Ölpreis deutlich über 70 USD

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Jetzt hat der Ölpreis auch die Marke von 75 USD wieder einmal überwunden. Doch wohin geht jetzt die Reise bei diesem wichtigen Rohstoff? (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Immer wieder schaue ich an dieser Stelle auf den Ölpreis. Das hat einen einfachen Grund: Öl ist noch immer der Schmierstoff der Weltwirtschaft. Auch wenn in der Mobilität die alternativen Antriebsformen im Kommen sind, so bliebt es doch dabei, dass Öl weiterhin ganz wichtig für die Weltwirtschaft ist.

Daher ist es schon ein wichtiges Signal, wenn der Ölpreis nach einer kurzfristigen Schwäche heute zulegt und dabei eine wichtige Marke erreicht. Die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent hat so erstmals seit April 2019 wieder die Marke von 75 USD überwunden. Nun stellt sich natürlich die Frage: Wo geht die Reise hin?

Tatsächlich setzen die Profis auf weiter steigende Ölpreise. Das zeigt der Blick auf den Terminmarkt. Dort ist an der Terminbörse ICE der Bestand an Netto-Long-Positionen zuletzt um 18.000 auf insgesamt rund 296.000 Kontrakte angestiegen. Das ist der höchste Stand seit rund einem Jahr. Tatsächlich war es wohl so, dass die wichtige Marke von 75 USD pro Barrel hier das Interesse sogar noch verstärkt hat.

Aber die positive Anlegerstimmung ist nur ein Aspekt am Ölmarkt derzeit. Hinzu kommt die weiterhin robuste Nachfrage. So sorgen die deutlichen Lockerungen der Corona-Einschränkungen doch für eine steigende Nachfrage beim Öl. Es werden schlichtweg mehr Dinge transportiert und auch die Reisetätigkeit legt wieder zu.

Risiken auf der Angebotsseite werden größer

Aber wie so oft tauchen auf der Angebotsseite auch Risiken auf – die sich schon bald vergrößern könnten. Ein Faktor ist hier sicherlich der Iran. Dort wird der neue ultrakonservative Präsident Raisi die harte Linie einfach fortsetzen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Es besteht kaum Hoffnung darauf, dass die USA die Sanktionen gegen den Iran aufheben. Somit dürfte der Iran nicht in der Lage sein, die Ölexporte zu steigern. Sie sehen hier einmal mehr, wie politisch der Ölmarkt insgesamt doch ist.

Die Auswirkungen des Ölpreises gehen weit über den Ölsektor hinaus. Hierzu nur ein kleines Beispiel: Bei den großen Minenkonzernen machen die Kosten für die Treibstoffe oft 20% der Gesamtkosten aus. Wenn hier nun der Preis in kurzer Zeit deutlich zulegt, wie wir das zuletzt eben auch gesehen haben, dann hat das klare Auswirkungen auf die Ertragskraft der Minenfirmen.

Wie gesagt ist das nur ein kleiner Effekt der Ölpreisentwicklung. Das zeigt Ihnen aber auch, wie wichtig es ist, den Ölpreis stetig zu beobachten, um so die Chancen für andere Unternehmen besser einschätzen zu können.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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