Warum die Sri Lanka-Krise für uns von Bedeutung ist!

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Mangelnde Lebensmittel sorgen immer für Revolutionen. Politisches Missmanagement in Krisenzeiten beschleunigt das noch. Nach 40 Jahren Vetternwirtschaft, unfähigen Wirtschaftsmanagement und korrupten Politikern, gibt es jetzt die Revolution. Präsident Rajapaksa ist aus dem Land mit einem Militärjet geflüchtet.

Doch bevor es soweit kam, wurden eine gigantische Menge an Fehlern gemacht. Haufenweise Geld wurde von den Herrschenden zum Fenster herausgeworfen – und das dank Krediten aus China. Diese kurzzeitigen Darlehen resultierten in beeindruckenden Bauten, die ein wenig an die verlassenen WM-Stadien in Brasilien erinnern. Es wurde ein teurer Flughafen gebaut, den aber kaum jemand nutzt. Außerdem gab es ein Cricket-Stadion für über 2 Milliarden Rupee.

Warum betrifft das uns?

Die Insel ist weit weg. Aber es ist nicht das einzige Land mit den Problemen, die ich Ihnen gleich aufzeigen werde. Die Pandemie-Beschränkungen haben viele Nationen in die Knie gezwungen und unnötige Milliarden Euro gekostet. Da muss man gar nicht um den halben Globus fliegen, um Beispiele zu finden.

2011 hatten wir als Teil der Ursache für den Arabischen Frühling einen Mangel an Brot. Libanon kämpft aktuell mit hoher Inflation und ist sehr abhängig von Weizen aus der Ukraine und Russland.

Energiekrise, Lebensmittelkrise – das wäre vor Jahren noch undenkbar in der westlichen Welt gewesen. Heute haben wir das auch quasi vor der Tür. Auch in den Niederlanden wurden Öko-Gesetze geschrieben, ohne sich mit den Betroffenen davor auszutauschen. Die Bauern-Proteste sind das Ergebnis. Oh und natürlich auch Unsicherheiten bei der Lebensmittelproduktion.

Wird Sri Lanka an China verkauft?

Schätzungen zufolge steht Sri Lanka bei China mit 5 bis 10 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Dazu gibt es noch Schulden in Höhe von 51 Milliarden US-Dollar an andere Nationen. Ein erster Schritt wurde bereits gemacht. 2018 gab es bereits einen Zahlungsausfall. Ein Kredit aus China konnte nicht beglichen werden. Das Ergebnis: Ein strategischer Hafen im Süden des Landes ging an China – offiziell mieten die Chinesen den Hafen jetzt für 99 Jahre.

Covid lässt Tourismus zusammenbrechen

Einer der wichtigsten Einnahmequellen von Sri Lanka wurde vor 2 Jahren der Stecker gezogen. Tourismus fand nicht oder kaum noch statt. Das beschleunigte die Krise natürlich. Keine Einnahmen – keine Möglichkeiten die Schulden zurückzuzahlen.

Als Folge mussten die Importe zurückgefahren werden. Wichtigster Importstoff: Öl. Das wird nicht nur für Autos benötigt, sondern auch, um in Sri Lanka Energie zu erzeugen. Die Konsequenz zieht auch keine Touristen an: Es gab teilweise monatelange Blackouts. Kein Strom – kein Wunder, dass es jetzt die Revolution gab.

Dann kaufen wir einfach mehr Diesel und Benzin!

So könnte der Gedankengang gewesen sein. Der Haken war allerdings, dass eine neue Ladung 587 Millionen US-Dollar gekostet hätte. Sri Lanka hatte zu dem Zeitpunkt aber nur noch 125 Millionen US-Dollar auf der Bank.

Bei der Nahrung sieht es ähnlich dramatisch aus. Hier haben sich bereits 800 Millionen US-Dollar an Schulden bei den Lieferanten angesammelt.

Inflation 54,6 Prozent im Juni

Die offizielle Inflation natürlich. In der Realität wird sie dann wohl dreistellig sein. Schließlich ist Öl und Gas der treibende Faktor für viele Waren. Apropos Gas: Weil Gas zum Kochen natürlich auch Mangelware ist, müssen die Einheimischen auf Feuerholz umstellen.

Sri Lanka ist pleite

Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes musste der Bankrott erklärt werden. Die letzten Schuldenraten konnten nicht bezahlt werden.

Der Dünger ist schuld an der Revolution

Das klingt jetzt erst einmal seltsam. Im April letzten Jahres hatte die Regierung allerdings synthetischen Dünger verboten. Die Begründung: Könnte schädlich sein. Weltweit gibt es auch Pläne, die Art von Dünger zu verbieten. Außerdem sparte Sri Lanka damit jährlich 400 Millionen US-Dollar, die es für diese Art von Dünger bezahlte.

Dieser Schritt ist aber zu drastisch. Ein langsamer Übergang zu Bio-Dünger wäre die Lösung. So die Meinung sämtlicher Agrar-Berater und Bauern in Sri Lanka. Das Verbot kam aber über Nacht. Die Lebensmittelproduktion in Sri Lanka war somit in Gefahr um 50 Prozent zu sinken. Dessen Meinung war auch ein Minister, der darauf prompt entlassen wurde. Das Gesetz wurde trotz der Warnungen nicht zurückgenommen.

Und so steht Sri Lanka jetzt auch mitten in einer Nahrungskrise und das, obwohl das Land theoretisch viel fruchtbaren Boden hat. Alleine die Getreideproduktion fiel um fast 43 im Vergleich zu 2019. Die gesparten 400 Millionen US-Dollar mussten verwendet werden, um für 450 Millionen US-Dollar Reis für die eigene Bevölkerung zu importieren.

Tee-Exporte implodieren

Wussten Sie, dass Sri Lanka für 5 Prozent der weltweiten Tee-Exporte verantwortlich war? Das ist Geschichte. Die 1,3 Milliarden US-Dollar an Tee, die das Land exportierte, sind auf den niedrigsten Stand seit 23 Jahren gefallen.

Inzwischen wurde das Dünger-Verbot wieder aufgehoben, aber viele Bauern haben bereits aufgegeben, ihre Felder zu bewirtschaften.

Kann der Internationale Währungsfonds retten?

Gespräche gab es bereits. 20 Prozent der Schulden von Sri Lanka liegen in China. Das wird vermutlich verhindern, dass der IMF einem Bailout für die Insel südlich von Indien freigeben kann. China bevorzugt Infrastruktur…