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Konjunktur Schweiz – das sind die Stützen der Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis

Die Schweiz zählt zu den reichsten Ländern der Welt und kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Orientiert man sich am Bruttoinlandsprodukt (kurz: BIP) als Gradmesser der Wirtschaftsleistung, so lässt die Schweiz viele andere Länder hinter sich.

Trotz der vergleichsweise niedrigen Bevölkerungszahl von rund 8 Mio. Einwohnern rangiert die Schweiz beim BIP weltweit auf Rang 20 (2013). Berechnet man das BIP pro Einwohner, so wird sogar Rang 4 erreicht, so dass sich die Schweizer nur Luxemburg, Katar und Norwegen geschlagen geben müssen. Diese Leistung ist nicht nur den bekannten Bereichen wie Bankensektor, Uhrenindustrie und Tourismus zu verdanken – die Schweiz leistet noch wesentlich mehr als das.

Wirtschaft der Schweiz – Landwirtschaft und Industrie

Die Landwirtschaft spielt in der Schweiz eine eher untergeordnete Rolle. Hier werden rund 1,2% des BIP erwirtschaftet. Die Industrie steuert hingegen knapp 27% zum Bruttoinlandsprodukt bei und ist damit eine wesentlich Stütze der Konjunktur der Schweiz. Die Feinmechanik – hier vor allem die Uhren – ist eines der Aushängeschilder der schweizerischen Industrie

Doch auch die Bereiche Chemie und Pharmawirtschaft, die Metallindustrie sowie Maschinen- und Elektroindustrie sind sehr leistungsstark und arbeiten stark exportorientiert.

Der schweizerische Dienstleistungssektor

Wie in anderen hochindustrialisierten Länder auch, so ist auch in der Schweiz der Dienstleistungssektor von besonders großer Bedeutung und trägt rund 72% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Der Handel ist hier mit etwa 15% der Beschäftigten stark ausgeprägt, doch auch Hotels und Restaurants (knapp 6% der Beschäftigten) und Banken und Versicherung (gut 5% der Beschäftigten) sind von großer Bedeutung.

Gerade für seinen Finanzsektor ist die Schweiz bekannt. Sein Anteil am BIP liegt bei rund 10% und damit etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Allerdings befindet sich dieser Bereich teilweise im Umbruch, da viele Staaten die Schweiz als Steueroase ausgemacht haben und in Verhandlungen zur gerechten Besteuerung des dort liegenden Vermögens getreten sind.

Konjunktur-Entwicklung in der Schweiz

Die Schweiz ist auf der einen Seite wirtschaftlich sehr breit aufgestellt, kann auf der anderen Seite aber auch in Bereichen wie dem Finanzsektor eine Ausnahmestellung vorweisen. Zudem gilt der schweizerische Arbeitsmarkt als flexibel und die Wirtschaft als innovativ und wettbewerbsfähig. Diese Vorzüge lassen sich in der Konjunkturentwicklung wiederfinden.

Zwar ist die Schweiz mit ihrer Exportorientierung stark von der Weltwirtschaft abhängig und ist auch deshalb nicht gegen Krisen gefeit. Doch die Zahlen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass sich die Konjunkturentwicklung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern durchaus sehen lassen kann.

Gemessen am BIP betrug das Wirtschaftswachstum in der Schweiz von 2000 bis 2005 1,3% und damit ähnlich hoch wie in der Eurozone mit 1,5%. In den Jahren 2005 bis 2010 lag das Wachstum in der Schweiz bei durchschnittlich 2,1%, während die Eurozone nur ein Wachstum von 0,8% vorzuweisen hatte. Hier machte sich die Wirtschafts- und Finanzkrise in der Eurozone stark bemerkbar.

Die Schweiz konnte die Krise wesentlich besser verkraften, was ein Blick auf das Jahr 2009 deutlich zeigt. Die Wirtschaft der Eurozone schrumpfte um 4,5%, die Wirtschaft Deutschlands um 5,1%, die Wirtschaft der Schweiz jedoch lediglich um 1,9%. Dies liegt einerseits darin begründet, dass die Schweiz kein Mitglied der Eurozone ist und damit weniger stark von der Eurokrise getroffen wurde.

Andererseits zeigte sich die schweizerische Wirtschaft sich in den Krisenjahren im internationalen Vergleich sehr krisenfest. Für 2013 wird mit einem Wachstum von 1,9% gerechnet und für 2014 wird von einem leichten Anziehen der Konjunktur und einem Wachstum von über 2% ausgegangen.