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Brookfield Renewable übernimmt 51% an Westinghouse Electric

Inhaltsverzeichnis

Vor ein paar Wochen habe ich darüber berichtet, dass ein führendes Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien, die kanadische Brookfield Renewable, gleich 2 Übernahmen auf einen Schlag angekündigt hat. Jetzt hat der Energiekonzern schon wieder zugeschlagen.

So gab Brookfield Renewable am vergangenen Dienstag bekannt, dass es zusammen mit der Cameco Corporation die Westinghouse Electric Company für etwa 4,5 Mrd. US-Dollar (USD) übernehmen wird.

Nach Abschluss des Mega-Deals wird Brookfield Renewable und seine Partner 51% der Westinghouse-Anteile halten. Die restlichen 49% gehen an Cameco. Verkäufer ist die Investmentgesellschaft Brookfield Business Partners, die Westinghouse 2018 aus dem Konkurs heraus übernommen hatte.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Bevor Sie bei der Vielzahl der bisher genannten Unternehmen durcheinanderkommen, möchte ich Ihnen die am Deal beteiligten Firmen kurz vorstellen.

Brookfield Renewable betreibt eine der weltweit größten börsennotierten Plattformen für erneuerbare Energien. Zum Portfolio des im kanadischen Hamilton/Ontario ansässigen Unternehmens gehören Wasserkraft-, Wind-, Solar- und Speicheranlagen in Nordamerika, Südamerika, Europa und Asien.

Die in Hamilton/Bermudas beheimatete Brookfield Business Partners ist eine Investmentgesellschaft, die wie auch Brookfield Renewable, zur Brookfield Gruppe gehört. Brookfield Business Partners ist schwerpunktmäßig in Unternehmen aus dem Bereich Dienstleistungen und Industrie investiert.

Die im kanadischen Saskatoon ansässige Cameco Corporation ist eines der weltweit größten Uran-Unternehmen. Es betreibt sowohl diverse Uranminen als auch eine Raffinerie zur Urananreicherung sowie ein Uran-Konversionswerk in Ontario.

Westinghouse Electric Company aus dem US-amerikanischen Cranberry-Township/Pennsylvania ist ein weltweit tätiges Unternehmen aus dem Atom-Energiesektor. Das bereits 1886 gegründete Unternehmen baut Kernkraftwerke und bietet Nukleartechnologien an.

Brookfield Renewable will Energieportfolio ausbauen

Dass der Ökostromproduzent, der bisher auf die klassischen Erneuerbaren Energien bzw. Renewables wie Wind-, Solar- und Wasserkraft gesetzt hat, jetzt auch Atomstrom in sein Angebotsportfolio aufnehmen will, scheint auf den ersten Blick verwunderlich.

Doch im Sommer 2022 hat das Europäische Parlament die Atomenergie als nachhaltig eingestuft hat. Ob das wirklich so ist, ist insbesondere in Deutschland heftig umstritten. Auch wenn durch Atomkraftwerke kein klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt wird, fallen doch enorme langfristige Belastungen durch die atomaren Abfälle an.

In Nordamerika und in vielen anderen europäischen Staaten wird die Atomenergie jedoch nicht so kritisch gesehen wie in Deutschland. Dies macht auch der CEO von Brookfield Renewable in seinem Statement zur Übernahme des Atomenergiespezialisten deutlich:

„Das Geschäft [von Westinghouse] passt gut in unser bestehendes Portfolio und liefert hochgradig vertraglich gebundene und verlässliche Einnahmen, indem es Kunden bedient, die Anlagen für saubere Energie betreiben.“

Für die Übernahme der 51%-igen Mehrheit an Westinghouse muss Brookfield Renewable stolze 2,3 Mrd. USD auf den Tisch blättern. Damit hat das kanadische Energieunternehmen im laufenden Jahr bereits etwa 5,8 Mrd. USD in Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien investiert.

Wie es weitergeht

Der Abschluss der Transaktion unterliegt bestimmten Bedingungen, einschließlich der Zustimmung der Anteilseigner von Brookfield Business Partners, der behördlichen Genehmigungen und anderer üblicher Bedingungen.

Die am Deal beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass die Transaktion in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen wird.

M&A-Aktivitäten im Bereich der grünen Deals nehmen deutlich zu

Laut eines aktuellen Berichts des Handelsblatts hat sich der Übernahme-Markt aufgrund der allgemeinen Krisen-Gemengelage in den letzten Monaten merklich eingetrübt. Allerdings wächst die Zahl nachhaltiger bzw. grüner Deals.

Diese machen laut Jens Kengelbach, Senior Partner bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group, mittlerweile 22% der gesamten M&A-Tätigkeit aus. Investitionen in Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien kann sich also für Sie lohnen.