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Inflationsrate: Weltweites Preisniveau im Vergleich

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff Inflation ist wohl nahezu jedem spätestens seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 geläufig. Wer den Schrecken über die gestiegenen Preise für das Kilo Tomaten oder Paprika an der Gemüsetheke des Supermarktes kennt, hat schon einmal am eigenen Leib erfahren müssen, wie sich Inflation im alltäglichen Leben auswirkt.

Inflation steht in der Volkswirtschaftslehre für eine allgemeine Erhöhung der Güterpreise, was ein entsprechendes Absinken der Kaufkraft zur Folge hat. Die Inflationsrate dokumentiert den prozentualen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus innerhalb eines Landes.

Im Klartext: Die Inflationsrate misst, wie viel teurer das Leben für die Verbraucher geworden ist. Berechnet wird die Rate für einen bestimmten Zeitraum, meist handelt es sich hierbei um ein Jahr. Bemessungsgrundlage sind die Veränderungen eines Preisindexes, welche dann mit einem festgelegten Basisjahr verglichen werden.

Die Messung der Inflationsrate in Deutschland

In Deutschland wird zur Messung der Inflationsrate der Verbraucherpreisindex herangezogen. Dieser Index wird mithilfe eines Warenkorbes berechnet, welcher spezifisch ausgewählte Produkte enthält. Er wird für ein bestimmtes Jahr, das sogenannte Basisjahr, festgesetzt und repräsentiert den Verbrauch eines deutschen Haushaltes mit durchschnittlich 2,3 Personen.

Mehr dazu: Inflation: Verbraucherpreisindex als Berechnungsgrundlage

Zur Definition solcher Warenkörbe müssen vielfältige Aspekte in die Berechnung einfließen. Hierzu zählen zum Beispiel Alltagsprodukte wie Lebensmittel oder Benzin, Dienstleistungen wie beispielsweise Mieten oder Friseurbesuche und Gebrauchsgüter wie Kleidung und technische Geräte. Berechnet wird die Inflationsrate in Deutschland vom Statistischen Bundesamt.

Inflationsrate weltweit: Ein Vergleich von 2003 bis 2013

Im Jahr 2003 lag die weltweite Inflationsrate gegenüber dem Vorjahr bei 3,70% und hielt sich bis 2006 ungefähr auf diesem Level. Im Jahr 2006 konnte man anhand der Inflationsrate bereits die Vorwehen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ablesen, der Wert stieg auf 4,05% im Vergleich zum Vorjahr an. 2008 schließlich lag die Rate bei schwindelerregenden 6%, bis sie bereits ein Jahr später einen Wert von 2,43% verzeichnete. 2011 schoss die Inflationsrate weltweit noch einmal auf 4,89% gegenüber dem Jahr 2010.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex: Richtwert der Europäischen Union

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist ein speziell für die Europäische Union geltender Verbraucherpreisindex, der nach einheitlichen Regeln berechnet wird. Obwohl diese Regeln für den gesamten Euro-Raum identisch sind, liegt ihm kein EU-weit einheitlicher Warenkorb zugrunde.

Der HVPI ist die Kennzahl, mithilfe derer in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion die Preisniveauentwicklung gemessen wird. Eingeführt wurde er, da sich die einzelnen, nationalen Verbraucherpreisindizes aufgrund historischer Besonderheiten sowie unterschiedlicher gesellschaftlicher Rahmenbedingungen voneinander unterschieden.

Mehr dazu: Importierte Inflation: Was ist das?

Um die abweichende Struktur der statistischen Systeme auszugleichen, dient der HVPI als allgemeingültiges Werkzeug für den europaweiten Vergleich. Er wird zusätzlich zu den nationalen Verbraucherpreisindizes berechnet. In Deutschland geschieht dies seit dem Jahr 1997 und wird vom Statistischen Bundesamt überwacht.

Die Inflationsrate im Euroraum

Ähnlich wie die weltweite Inflationsrate gestaltet sich auch die Statistik für die Inflationsrate der Europäischen Union. Lag sie in den Jahren von 2003 bis 2007 bei gleichbleibenden Werten um die 2,2%, kletterte sie im Jahr 2008, der Hochphase der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, auf knapp 3,9%.

2009 dann lag die Inflationsrate unter 1%, um im Jahr 2011 bereits wieder an der 3%-Marke zu kratzen. Die Inflationsrate zeichnet also weltweite finanzwirtschaftliche Entwicklungen ab und dokumentiert, wie teuer das Leben für die Verbraucher geworden ist. Darüber hinaus ermöglicht sie einen grenzüberschreitenden Vergleich verschiedener Länder, wie beispielsweise der EU.