Verbraucherpeisindex Österreich – Sonderindizes zur gefühlten Inflation

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Der Vebraucherpreisindex Österreich zeigt die Inflation in der Alpenrepublik, so wie in Deutschland, aber mit Unterschieden im Detail. (Foto: macgyverhh/Shutterstock)

Der Verbraucherpreisindex für Österreich ist, wie in Deutschland und anderen Ländern, der Gradmesser für die allgemeine Preisentwicklung. Damit zeigt er den Stand der Inflation an.

Grundsätzlich wird er ähnlich erhoben und genauso berechnet wie in Deutschland. Doch trotz vieler Gemeinsamkeiten sorgen unter anderem kulturelle Eigenheiten im Nachbarland für Unterschiede im Detail.

Verbraucherpeisindex Österreich – Inflationsbarometer von Statistik Austria

Wirtschaftlich nimmt sich Österreich im europäischen Vergleich überdurchschnittlich aus. Doch mit einer Inflationsrate von aktuell 1,9% liegt es unter dem europäischen Durchschnitt und erreicht gerade noch die EU-Vorgaben zur Preisstabilität.

Dies jedenfalls ist das Ergebnis des Verbraucherpreisindex für Österreich, der Auskunft über die Teuerungsrate im August 2013 gibt.

Er ist das alpenländische Gegenstück zum deutschen Verbraucherpreisindex. Zuständig dafür ist Statistik Austria in Wien.

So wie in Deutschland ist der Verbraucherpreisindex Grundlage für die Wirtschafts- und Geldpolitik. Und er liefert auch die Datenbasis für Lohnverhandlungen sowie die Wertsicherung von Geldbeträgen in Verträgen wie Mieten oder Unterhaltszahlungen.

Mehr zum Thema: Verbraucherpreisindex – Was Deutschlands Haushalte ausgeben

Um das Ausgabenverhalten des österreichischen Durchschnittshaushalts repräsentativ darzustellen, wird ein fiktiver Warenkorb zusammengestellt. Die Unterteilung in 791 Gruppen von Waren und Dienstleistungen ist etwas ausgefeilter als beim deutschen Bundesamt für Statistik, das auf 700 Positionen zurückgreift.

Mehr zum Thema: Verbraucherpreisindex – Barometer zur Entwicklung der Inflation

Zur besseren Übersicht wird dann alles in größere Einheiten verpackt. Wie hierzulande und international üblich, gibt es letztlich 12 Hauptgruppen. Auch die Daten werden ähnlich gewonnen: Befragt werden 6.500 Haushalte.

Das ist grob ein Zehntel weniger als in Deutschland, was auch dem Verhältnis der Einwohnerzahlen entspricht. In Österreich leben ca. 8,4 Mio. Menschen.

Verbraucherpeisindex Österreich – Kaffeehaus und Touristen

Da sich die Konsumgewohnheiten stetig ändern, wird auch der Warenkorb entsprechend angepasst. Bis 2011 war das alle 5 Jahre der Fall. Seitdem geschieht dies jährlich. Ausgemustert wurden etwa Kaffeefiltertüten oder Spannteppiche.

Neu hinzugekommen sind unter anderem Holzpellets, Pflegeplätze für Senioren, Mittagsmenüs beim Italiener oder Asiaten sowie das Frühstück im Kaffeehaus. Gerade letzteres zeigt den kleinen kulturellen Unterschied.

Ein weiteres österreichisches Merkmal: Der Verbraucherpreisindex berücksichtigt auch Ausgaben von Touristen. Anders als hierzulande jedoch keine Ausgaben für selbstgenutzes Wohneigentum.

Verbraucherpeisindex Österreich – Miniwarenkorb, Mikrowarenkorb

Überhaupt unterscheidet sich der Verbraucherpreisindex Österreich vom deutschen Pendant durch seine detaillierte Aufteilung in der Veröffentlichung. Seit 2005 gibt es Sonderauswertungen für bestimmte Verwendungsgruppen. Zu diesen Spezialindizes gehören:

  • der „Miniwarenkorb“, der Index des wöchentlichen Großeinkaufs,
  • der „Mikrowarenkorb“, der die Inflation beim täglichen Einkauf anzeigt,
  • der Index für den privaten PKW-Verkehr, der den Betrieb von Autos mitsamt Versicherungskosten enthält,
  • der Index für Elektrizität, Gas, Öl und andere Brennstoffe sowie
  • der Preisindex für Pensionistenhaushalte, der eigens das Konsumverhalten von Rentnern abbildet.

Mehr zum Thema: Statistik Austria – Sonderauswertungen

Diese Sonderauswertungen werden der regulären Datenbasis des Verbraucherindex Österreich entnommen. Der Index für Rentner soll in einer alternden Gesellschaft speziell über diese ständig wachsende Konsumentengruppe Auskunft geben.

In Deutschland hat man sich vor 10 Jahren von der Einteilung in unterschiedliche Haushaltstypen verabschiedet. Damals hatte man vor allem den Vergleich zwischen Ost und West im Blick.

Berechnet wird der österreichische Verbraucherpreisindex wie hierzulande: ( Neuer Indexstand / Alter Indexstand * 100 ) – 100. Dies ergibt dann den jeweiligen Wert in Prozent. Das Basisjahr ist 2010.

Die Veröffentlichung durch Statistik Austria erfolgt monatlich. Parallel wird auch der harmonisierte Verbraucherpreisindex für europäische Zwecke veröffentlicht.

Mehr zum Thema: Harmonisierter Verbraucherpeisindex – Preisstabilität im Vergleich

Verbraucherpeisindex Österreich – Sonderauswertung als Bestätigung

Das jüngste Ergebnis des Verbraucherpreisindex (1,9%) lässt die Österreicher auftatmen. Immerhin lag die Inflation zwei Monate zuvor noch bei 2,2%. Kritiker jedoch sehen sich gerade durch zwei wichtige Sonderindizes in ihren Befürchtungen bestätigt, denn der Mikrowarenkorb und besonders der Miniwarenkorb verteuerten sich gegenüber 2010 zweistellig.

Der Einkauf im Supermarkt kostet also deutlich mehr Geld. Insofern sind die Sonderauswertungen für die Österreicher ein guter Gradmesser für ihre wahrgenommene Inflation.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

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