Matthias Zachert: Der Mann am Ruder von Lanxess

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Am Ende kam sein Amtsantritt deutlich früher als gedacht. Am 1. April 2014 bezog Matthias Zachert sein neues Büro als […] (Foto: 360b / Shutterstock.com)

Am Ende kam sein Amtsantritt deutlich früher als gedacht. Am 1. April 2014 bezog Matthias Zachert sein neues Büro als Vorstandschef des Chemiekonzerns Lanxess. Seine Ernennung war jedoch alles andere als ein Aprilscherz, sondern vielmehr die vorläufige Krönung einer wahren Turbokarriere.

Eine Karriere, die ihm vielleicht auch schon in die Wiege gelegt worden war. Seine Mutter, die Finanzberaterin Christel Zachert, ist seit Anfang der 1980er Jahre als Autorin und treibende Kraft der Kinderkrebshilfe deutschlandweit bekannt. Sein Vater Hans-Ludwig Zachert arbeitete hingegen mehr als 30 Jahre beim Bundeskriminalamt – von 1990 bis 1996 stieg er als Leiter der Behörde zu einem der mächtigsten Beamten in der Bundesrepublik auf und gab seinem Sohn vor allem viel Disziplin und das nötige Durchsetzungsvermögen mit auf den Weg.

Matthias Zachert: Finanzexperte seit Jahren

Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann bei Daimler und einem Studium zum Diplom-Kaufmann arbeitete sich Matthias Zachert bei zahlreichen Unternehmen in leitende Positionen vor, bei denen vor allem sein geschickter Umgang mit den Unternehmensfinanzen zu seinem wichtigsten Argument wurde. Sowohl bei Aventis Pharma, der Bäckereikette Kamps als auch bei NewCo, dem Vorgänger von Lanxess, wurde Zachert zum Finanzvorstand ernannt. Seit seinem Unternehmenseintritt 2004 war er dem Kölner Chemiekonzern eng verbunden, woran auch sein Wechsel zur Darmstädter Merck KGaA nichts ändern konnte – die Rückkehr in die Domstadt war nur eine Frage der Zeit.

Sein Vorgänger bei Lanxess, Axel Heitmann, der wegen seiner langen Erfolgsgeschichte im Unternehmen für viele Jahre als unersetzlich galt, hatte das Unternehmen 2013 in tiefe Verluste geführt. Ein Minus von 160 Millionen Euro war zu viel für das erfolgsverwöhnte Unternehmen, zumal sich der Verlust vor allem auf Fehlentscheidungen an der Konzernspitze zurückführen ließ. Unter anderem beauftragte Heitmann den Bau neuer Fabriken in Fernost, obwohl selbst die bereits bestehenden Werke nicht vollständig ausgelastet waren. Die Konsequenz: Der Aufsichtsrat setzte der Ära Heitmann bei Lanxess ein Ende.

Zachert begleiten harte Entscheidungen

So klingelte kurz vor Weihnachten 2013 das Telefon bei seinem Nachfolger. Nach einer kurzen Bedenkphase war es dann klar. Ab April 2014 hat das Büro im 19. Stock der Lanxess-Zentrale einen neuen Besitzer. Harte Entscheidungen dürften in den Wochen und Monaten nach Zacherts Amtsbeginn in diesen vier Wänden getroffen worden sein. Zu stark hängt das Unternehmen aktuell von der kriselnden Autobranche ab, neue Absatzfelder müssen schnell gefunden und gleichzeitig im Unternehmen der Rotstift angesetzt werden.

Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass Matthias Zachert hierfür der richtige Mann ist. In internen Bewertungen gilt er als umgänglicher Chef, der seine Aufgaben gründlich und gradlinig erledigen kann.

 

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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