Notenbanken als Retter in der Finanzkrise?

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Die Finanzkrise fordert ihren Tribut. Auch die Rolle der Zentralbanken verändert sich. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Seit Ausbruch der Finanzkrise steht die Finanzwelt regelmäßig Kopf.

Auch die Notenbanken mussten ihren Gestaltungsspielraum ausweiten und sich zusehends von der Politik vereinnahmen lassen.

Ein Beispiel: Eigentlich ist es der Europäischen Zentralbank (EZB) verboten, Staaten und deren Finanzen zu stützen. Doch die Realität in der Finanzkrise ist längst eine andere.

Die Maßnahmen der Notenbanken helfen in der Regel zwar den verschuldeten Staaten, lassen Anleger und Sparer aber oft verunsichert zurück.

Finanzkrise macht Notenbanken zu politischen Akteuren

In der Finanzkrise wurden die Notenbanken zu einem wichtigen Bestandteil des Rettungspaktes. Dies führte zu einer erhöhten Machtfülle der Währungshüter.

Zahlreiche Aufgabenbereiche wurden den Notenbanken verantwortlich übertragen.

Dabei wurde die oberste Aufgabe der Notenbanken teilweise aus den Augen verloren: Die Bewahrung der Geldwertstabilität und der Schutz der Unabhängigkeit der Notenbanken vor politischem und wirtschaftlichem Kalkül.

Mit Ausbruch der Finanzkrise wurden die Notenbanker jedoch ebenfalls zu politischen Akteuren.

Die Währungshüter senkten den Leitzins, sprangen maroden Banken bei und kauften deren Papiere. Staatsanleihen wurden übernommen und der Markt mit Liquidität überschüttet.

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Diese Maßnahmen haben die Finanzkrise zwar zeitweise eindämmen und die europäische Währungsunion schützen können, die kommende Inflation lässt sich dadurch jedoch kaum vermeiden.

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Vertrauen der Anleger eingebüßt

Anleger und Sparer sind angesichts der Situation verunsichert und befürchten, letzten Endes auch für die (Rettungs-)Maßnahmen der Notenbanken haften zu müssen

Die Geldentwertung nimmt ihren Lauf, das Vertrauen in die Europäische Zentralbank (EZB) schwindet. Nicht mal mehr 1/3 der europäischen Investoren glaubt an eine Eindämmung der Inflation seitens der EZB.

Der Einfluss der Politik auf die Notenbanken nimmt indes immer weiter zu. Diese fügen sich ihrem Schicksal, um dem politischen Druck zu entkommen. Die Unabhängigkeit der Notenbanken ist nur noch schwer nachzuweisen.

Notenbanken wecken Begehrlichkeiten

Notenbanker sehen sich durch ihre steigende Machtfülle immer mehr in der Position der Retter aus der Finanzkrise.

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Jedoch bleibt die Frage nach der demokratischen Legitimation ihres Handelns. Dieses Problem sollte ebenso im Auge behalten werden wie die Bewahrung der Unabhängigkeit der Notenbanken.

Insbesondere die Einmischung der Notenbanken ins politische Geschehen während der Finanzkrise kann Konsequenzen nach sich ziehen.

Denn je öfter Notenbanken rettend einspringen, desto mehr Begehrlichkeiten werden geweckt.

Ein weiteres Risiko für die Notenbanken darf ebenfalls nicht übersehen werden. Der Ruf nach parlamentarischer Kontrolle wird lauter und kann die Notenbanken schlimmstenfalls zur vollständigen Aufgabe ihrer Unabhängigkeit zwingen.

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Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.

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