Pioneer Natural Resources schluckt DoublePoint Energy

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Die Übernahmen im US-Ölgeschäft nehmen wieder Fahrt auf: So hat der Ölförderer Pioneer Natural Resources angekündigt, den kleineren Mitbewerber DoublePoint Energy übernehmen zu wollen. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Nachdem die Ölpreise in den letzten Monaten rasant angestiegen sind, nehmen auch die Übernahmeaktivitäten im US-Ölgeschäft wieder Fahrt auf. So hat der texanische Erdölförderer Pioneer Natural Resources Co. am Gründonnerstag bekannt gegeben, dass er den kleineren Mitbewerber DoublePoint Energy LLP (LLP steht für Limited Liability Partnership) übernehmen wird.

Mega-Deal über 6,4 Mrd. US-Dollar

Den Deal lassen sich die Texaner richtig was kosten. Insgesamt wird DoublePoint im Rahmen der Übernahme mit 6,4 Mrd. US-Dollar (USD) bewertet. Davon zahlt Pioneer den Großteil mit 27,2 Mio. neu herausgegebenen Stammaktien. Zusätzlich erhalten die Besitzer von DoublePoint 1 Mrd. USD in bar. Hinzu kommen noch die Schulden und Verbindlichkeiten von etwa 0,9 Mrd. USD, die Pioneer übernehmen muss.

Nach Abschluss der Transaktion werden die Pioneer-Aktionäre ca. 89% und die bisherigen DoublePoint-Eigentümer etwa 11% des kombinierten Unternehmens besitzen. Bei den bisherigen Eigentümern handelt es sich um diverse US-amerikanische Investmentgesellschaften wie z.B. Apollo Global Management Inc., Quantum Energy Partners, Magnetar Capital und GSO Capital Partners von Blackstone Group Inc.

Pioneer erhält Ölfelder in der Größe Bremens

Durch den Deal erhält Pioneer größtenteils noch unerschlossene Ölfelder im US-Perm-Becken von etwa 97.000 Acres Fläche (entspricht etwa 40.000 ha bzw. 400 qkm), was in etwa der Größe des Stadtstaates Bremen entspricht. Mit dem Zukauf erweitert Pioneer seinen Anteil am Perm-Becken auf mehr als 1 Mio. Acres (etwa 405.000 ha bzw. 4050 qkm).

Sie müssen wissen: Das Perm-Becken ist mit einer Fläche von 220.000 qkm eines der größten Ölfelder der USA. Es liegt im Südwesten der Vereinigten Staaten an der Grenze zwischen New Mexico und Texas.

Übernahme erweitert Kapazitäten

Pioneer geht davon aus, dass die Produktion aus den acht erworbenen Förderanlagen bis zur Mitte 2021 etwa 100.000 Barrel (deutsch: Fass; entspricht 159 Litern) Öläquivalent pro Tag erreichen wird. Darüber hinaus rechnet Pioneer mit Synergieeffekten aus der Übernahme, die zu jährlichen Kosteneinsparungen von etwa 175 Mio. USD führen.

Pioneer erwartet, dass sich die Transaktion bei wichtigen Finanzkennzahlen wie Cashflow und Free Cashflow pro Aktie, Gewinn pro Aktie und Unternehmensrendite wertsteigernd auswirken wird. So rechnen die Texaner damit, dass sie die Dividende pro Aktie ab 2022 und darüber hinaus erhöhen können.

Übernahme-Deals im US-Ölgeschäft nehmen wieder zu

Mit dem Ölpreisverfall zu Beginn der Corona-Pandemie nahm auch die Anzahl der Übernahmedeals in diesem Sektor deutlich ab. Kein Wunder, denn das in den USA gebräuchliche Fracking-Verfahren ist erst ab einem Ölpreis von etwa 60 USD je Barrel rentabel.

Erst vor wenigen Monaten hat der Preis für das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wieder die magische Grenze von 60 USD überschritten. Seitdem nehmen auch die Übernahme-Deals in diesem Sektor wieder zu.

So hat Pioneer bereits im Oktober letzten Jahres Parsley Energy für 4,5 Mrd. USD in Aktien gekauft. Mitte Januar 2021 teilte der texanische Ölkonzern ConocoPhillips mit, dass er den kleineren Mitbewerber Concho Resources Inc. für 9,7 Mrd. USD in Aktien geschluckt hat.

Schnelles Closing erwartet

Die Transaktion wurde von den Pioneer-Direktoren einstimmig genehmigt und kann voraussichtlich schon im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen werden. Zuvor müssen allerdings noch die üblichen Abschlussbedingungen erfüllt und behördlichen Genehmigungen eingeholt werden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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