Mehr Schutz auf Märkten für Finanzinstrumente durch EU-Richtlinie

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Märkte für Finanzinstrumente sind unter anderem Börsen und Wertpapierhäuser. Sie unterliegen EU-weiten Regelungen. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)

Finanzinstrumente bezeichnen Verträge, die man bei einem Unternehmen als Guthaben und bei einem anderen Unternehmen als Sollbetrag in der Bilanz verbucht.

Dazu gehören zum Beispiel Bargeld, Anteilsscheine an Unternehmen oder auch sogenannte Eigenkapitalinstrumente.

Letztere verbuchen Unternehmen immer dann, wenn sie selbst Aktien beziehungsweise Anteile an ihrem Unternehmen herausgegeben haben.

Börsen sind Märkte für Finanzinstrumente

Solche Finanzinstrumente sind handelbar – zum Beispiel an Börsen.

Unter anderem gibt es Aktienbörsen, an denen man Anteilsscheine handelt. An Terminbörsen bietet man Termingeschäfte an.

Mehr zum Thema: Finanzinstrumente einfach erklärt

Das sind zum Beispiel Optionsscheine, die das Recht auf einen Kauf zu einem festgelegten Preis in der Zukunft gewähren. Devisenbörsen hingegen dienen dem Handel von Fremdwährungen.

Märkte für Finanzinstrumente: Kursstillstand, wenn Angebot = Nachfrage

Diese Märkte für Finanzinstrumente führen Angebot und Nachfrage zusammen. Die Preise oder Kurse kommen genau dann zu einem Stillstand, wenn die angebotene der nachgefragten Menge entspricht.

Die Europäische Union hat 2004 einen EU-weiten rechtlichen Rahmen für die Märkte für Finanzinstrumente geschaffen – die sogenannte MiFID-Direktive.

Die Mitgliedsstaaten hatten bis November 2007 Zeit, die Regelung in nationales Recht umsetzen.

Märkte für Finanzinstrumente: Richtlinie zum Schutz der Anleger und für EU-weite Standards

Die Richtlinie soll Anleger schützen, einheitliche Standards für zugelassene Vermittler schaffen und Finanzmärkte transparenter und effizienter machen und besser miteinander vernetzen.

Es soll also ein europäischer Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen entstehen, so dass auf allen europäischen Handelsplätzen die gleichen Bedingungen gelten. Private und organisierte Anleger können dadurch leichter über Landesgrenzen hinweg investieren.

Wertpapierfirmen müssen sich bei der Europäischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (ESMA) registrieren lassen.

Dadurch erwerben sie einen einheitlichen Pass, mit dem sie EU-weit tätig sein können.

Die Rechtsvorschriften für Wertpapierfirmen sollen EU-weit harmonisiert werden, und auch die Bewertungsstandards für Beteiligungen sollen vereinheitlicht werden.

Märkte für Finanzinstrumente EU-weit verzeichnet

Mitgliedsstaaten müssen ein Verzeichnis der Märkte erstellen und es an andere EU-Ländern und die ESMA übermitteln.

So müssen Händler ihre Wertpapiergeschäfte melden – allerdings nur bis zu einer Standardgröße der Geschäfte, die als Durchschnittswert der Aufträge auf dem Markt definiert ist.

Mehr zum Thema: Meldepflicht sorgt für Transparenz

Finanzdienstleister haben auch eine Analyse- und Beratungspflicht und müssen das bestmögliche Anlageergebnis für den Kunden erzielen (Best-Execution-Prinzip).

Gemäß der Direktive müssen Finanzdienstleister sicherstellen, dass die Kunden das angebotene Produkt und dessen Risiken verstehen.

Beweislastumkehr zum Anlegerschutz

Dabei gibt es eine Beweislastumkehr: Der Finanzdienstleister muss beweisen, dass er eben dieses bestmögliche Ergebnis für den Anleger erzielt hat.

Bei Verstößen gegen diese Regeln sollen nationale Behörden grenzübergreifend zusammenarbeiten, was insbesondere Anleger schützen soll.

Jedes Mitgliedsland ernennt eine solche zuständige Behörde, die fortan als Kontaktstelle für die ESMA und Behörden anderer Länder dient.

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Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.

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