Konsum: Wie er global wurde

Weltkugel Handel Rechner – cybrain – shutterstock_417294322

Wie es zum globalen Konsum gekommen ist und was er für mögliche Folgen hat. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Konsum gehört zum Alltag. Jeder verbraucht und verzehrt Güter – und diese kommen inzwischen aus der ganzen Welt. Der Konsum ist also global geworden. Den weltweiten Ver- und Ankauf möglich gemacht hat das Internet – eine Entwicklung, deren Geschichte für alle Verbraucher interessant ist.

Konsum im 18. und 19. Jahrhundert

In Großbritannien wuchs im frühen 18. Jahrhundert die Industrie und es ergaben sich neue Arbeitsplätze. Das Einkommen der Bürger stieg an und damit auch die Kaufkraft. Die Nachfrage nach Verbrauchsgütern wie Bier, Tee, Talg, Schnaps, bedruckter Kleidung und Seife stieg. Modezeitschriften wurden sehr beliebt und durch sie wurde die Konsumbereitschaft größer, weil diese Zeitschriften Trends setzten. Schon im 18. Jahrhundert wurde also der Konsum beeinflusst.

Kurze Zeit später zogen auch andere Zeitschriften nach. Nicht nur Großbritannien machte diesen Wandel mit, sondern auch Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Mitte des 19. Jahrhunderts machte die Werbung in Zeitungen, Schaufenstern und Zeitschriften eine große Entwicklung durch und der Konsum wurde kontinuierlich erhöht. Auch die erste Litfaßsäule entstand in dieser Zeit, die viel Platz für Werbung bot.

Die Industrialisierung in Europa und Nordamerika bot vielschichtige Produktions-, Informations- und Transportmöglichkeiten. Die ersten Konsumhäuser wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts hin gebaut. Sie zeichneten sich durch feststehende Preise aus. Durch die umfassenden Angebote stiegen auch die Konsumwünsche.

Konsum global: Wann es dazu kam

Der so genannte Massenkonsum wurde mit dem Wiederaufbau Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg eingeleitet. Was früher noch zu den Luxusgütern zählte, wie feine Gewürze und erlesene Stoffe, wurde nun Massenware. Auch internationale Waren wurden in den 1950er Jahren auf dem Markt verkauft und so wurde der Konsum langsam global. In den 1960er Jahren waren Elektrogeräte der letzte Schrei. Es gab kaum noch einen Haushalt ohne elektrische Hilfsmittel wie elektrische Rasierer oder Kühlschränke.

Mehr dazu: Konsum: Eine Definition

Der Markt boomte in den 1970er Jahren für Kunststoffmöbel, Energieträger und kostbare Rohstoffe. In den 1980er Jahren gewannen Konsumartikel zu den Bereichen Schönheit und Lifestyle an Bedeutung. Das Internet bot eine völlig neue Art des Konsums. In dieser Zeit wurde es möglich, Waren direkt aus anderen Ländern zu bestellen und sich von dort aus liefern zu lassen.

Politisierung des Konsums

Auch politische Themen werden für den Konsum immer wichtiger: Medien beschäftigen sich beispielsweise immer öfter kritisch mit den Folgen des Konsums oder NGOs fordern zum Boykott bestimmter Produkte auf. Aber auch zahlreiche Unternehmen agieren in diesem Feld: Sie versuchen bestimmte Produkte inhaltlich mit Bedeutung aufzuladen und so für den Konsumenten attraktiver zu gestalten. Mit Waren werden also Botschaften verknüpft – so wie es beispielsweise die Firma Krombacher im Jahr 2008 mit ihrem Regenwald-Projekt tat.

Mehr dazu: Politischer Konsum: Bewusstes Ausdrucksmittel


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
david-gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz