Ifo-Institut – der DAX-Beweger

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Der monatliche Geschäftsklimaindex ist die wohl wichtigste Publikation des ifo-Instituts. Auch Privatanleger können daraus Nutzen ziehen. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

So viel Gewicht haben wenige. Wenn sich das Münchner Ifo-Institut zur Konjunktur äußert sollten nicht nur Börsenprofis zuhören, auch Privatanlegern geben die Erkenntnisse der Ökonomen wichtige Hinweise, wie die Unternehmen des Landes wirtschaften. Aber von vorn:

Das Ifo-Institut ist eine Forschungseinrichtung in München. Das Institut widmet sich vor allem der empirischen wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Forschung. Der Name  „Ifo Institut“ steht als Kurzform für „Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V“. Die wohl bekannteste Veröffentlichung der Wirtschaftsforscher in München ist der monatlich erscheinende Ifo-Geschäftsklimaindex.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex

Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts ist ein Frühindikator, der abbilden soll, wie Unternehmen ihre derzeitige Situation einschätzen und was sie für die folgenden 6 Monate für ihr Unternehmen erwarten. Dazu befragt das Institut per Fragebogen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels in Deutschland.

In der Regel werden dann 7000 Meldungen aus den Unternehmen ausgewertet und fließen in die Werte des Ifo-Geschäftsklimaindexes ein. Der Fragebogen besteht aus 20 Fragen zu unterschiedlichen Themenbereichen wie der Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage, den Geschäftserwartungen für die kommenden 6 Monate, der Nachfragesituation sowie zur Beschäftigung im Unternehmen.

Eines der größten ökonomischen Forschungsinstitute

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist aber bei weitem nicht das einzige Ergebnis, das aus dem Ifo-Institut kommt. Die Münchner Forschungseinrichtung ist mit fast 200 Mitarbeitern eine der größten Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland. Nach einer Studie war das Ifo-Institut im Jahr 2006 die veröffentlichungsstärkste ökonomische Forschungseinrichtung in Deutschland.

Finanziert wird das Ifo-Institut etwa zu zwei Dritteln aus öffentlichen Geldern. Ein Drittel seiner Erlöse verdient das Institut im Felde wissenschaftlicher Politikberatung, letztlich also sind auch das öffentliche Gelder. Das wiederum hängt auch mit der Aufgabe und Zielsetzung des Instituts bereits bei seiner Gründung 1949 zusammen.

Forschung und Beratung

Der in der Satzung festgeschriebene Vereinszweck des Ifo-Instituts ist die empirische wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung und die Bereitstellung von Daten und Informationen auf wirtschaftswissenschaftlichem und wirtschaftspolitischem Sektor. Die Ergebnisse sollen jeweils veröffentlicht werden – und gemäß der Satzung der Entscheidungsfindung in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung dienen.

Zu den Aufgaben des Ifo-Institutes gehören also das Bereitstellen von Wirtschaftsdaten für die Öffentlichkeit, die Erhebung dieser Daten durch Umfragen, die Beratung von Bundes- und Landesministerien und die Abschätzung der Folgen von Eingriffen in die Wirtschaft.

Dabei hat sich die Ausrichtung des Institutes in den vergangenen Jahren leicht verschoben. War die Forschung des Instituts bis zum Jahr 1999 vor allem auf seine Beraterfunktion zugeschnitten, hat sich das Institut seither mehr auf seine wissenschaftliche und universitäre Ausrichtung fokussiert. Unter der Präsidentschaft von Hans-Werner Sinn seit 1999 arbeitet das Forschungsinstitut verstärkt mit verschiedenen Universitäten zusammen, insbesondere natürlich der Universität in München.

Dass sich die Wissenschaftler dennoch nicht in den Elfenbeinturm zurückgezogen haben, beweist Hans-Werner Sinn in der anhaltenden Diskussion um den Euro. Wiederholt hat er den Kurs der Europäischen Zentralbank kritisiert. Spätestens mit der Attacke gegen die Zinssenkungen 2013 hat er das Institut als Gegner von EZB-Präsident Draghi positioniert.

Und das die Worte aus München gehört haben, zeigen DAX-Ausschläge, die regelmäßig mehrere Prozentpunkte ausmachen können.

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Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.

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