Heizölpreisentwicklung: Achterbahnfahrt mit dem Energieträger

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Die Heizölpreisentwicklung kannte in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: Nach oben. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Die Heizölpreisentwicklung kannte in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: Nach oben. Darunter leidet nicht nur die Industrie, sondern auch private Haushalte.

Heizöl wird genau wie Benzin aus Erdöl hergestellt. Dabei wird je nach Dichte und dem Anteil verschiedener Inhaltsstoffe zwischen verschiedenen Sorten Heizöl unterschieden – von Extra Leicht (EL) bis Extra Schwer (ES).

Heizölpreisentwicklung: Schweröl für Industrie

Während leichtes und mittleres Heizöl, also die Sorten L und M, aus krebserregenden Teerölen hergestellt werden und nur noch selten verwendet werden, werden extraleichte und schwere Heizöle in vielen Bereichen eingesetzt.

Die Industrie setzt hierbei vor allem auf die Gruppe der schweren Heizöle (HOS), die zum größten Teil aus Rückständen gewonnen werden.

83% des HOS wird hierbei zur Produktion und zum Betrieb von Fabriken verwendet, weitere 9% beziehungsweise 7% entfallen auf die Stromerzeugung und Fernwärmeerzeugung.

Privathaushalte setzen auf extraleichtes Heizöl

Heizöl der Sorte EL (HEL) wird hingegen vor allem aus Kerosin gewonnen und dient vor allem im privaten Gebrauch als Energielieferant.

So gehen von den deutschlandweit jährlich rund 25 Millionen verkauften Tonnen dieser Sorte 60% an private Haushalte und 30% an Gewerbe wie Büros. In der Industrie erfüllt HEL hingegen so gut wie keinen Einsatzzweck.

Der Bundestag hat im Oktober 2006 beschlossen, dass das reine Heizöl EL ab 2009 durch eine schwefelärmere Variante ersetzt werden soll. Diese zeichnet sich vor allem durch eine deutlich sauberere Verbrennung mit weniger schadstoffhaltigen Emissionen aus.

Heizölpreisentwicklung zeigt stark nach oben

Die Heizölpreisentwicklung hat sich in den vergangenen Jahren rasant nach oben bewegt. So wurden 2012 für eine Standardlieferung von 100 Litern Preise zwischen 85 und 95 € verlangt. 2002 lagen die Kosten für die gleiche Menge hingegen mit 35 € deutlich niedriger.

Und dieser Trend der Heizölpreisentwicklung wird sich nach aktuellen Berechnungen weiter fortsetzen. Bis 2012 wird eine weitere Kostensteigerung um 50% erwartet, 10 Jahre später dürften sich die Preise seit 2012 verdoppelt haben.

Der Heizölpreis orientiert sich sowohl beim schweren als auch beim extraleichten Öl an den Preisen des Rotterdamer Marktes. Die Preise werden hier nicht wie beim Erdöl in Barrel, sondern meist in US-Dollar pro 100 Litern angezeigt.

Knappe Differenz zwischen Angebot und Nachfrage

Auf dem Ölmarkt besteht nur eine geringe Differenz zwischen Angebot und Nachfrage. Dies bedeutet, dass selbst kleinere Ausfälle oder drohende Konflikte in Ölförderregionen bereits schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen können.

Die Heizölpreisentwicklung sollte daher immer genau im Auge behalten werden und Order – wenn möglich – in eine der seltenen schwächeren Kursphasen gelegt werden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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