen. Außerdem vereinfachen GWG die Bilanzierung von Unternehmen.

Mehr dazu: Geringwertige Wirtschaftsgüter: Buchungssatz für die perfekte Bilanz

Leider hat der deutsche Gesetzgeber zahlreiche Bedingungen, unterschiedliche Grenzen und Anwendungsfälle definiert. Daher sind meist Steuerberater und Buchführer für die korrekte Anwendung der Regeln für geringwertige Wirtschaftsgüter nötig.

Dieser Artikel kann also nur einen groben Überblick zum Thema Geringwertige Wirtschaftsgüter geben. Für den Einzelfall sollten Sie sich mit Ihrem Steuerberater oder Buchprüfer Ihr konkretes Beispiel anschauen.

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Sven Eltzschig
Von: Sven Eltzschig. Über den Autor

Sven Eltzschig beschäftigt sich mit den Themen Unternehmertum, Wirtschaft, Politik und Kapitalanlage. Als Ingenieur mit einem Master in Business Excellence übernimmt er Rollen in Beratung, Aufbau, Transformation und Führung von Unternehmensbereichen in der IT, Industrie und Dienstleistungsbranche. Unternehmertum und Kapitalanlage sind für Sven Eltzschig das Investieren von Ressourcen in Ideen, welche die Welt von morgen noch besser machen.

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