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Schweiz – mit Deflation das Wirtschaftswachstum ankurbeln

Inhaltsverzeichnis

In der Schweiz kam es 2012 zu einer sogenannten Deflation – das allgemeine Preisniveau von Waren und Dienstleistungen sank um durchschnittlich 0,7 %.

Nicht alle Wirtschaftsbereiche waren davon gleich betroffen. So sind zum Beispiel Schweizer Mietpreise im vergangenen Jahr gestiegen, während die Preise für Nahrungsmittel gefallen sind.

Es kam also in verschiedenen Sektoren zu Teildeflationen und -inflationen.

Deflation auch aufgrund des starken Schweizer Franken

Ein Grund für die allgemeine Deflation ist der starke Kurs des Schweizer Franken.

Dieser macht Schweizer Produkte für ausländische Kunden weniger erschwinglich und lässt Nachfrage wegbrechen.

Das gilt auch für die Tourismusindustrie. Schließlich ist nun ein Alpenurlaub im Nachbar- und Euroland Österreich vergleichsweise günstiger.

Preissenkungen und Devisenmarktinterventionen gegen Wirtschaftsflaute

Unternehmen in dem stark von der Exportwirtschaft abhängigen Land versuchen daher, die Preise zu senken – flankiert durch Rationalisierungsmaßnahmen. Dies soll dem starken Wechselkurs des Franken entgegenwirken.

Mehr zum Thema: Auswege aus der Krise: nach dem Frankenschock in der Schweiz

Die Schweizerische Nationalbank verkauft indes massiv Franken auf den Devisenmärkten. Dadurch soll ein Euro immer mindestens 1,20 Franken wert sein. Jedoch häuft sie dadurch auch immer mehr Euro an.

Die Gemeinschaftswährung macht inzwischen etwa die Hälfte der Devisenreserven des Alpenlandes aus.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Alpenland

Diese Strategie funktioniert bisher jedoch nur bedingt: 2012 ist das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr auf 1 % gesunken.

Für das Jahr 2013 rechnen Ökonomen laut einer Umfrage des Nachrichtendienstes Bloomberg mit nur 1,2 % Zuwachs an Wirtschaftsleistung.

Unter anderem liegt das natürlich auch an der angespannten Wirtschaftslage in der Eurozone und an der Rezession, die in manchen ihrer Mitgliedsstaaten herrscht.

Bei Deflation rückt der Schuldendienst in den Vordergrund

Deflation ist dabei problematisch. Allein schon, weil sie Unternehmen und Verbraucher veranlasst, Ausgaben auf später zu verschieben. Schließlich rechnet man damit, dass auch die Preise in Zukunft sinken.

Gleichzeitig wächst bei einer Deflation die reale Belastung durch Schulden. Schließlich kann man für einer Geldeinheit nun mehr Waren- und Dienstleistungen umsetzen.

Es kann schnell zur Deflationsspirale kommen

Anstatt auf Konsum und Investition konzentrieren sich Verbraucher und Unternehmen deswegen mehr auf den Schuldendienst – was wiederum das Wirtschaftswachstum bremst.

Mehr zum Thema: Deflation – wenn Ursachen zu Folgen werden

Das alles kann wiederum zu erneuter Deflation führen. Denn bleibt die Nachfrage aus, suchen Unternehmen nach neuen Wegen, um Kunden anzulocken – etwa über  niedrigere Preise.

Unternehmenspleiten und weitere Deflation

Im Extremfall kommt es so zu Pleiten von Unternehmen – etwa, wenn die ihre Schulden aufgrund von Deflation nicht mehr bedienen können und gleichzeitig trotz fallender Preise die Kunden ausbleiben.

Wenn dabei dann Arbeitnehmer entlassen werden, sinkt der Konsum weiter – was wiederum die Deflation verstärken kann.

Deflationsspirale in der Schweiz eher unwahrscheinlich

Die Gefahr einer Deflationsspirale in der Schweiz ist jedoch begrenzt, meinen zumindest Ökonomen. 2013 rechnen sie wieder mit einem Anstieg des allgemeinen Preisniveaus.