Notenbanken: Konzertierte Aktion lässt Milliarden fließen

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Die Notenbanken wollen mit ihrer konzertierten Aktion den Euro stützen – und fluten die Finanzmärkte. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia)

Das Misstrauen im Bankensektor ist immer noch groß. Die Geldflüsse zwischen amerikanischen und europäischen Banken drohten 2011 sogar zu versiegen.

Um dies zu verhindern, schlossen sich die wichtigsten Notenbanken der Welt zum Schutz des Marktes zusammen und pumpten Milliardenbeträge in den Finanzsektor.

Die konzertierte Aktion der Notenbanken brachte – zumindest langfristig – weniger Beruhigung in den Markt als erhofft.

Konzertierte Aktion der Notenbanken für mehr Liquidität

Die anhaltenden Spannungen auf dem Finanzmarkt sowie die Angst vor einer Liquiditätskrise der europäischen Banken führten Ende 2011 zu einem überraschenden Zusammenschluss der weltweit wichtigsten Notenbanken.

Die konzertierte Aktion wurde von der Europäischen Zentralbank, der US-Notenbank Federal Reserve sowie den Notenbanken Kanadas, Japans, Großbritanniens und der Schweiz ausgeführt.

Grund für die Aktion war vor allem die Kreditklemme der europäischen Banken. Die durch die Schuldenkrise verunsicherten US-Investoren kappten vermehrt die Geldversorgung nach Europa.

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Um den europäischen Geldhäusern den dringend benötigten Zugang zum US-$ wieder zu ermöglichen, kam es zur Umsetzung der konzertierten Aktion der Notenbanken.

Allerdings waren die Vorhersagen, wie viel Geld benötigt würde, anscheinend zu gering ausgefallen. So mussten die Notenbanken ihre Zuteilung um das 5-fache von 10 Milliarden US-$ auf 50 Mrd. US-$ steigern.

Reaktionen der Börse

Die Börse reagierte auf die Aktion der Notenbanken mit deutlichen Kursanstiegen. Der DAX legte sofort um 5 Prozentpunkte zu und auch der DOW JONES verzeichnete einen Zuwachs von 3 %.

Der Eurokurs konnte sich ebenfalls erholen.

Jedoch verpuffte der Effekt recht schnell wieder. Die Notenbanken ließen verlauten, dass sie nicht dauerhaft durch solche Aktionen zur Krisenrettung beitragen würden.

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Auch andere Märkte reagieren

Nicht nur die Notenbanken aus Amerika, Europa und Japan reagierten auf die Krise.

Auch China veranlasste Maßnahmen gegen ein nachlassendes Wirtschaftswachstum. Hierfür wurden erstmals seit 3 Jahren die Mindesteinlagen der heimischen Banken bei der Zentralbank um 0,5 Prozentpunkte gesenkt.

Diese Maßnahme sollte die Kreditvergabe erleichtern und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.

Vertrauen der Anleger darf nicht verspielt werden

Durch die konzertierte Aktion vollzogen die Notenbanken den ersten Schritt in Richtung Marktentschärfung.

Die Finanzkrise ist durch die konzertierte Aktion der Notenbanken zwar nicht gelöst, sie war aber ein Schritt, um das Misstrauen im Bankensektor zumindest teilweise zu entschärfen und eine Liquiditätskrise zu verhindern.

Weitere geldpolitische Lockerungen in Richtung Notenpresse verunsichern jedoch häufig Anleger und schüren Inflationsängste.

Die Politik und auch die Notenbanken wären gut beraten, weitere konkrete Vorschlägen zur Krisenabwehr folgen zu lassen.

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Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.

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