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Konjunktur in Österreich: Langsames, aber solides Wachstum

Inhaltsverzeichnis

Österreich gehört zu den wohlhabendsten Ländern der EU und liegt – gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – noch vor Deutschland. Es gibt einige Wirtschaftssektoren, denen Österreich seine positive Entwicklung zu verdanken hat. Natürlich spielt der Tourismus eine bedeutende Rolle. Doch auch weniger offensichtliche Bereiche wie Maschinenbau oder die chemische Industrie tragen zum Wohlstand bei.

Nicht immer war die Lage in Österreich so rosig: Nach dem Zweiten Weltkrieg kostete es viel Zeit und Kraft, das Land wieder aufzubauen und die Konjunktur anzukurbeln. Bis 1955 war Österreich besetzt und der Wiederaufbau kam nur schleppend in Gang.

Österreichs Wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg

Österreich galt als vergleichsweise schwach industrialisiert und wurde von den USA im Zuge des Marshallplans besonders stark gefördert. Zudem gab es weitreichende Bemühungen, große Unternehmen zu verstaatlichen und wiederaufzubauen. Die elektrotechnische Industrie und der Maschinenbau gehörten zu den bedeutenden Wirtschaftssektoren.

Die Privatisierung stieß dabei auf durchaus geteilte Reaktionen. Mitunter wurde den Regierungen vorgeworfen, politische Ziele mit Hilfe der staatlichen Unternehmen durchzusetzen, anstatt auf Wirtschaftlichkeit und Rentabilität zu achten. Erst in den 1990er Jahren wurde damit begonnen, die Privatisierung der betroffenen Unternehmen einzuleiten.

Österreichs wichtigste Konjunktur-Eckpfeiler

Heute verfügt Österreich über eine ausgewogene Wirtschaft. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt spielt die Landwirtschaft mit 1,5% eine weitaus geringere Rolle als die Industrie mit 29,1% und der Dienstleistungssektor mit rund 69,3%. Eine solche Aufteilung ist für hochentwickelte Industrienationen durchaus üblich.

Unterteilt man – ebenfalls auf Grundlage des Bruttoinlandsprodukts – die Leistung in die unterschiedlichen Wirtschaftsklassen, so kann man schnell feststellen, welche Klassen die größte Bedeutung für Österreichs Konjunktur haben. Handel und sonstige Dienstleistungen spielen eine vergleichsweise große Rolle wie die Finanz- und Geschäftsdienstleistungen. Gemeinsam machen sie rund 45% des BIP aus.

Die Industrie ist eine weitere wichtige Wirtschaftsklasse, während öffentliche Dienstleistungen, Transport, Kommunikation, Hotelgewerbe und der Bau auf den weiteren Plätzen folgen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass Österreichs Wirtschaft breit aufgestellt ist und in vielen Bereichen durch Spezialisierungen sogar Weltmarktführer im jeweiligen Segment ist.

Die Entwicklung von Österreichs Konjunktur

Österreichs Konjunktur kann auf ein solides Wachstum zurückblicken. In den Jahren 2000 bis 2005 wuchs die Wirtschaft pro Jahr durchschnittlich um 1,7%, während es in Deutschland in diesem Zeitraum 0,6% und in der gesamten Eurozone rund 1,5% waren. Doch auch in den folgenden Jahren konnte Österreich im Vergleich beeindrucken.

Von 2005 bis 2010 lag das Wachstum im Schnitt bei 1,3% (Deutschland: 1,3%, Eurozone: 0,8%). Hierbei gab es einige Jahre mit recht hohem Wachstum, aber im Jahr 2009 auch einen Einbruch um 3,8%, als auch Österreich von der Wirtschafts- und Finanzkrise erfasst wurde und ein Schrumpfen der Wirtschaft zu verzeichnen hatte.

Zwar hatte Österreich in den Jahren 2010 bis 2013 wieder ein Wachstum zu verzeichnen, doch die insgesamt zurückhaltende Weltwirtschaft macht sich auch hier bemerkbar. So hat das Land mit einer steigenden Arbeitslosenquote zu kämpfen.

Eine Arbeitslosenquote von rund 4,8% im Jahr 2013 mag für viele andere Länder zwar wie ein traumhafter Wert erscheinen, doch die steigende Tendenz bereitet Österreich Sorgen. Da das Land jedoch gut aufgestellt ist, sollte es die Krise überstehen und bei einem weltweiten Anziehen der Konjunktur schnell profitieren können.